Neuer Anlauf für IGS in Isernhagen

Vor einem Jahr wurden die Eltern von Grundschülern gefragt, ob sie ihre Kinder gern auf eine Integrierte Gesamtschule schicken würden. Der aufgrund des Ergebnisses von der Gemeinde Isernhagen gestellte Antrag wurde aber unerwarteterweise abgelehnt, weil die erforderliche Mindestzahl von 96 Schülern pro Jahrgang nicht erreicht werde. Jetzt soll es einen neuen Anlauf geben.

Unterschiedliche Bewertungsmassstäbe

Bei Befragungen jeder Art geht man üblicherweise davon aus, dass die tatsächlichen Antworten gezählt und gewichtet und dann auf die Gesamtzahl aller Befragten hochgerechnet wird. Die verantwortliche Landesschulbehörde sah das in vergangenen Jahr aber anders und beachtete nur die Stimmen, die sich ausdrücklich für eine IGS ausgesprochen hatten. De facto wurden also die ausgebliebenen Antworten nicht anteilig hochgerechnet, sondern als Gegenstimmen gewertet. Das ist eine Methode, die in der Demoskopie wegen ihrer möglicherweise stark verfälschenden Wirkung nur in Ausnahmefällen und mit entsprechenden Hinweisen und Erklärungen angewandt wird. Genau ein solcher schulbehördlicher Hinweis aber unterblieb 2014 und sorgte so dafür, dass die Ablehnung sehr überraschend kam.

Denselben „Fehler“ diesmal vermeiden

Der erneute Antrag muss den Behörden bis zum 31. Oktober 2015 vorliegen. Es bleibt also nur wenig Zeit für eine Befragungswiederholung. In diesen Tagen erhalten alle Eltern von Kindern, für die in nächster Zeit die Entscheidung für eine IGS oder das Gymnasium ansteht, entsprechende Post. Da diesmal klar ist, dass nur die tatsächlich eingehenden Rückantworten gewertet werden, sollten alle befragten Eltern schnellstens die beiliegende Antwort an die Gemeindeverwaltung zurück senden. Das ist besonders wichtig, wenn sie sich für ihr Kind eine IGS wünschen. Fehlende Antworten werden bei diesem Bewertungsverfahren als Nein-Stimmen betrachtet.
Ein hoher Antwortrücklauf ist entscheidend für die Chancen einer IGS-Neugründung. Zu bedenken ist auch, dass die Alternativen im Fall einer erneuten Ablehnung weniger sein werden als bisher: Die Stadt Langenhagen hat beschlossen, keine neuen auswärtigen IGS-Schüler mehr aufzunehmen, solange der eigene Bedarf nicht gedeckt ist.
Die zur Verfügung stehende Zeit ist sehr kurz, denn die Post-Rückläufe müssen ja auch noch ausgewertet werden, bevor der endgültige Antrag an die Landesschulbehörde formuliert und gestellt werden kann. Für die gesamte Prozedur bleiben noch maximal vier Wochen.

Was steckt hinter der vorjährigen Ablehnung?

Da keine andere Begründung als die angeblich zu geringe erwartbare Schülerzahl gegeben wurde, bleiben nur Vermutungen.
Einerseits hat die jetzige Landesregierung die Gündungskriterien für neue IGS entschärft und lässt statt früher mindestens fünf Jahrgangsklassen jetzt auch „nur“ vier oder in besonderen Ausnahmefällen drei zu. Andererseits wird mit der Bewertung fehlender Befragungsantworten als Gegenstimmen (statt als Enthaltungen) eine ziemlich hohe Hürde neu errichtet. Ein logischer Zusammenhang zwischen den Polen dieses offensichtlichen Widerspruchs erschliesst sich mir nicht.
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