Jetzt noch mehr Inhalt! Stephanie Senges Konsumkonstruktivismus

Wann? 07.06.2015

Wo? Museum Konkrete Kunst, Tränktorstraße 6, 85049 Ingolstadt DE
Ingolstadt: Museum Konkrete Kunst | Die Berliner Künstlerin Stephanie Senge bringt die Kunst in den Supermarkt und den Supermarkt ins Museum. Zwei Präsentationen mit neuen Arbeiten werden gleichzeitig im Museum für Konkrete Kunst und in der Ingolstädter EDEKA Filiale in der Theresienstraße zu sehen sein.
Ausgehend von ihrer Auseinandersetzung mit den konstruktiven Kunstwerken des Museums schuf Senge Collagen mit „Noch mehr Inhalt“-Produkten. Der klassische Werbespruch gewinnt bei ihr nun einen doppelten Sinn: Noch mehr Inhalt gelingt ihr durch den Bezug zu Künstlern wie Max Bill, Richard Paul Lohse, Walter Dexel und Erich Buchholz, die im Museum für Konkrete Kunst zu sehen sind. Im Supermarkt setzt sie Akzente mit einem nach Werbeslogan sortierten Warenregal und Konsumgemälden an den Wänden. Im Museum erwarten die Besucher ein Mandala aus EDEKA-Produkten sowie eine große Wandarbeit, die sie ebenfalls aus Produktverpackungen gestaltet.
Vergleichbar mit den historischen Anliegen der Avantgardekünstler aus den 1920er Jahren, die mittels Kunst die Gesellschaft verändern wollten, verbindet auch Senge mit ihrem Werk gesellschaftliche Aussagen. Konsumkonstruktivismus ist eine Wortschöpfung von Senge, die sich damit auf die Utopien der Avantgarde und ihre strengen, ungegenständlichen Bilder bezieht. Ihr geht es um das Ideal des starken Konsumenten, der ein Bewusstsein für die Wertigkeit eines Produkts unabhängig von dessen Preis entwickelt. Besonders die verschmähten Billigprodukte haben es der Künstlerin angetan. Wenn sie mit 1-EURO-Artikeln die traditionelle japanische Blumensteckkunst Ikebana praktiziert, dann geht es ihr um Praktiken der Wertschätzung und der ästhetischen Aufwertung. Sie selbst sagt dazu:
„Wir leben in einer hochentwickelten Wohlstands- und Konsumgesellschaft. Ich könnte nicht hier überleben, wenn ich dieses so komplexe, schwierige und auch mächtige Thema nicht in Form meiner Arbeit verdauen könnte. Anders als in der Politik müssen wir beim Einkaufen jeden Tag wählen. Ich will mit meiner Arbeit erreichen, dass sich die Menschen darüber bewusst werden, was sie tun beim täglichen Einkaufen, und sie ermutigen, starke Konsumenten zu sein, die wertschätzen können.“
Zentraler Bestandteil bei der Kunst von Stephanie Senge sind ihre Aktionen mit den Konsumenten im Museum und im Supermarkt. Deshalb gibt es ein abwechslungsreiches Begleitprogramm und eine Publikation erscheint während der Laufzeit.
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