Klinikum Ingolstadt gibt Tipps für gesunde Ernährung

Der Küchenchef des Klinikums Ingolstadt, Walter Zieglmeier und Diätassistentin Andrea Schneider geben Tipps zur gesunde Ernährung.
„Man ist, was man isst“, sagt eine alte Weisheit – und meint damit vielleicht auch gesund oder krank. In der Tat spiele die Ernährung für die Gesundheit und die Entstehung und Prävention von Krankheiten eine entscheidende Rolle, betont Prof. Dr. Karlheinz Seidl, der Direktor der Medizinischen Klinik IV im Klinikum Ingolstadt. Gemeinsam mit Walter Zieglmeier, dem Küchenchef und geschulten Ernährungsberaterinnen des Klinikums informiert er in einer neuen Veranstaltungsreihe im ÄrzteHaus am Klinikum an vier Abenden im März und April über gesunde Ernährung.

Wenn der Frühling kommt, dann beginnt auch die Zeit der Diäten. Viele Menschen versuchen dann, den Winterspeck abzutrainieren oder durch Diäten von den Hüften zu bekommen. Warum danach aber oft der berühmte Jo-Jo-Effekt zuschlägt, ist nur eines von vielen Geheimnissen der richtigen oder falschen Ernährung. Denn gerade dabei kann man tagtäglich, vor allem aber auf lange Sicht vieles falsch machen. Das weiß kaum jemand so gut wie Prof Dr. Karlheinz Seidl. Schließlich hat der Direktor der Medizinischen Klinik IV im Klinikum beinahe jeden Tag mit Patienten zu tun, bei denen auch falsche Ernährung zu ihrer Erkrankung beigetragen hat. Seidl ist Elektrophysiologe, Spezialist für Herzerkrankungen, und hat daher viele Patienten, die an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden.

Ein wichtiger Faktor für ihre Entstehung ist eine ungesunde Ernährung, sagt Seidl. „Es gibt natürlich auch genetische Neigungen, aber falsche Ernährung und Bewegungsmangel sind wichtige Faktoren für die Entstehung einer Vielzahl von Erkrankungen“, betont Seidl. Das Spektrum reiche dabei von Bluthochdruck und Gefäßerkrankungen über Diabetes bis hin zum Schlaganfall oder Herzinfarkt. So ist die tägliche Speisenauswahl der wohl immer noch am meisten unterschätzte Faktor für die Gesundheit. Denn gerade in der Wohlstandsgesellschaft mit ihren kulinarischen Verlockungen, der Fastfood-Kultur und industrieller Essensproduktion sei es umso wichtiger, auf die richtige Ernährung zu achten, glaubt auch Walter Zieglmeier. Der Küchenchef des Klinikums bietet mit seinem Team der Klinikumsküche seinen Gästen seit vielen Jahren nicht nur gesunde Speisen – „Packerlsuppen“ und andere Fertigprodukte sind bei ihm in der Küche tabu; stattdessen werden alle Speisen so weit wie nur möglich täglich frisch zubereitet. Ihm ist es vielmehr auch ein Anliegen, die Menschen dazu zu bringen, sich Zeit zu nehmen, selbst zu kochen, sich bewusster zu ernähren und dabei auch ein Stück weit auf die eigene Gesundheit zu achten.

„Bewusste Ernährung – ohne Schlankheitswahn“
Gemeinsam mit Seidl und Diätassistentin Andrea Schneider informiert er daher im März und April an vier Abenden von 18 bis 20 Uhr im Café-Bistro „Level 21“ im ÄrzteHaus am Klinikum zu verschiedenen Themen rund um eine gesunde Ernährung. Die ausgebildete Ernährungsberaterin erklärt den Gästen dabei unter dem Motto „Bewusste Ernährung – ohne Schlankheitswahn“ wichtige Grundlagen und gibt wertvolle Tipps. Zudem erläutert Seidl als Experte Zusammenhänge zwischen Nahrung und Gesundheit sowie die Risiken, die mit einer falschen Ernährung verbunden sind.

Zieglmeier schließlich sieht sich in der Rolle des „Motivators“ und will mit ein paar einfachen Tipps zeigen, dass es gar nicht so schwer und vor allem nicht aufwendig und schon gar nicht teuer sein müsse, gesund zu essen. Dabei müsse man gar nicht immer auf so viel verzichten, sagt Zieglmeier. Oft reiche es schon, richtig auszuwählen und ein paar psychologische Tricks anzuwenden. „Die richtige Ernährung aber fängt beim Wissen an“ – da sind sich alle drei einig. Nur wer wisse, worauf es ankomme, könne sich auch danach richten und bewusst auf die richtigen Lebensmittel achten, glaubt Schneider.

Vom Diabetes bis zur richtigen Sportlerernährung
Mit der Veranstaltungsreihe im März und April wollen sie daher neben den genannten Grundlagen auch über speziellere Ernährungsthemen informieren. Nach den ernährungsbedingten kardiologischen Erkrankungen und der dazu passenden Nahrung zum Auftakt am 1. März steht am 13. März das Thema Diabetes mellitus und Ernährung im Mittelpunkt. Am 29. März geht es um die richtige Nahrung für Patienten, die etwa nach einem Herzinfarkt Marcumar einnehmen müssen. Am 19. April schließlich referiert ein Sportmediziner über die richtige Ernährung für Sportler. So bieten die vier Abende sowohl wertvolle allgemeine Grundlagen und Tipps für die richtige Ernährung, als auch eingehendere Informationen zu spezifischeren Themenbereichen. Der Eintritt ist frei, Anmeldung bei der GesundheitsAkademie des Klinikums (Tel.: (0841) 8 80-55 56) erwünscht.

„Häufig sehen wir als Mediziner Patienten, bei denen das Kind schon ein Stück weit in den Brunnen gefallen ist“, sagt Seidl. Ihm sei es daher ein großes Anliegen, auch einmal präventiv zu informieren und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wichtig eine gesunde Ernährung für das Wohlbefinden, aber auch die Gesundheit und Krankheitsvorbeugung sei. „Es fällt mir manchmal selbst schwer, auf manche Dinge zu verzichten“, sagt Seidl. Er habe zum Beispiel gerne regelmäßig Gummibärchen gegessen. Auf die verzichte er nun meist. Es gehe aber auch nicht darum, immer auf alles zu verzichten, was ungesund sei, aber gut schmecke, so Seidl. „Die richtige Mischung macht es“, sagt auch Zieglmeier. „Man darf ruhig zwischendurch einen Schweinebraten oder einmal einen Burger essen, aber eben nicht so häufig.“

Viel Obst und Gemüse, nicht zu viel Fleisch, weniger tierische Fette, mindestens zwei Mal pro Woche Fisch, viele Nüsse – diese und viele andere Ernährungstipps hat das Trio aus dem Klinikum für die Besucher der Veranstaltungsreihe parat. Wer solche und andere Ratschläge beachte und sich dazu noch regelmäßig bewege, könne mittel- und vor allem langfristig viel für seine Gesundheit tun, sagt Seidl. Was, das erfahren die Besucher im Rahmen der Veranstaltungsreihe im Klinikum. Mit einer bewussten Ernährung und regelmäßiger Bewegung können die sich dann vielleicht auch die nächste Diät inklusive Jo-Jo-Effekt sparen.
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