ÄrzteHaus am Klinikum Ingolstadt ist auf der Zielgeraden
Der Countdown für das Ingolstädter ÄrzteHaus läuft. Es sind nur mehr wenige Wochen bis zur geplanten Eröffnung des neuen Knotenpunktes der medizinischen Versorgung am Klinikum Ingolstadt. Derzeit ziehen die Praxen und Dienstleister schrittweise in die neuen Räumlichkeiten im ÄrzteHaus ein. Bis zur offiziellen Eröffnung am 8. Mai wird das Gebäude also nicht nur äußerlich fertig sein, sondern weitestgehend auch sein Innenleben. Die Zeit ist knapp – aber das ist nichts Neues.
„Es war von Anfang an ein sehr ambitionierter Zeitplan“, sagt Projektleiter und Prokurist Jürgen Schneider, „aber es sieht so aus, als könnten wir im Plan bleiben“, fügt er zufrieden hinzu. Nicht immer sah es so aus: Einige statische Probleme bei den Erdarbeiten durch eine zweite Grundwasserschicht haben das Projekt zwar verzögert, aber nicht entscheidend. So ist das hochmoderne Gebäude auf der Nordseite des Klinikums in den letzten nur knapp anderthalb Jahren größtenteils planmäßig in den Himmel gewachsen. Die große Kälte der letzten Wochen hatte das Großprojekt ein wenig zurückgeworfen, denn viele Arbeiten können nicht bei Minusgraden abgeschlossen werden. Auch weitere Schwierigkeiten – aktuell etwa durch die Insolvenz eines der beteiligten Betriebe –, wie sie sich bei einem solchen Großprojekt nicht immer vermeiden lassen, haben Jürgen Schneider nicht aus der Ruhe gebracht und konnten nicht verhindern, dass das ÄrzteHaus weitgehend planmäßig bereits von den Mietern bezogen wird.
Seit Wochen und Monaten wird im Inneren intensiv gearbeitet, um das Gebäude rechtzeitig fertigzustellen. Derzeit bekommt es den letzten Schliff, bevor die Patienten und Besucher in dem Haus ein- und ausgehen werden. Jürgen Schneider ist mit dem Fortgang des Baus sehr zufrieden. „Das Projekt war von Anfang an sehr straff geplant, aber wir liegen nach wie vor nicht nur voll im Zeitplan, sondern auch – was bei solch großen Projekten nicht unbedingt selbstverständlich ist – auch im Kostenrahmen“, sagt Schneider.
Rund 100 Bauarbeiter sind dieser Tage oft gleichzeitig im ÄrzteHaus tätig. Die Bodenheizung ist inzwischen verlegt und auch die Böden bereits fertig. Während an mancher Stelle noch die Handwerker letzte Arbeiten verrichten, wird an anderer Stelle bereits an der Einrichtung geschraubt. Der Umzug der zahlreichen Praxen und sonstigen Mieter in das fünfstöckige Gebäude ist nicht nur handwerklich, sondern auch logistisch eine Herausforderung. Nach einem genau ausgearbeiteten Plan ziehen die Mieter dieser Tage in das neue Gebäude um. Möbel und Einrichtungsgegenstände werden transportiert und eingebaut, medizinische Geräte, Telefon- und Datenleitungen sowie Computer und Software installiert und auf die ersten Patientenbesuche vorbereitet. Behandlungszimmer werden vorbereitet und Patientenakten eingeordnet.
An mancher Stelle sieht es noch ein wenig nach Baustelle aus, während an anderer Stelle bereits die zukünftige Einrichtung zu erkennen ist. Jeden Tag sind derzeit große Fortschritte zu spüren. Rund 50 Handwerksbetriebe arbeiten seit Wochen häufig gleichzeitig in dem Gebäude, das so seit Monaten auch ein kleiner „Jobmotor“ für viele Betriebe in der Region ist. Damit auch alles möglichst fertig wird, wurde die offizielle Eröffnung des Gebäudes auf den 8. Mai gelegt und findet damit nur wenig später statt als ursprünglich geplant. „Wie das bei solchen Großprojekten ist, werden wir bis danach vielleicht auch noch die eine oder andere Kleinigkeit abzurunden haben, aber das Gebäude soll dann bereits so weit fertig sein, dass es seiner Bestimmung übergeben werden kann, dass die Patienten in den Praxen behandelt werden können und von Beginn an alles funktioniert“, erklärt Jürgen Schneider.
Auf den rund 12.700 Quadratmetern finden rund 25 zahlreiche Praxen und medizinische Dienstleistungsunternehmen Platz und werden schon bald für die Patienten und Besucher da sein. So entsteht ein modernes medizinisches Dienstleistungszentrum und ein neuer Knotenpunkt in der Gesundheitsversorgung der Region, der auch den Gesundheitscampus rund um das Klinikum abrundet und für die Verzahnung der ambulanten und stationären Versorgung steht.
Auch die Kritik der niedergelassenen Ärzte am Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des Klinikums, das ebenfalls im neuen ÄrzteHaus am Klinikum seine Heimat finden wird, hat inzwischen ein wenig an Boden verloren. Denn das Klinikum hat dem Ärztenetzwerk GOIN eine Beteiligung auf Augenhöhe an dem MVZ angeboten. Die rechtlichen Modalitäten und Möglichkeiten einer Zusammenarbeit seien bereits abgeklärt gewesen, so Heribert Fastenmeier, der Geschäftsführer des Klinikums, der GOIN, neben der Zusammenarbeit im Notfallzentrum des Klinikums, gerne als wichtigen Kooperationspartner auch im Medizinischen Versorgungszentrum als Partner haben würde.
Auf fünf Stockwerken mit rund 12.700 Quadratmetern entstehen Praxen und Dienstleistungsunternehmen vorwiegend aus dem medizinischen Bereich sowie aus der Gastronomie. Schon bald werden im ÄrzteHaus die ersten Praxen ihre Patienten behandeln. Es entstehen eine Praxis für Augenheilkunde von Dr. Maria Amberger und Dr. Alexander Gentsch, die chirurgische Praxis von Dr. Thomas Krawczyk, die Praxis für Dermatologie von Wolfgang Lutz, die gynäkologische Praxis von Dr. Volker Heide, die Praxis für Neurochirurgie von Dr. Arnd Göpffarth, die neurologische Praxis Dr. Zdenka Badal und Dr. Elke Heusser, die orthopädische Praxis von Dr. Hans-Joachim Gubba, die pathologische Praxis Dr. Helmut König und Dr. Brigitte Popp, die psychiatrische Praxis Dr. Irmgard Mußmächer und Dr. Elke Heusser, die neue radiologische Praxis des Diagnosticums, die bisher im Klinikum untergebracht war, das Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) von Dr. Hong Zhu, Dr. Caren Zahner und Sabrina Eles-Zöpfl, die urologische Praxis Dr. Peter Schmauß sowie die Zahnarztpraxis und Praxis für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Dr. Dr. Jürgen Weisser.
Außerdem eröffnen Elisabeth Jedamzik eine Apotheke und Heidi Harnack eine Hebammenpraxis. Darüber hinaus entstehen neue Geschäfte des Sanitätshauses Spörer, ein Büro des Ärzte-Finanz-Beraters Florian Oberhofer, die Ernährungsberatung von Angelika Ostermaier sowie ein Bistro. Zudem ziehen das Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e. V. mit zahlreichen Dialyseplätzen und das Bayerische Rote Kreuz mit einer Rettungsdienststelle in das moderne Gebäude am Klinikum ein. Schließlich werden auch einige Bereiche des Klinikums wie das Ambulante Operationszentrum umziehen.
Während bereits in den nächsten Wochen viel Betrieb im ÄrzteHaus herrschen wird und die ersten Praxen und Einrichtungen schon in den nächsten Tagen ihren Betrieb in der neuen Umgebung aufnehmen werden, steigt die große Eröffnungsfeier erst am 8. Mai, wenn das komplette Gebäude weitgehend fertig eingerichtet sein wird. Neben der offiziellen Einweihung und Feierstunde wird sich das Klinikum Ingolstadt als Bauherr angesichts des Großprojektes mit Baukosten in Höhe von rund 27 Millionen Euro nicht nur zur Eröffnung die eine oder andere Überraschung einfallen lassen, sondern auch am nächsten Tag: Am 9. Mai steht das neue Gebäude bei einem Tag der offenen Tür allen Interessierten offen und bietet mit seinem breiten Spektrum an Mietern tiefe Einblicke in die verschiedensten Bereiche der Medizin.



Mit dem Aktivieren des Buttons erlauben Sie einen begrenzten Datenaustausch mit Facebook. Mehr dazu rechts unter .