Ein Haus für schwer erziehbare Jugendliche

gefunden auf stattzeitung.in (Artikel lesen)

Ingolstadt: Im Wohnprojekt "Atrium" des Peter-Steuart-Hauses sollen nicht-gruppenfähige Jugendliche betreut werden. Das interessante Vorhaben, das noch in der Planungsphase ist, wurde jetzt im Sozialausschuss vorgestellt.




Man kennt es aus diversen Fernsehsendungen: Schwer erziehbare, aggressive, verhaltensauffällige Jugendliche werden im Rahmen eines Projektes im Ausland, auf einem Schiff oder in einer anderen speziellen Umgebung betreut mit dem Ziel, sie (wieder) in die Gesellschaft integrieren zu können. Eine ähnliche Einrichtung könnte bald schon in Ingolstadt Realität werden...
Rechtsreferent Helmut Chase und Josef Finkenzeller vom Peter-Steuart-Haus stellten am Dienstag im Sozialausschuss das Projekt "Atrium" vor, ein "reintegratives Wohnprojekt für nicht gruppenfähige Jugendliche." Dieses Angebot soll sich laut Finkenzeller an den Teil der Jugendlichen richten, der mit bisherigen Angeboten nicht erreicht werden kann: "Diese Jugendlichen wissen, was sie nicht wollen, aber oft nicht, was sie wollen."
Jugendliche ab 14 Jahren, die wegen ihrem Verhalten, ihrer Verweigerungshaltung oder ihren Aggressionen auffallen, sollen im "Atrium" durch die pädagogische Arbeit der Betreuer "zurück ins Leben" geführt werden. Hierfür soll es laut Finkenzeller "wenige, aber klare Regeln" geben. Die Jugendlichen gehen zur Schule, in die Lehre oder ihrem Beruf nach. Wer nichts dergleichen tut, muss im "Atrium" arbeiten.
Das interessante dabei: Die Verantwortlichen wollen eine "klein-bäuerliche Struktur", das heißt Tiere, um die sich die Bewohner kümmern müssen, Werkstätten, in denen sie Sachen reparieren und bauen und Gärten, wo Gemüse und Obst angebaut wird. Die Jugendlichen selbst werden für die Dauer von ein bis zwei Jahren in den neun Einzelappartements untergebracht. "Wir wollen die Jugendlichen an die Notwendigkeiten binden," erklärt Finkenzeller. Deshalb soll das Projekt nach seinen Vorstellungen auch nicht in der Stadt, sondern gut 15 Kilometer nordwestlich, realisiert werden: "Wir wollen bewusst eine reizarme Gegend."
Ein Grundstück in der Größe zwischen 6.000 und 8.000 Quadratmetern wird bereits gesucht. Zwei Grundstücke werden derzeit geprüft. Das Sozialministerium bewilligt einen Investitionszuschuss von 420.000 Euro. Die Gesamtinvestitionen schätzt Chase auf ca. 1,4 Millionen.
Die Mitglieder des Sozialausschusses folgten den Ausführungen Finkenzellers sehr interessiert, stellten viele Nachfragen. Eine grundsätzliche positive Stimmung war bereits auszumachen. (tm)

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3 Kommentare zum Beitrag
Opferverband
Opferverband am 25.03.2011 um 09:18 Uhr  
929
Mike Sand aus Steinhagen am 29.03.2011 um 11:49 Uhr  
Steffy (:
Steffy (: am 23.04.2012 um 11:12 Uhr  
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