Keltenschanze Im Brandholz (Igling)

von Alfred Platschka aus Igling | am 12.08.2009 | 999 mal gelesen | 4 Kommentare | 5 Bildkommentare | 16 Bilder
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Keltenschanze "Brandholz" hinter dem Bahnhof Igling
 
geographische (gesamt-vermutetete) Lage

(Landkreis Oberbayern; Reg.Bezirk LLech/Gmd.: Igling)

Koordinaten: 10°47'56.78"O ( Östlicher Länge),
48 °03' 57.35"N (Nördlicher Breite) - in Google-Earth.

Gar vieles liegt in der unmittelbaren Umgebung unseres Lebensraumes und ist weitgehend verborgen vor unseren Blicken. Oftmals nur von (wenigen) Einheimischen bekannt, und doch voller Interesse, wenn sich der/die aufmerksame Wanderer durch die Wälder begeben, die Natur bewundern, und dabei auch auf Reste von archäologischen meist verfallenen (unbekannten) Bauwerken stoßen. So auch die sogenannte Keltenschanze "Brandholz" im Iglinger Wald (unweit von Schloss Igling - ca. 500m entfernt, als auch dem Stoffersberg bzw. Oberer Riedberg - Luftlinie ca. 1,5km). Von dieser Anlage ist nur mehr der südliche Teil erhalten, und zieht sich in einem ca. 6meter breiten "V"-förmigen Graben quer durch den Wald mit der Spitze in Richtung Südwest. Der nordöstliche Teil wurde (wahrscheinlich) durch die Trennlinie der Eisenbahn, und der dahinterliegenden Bebauung des Areals im 18./19.Jhdt. zerstört.

Beiderseits umzogen in gerader Richtung von West-Südwest nach Ost-Nordost bildet die (noch existierende ) Anlage eine Strecke auf der Südseite der Anlage von jeweils ca. 530m. Die Westseite bildet einen etwas schwächeren Graben mit einem ausgehenden Wall auf der Außen-, sowie einem höheren Wall auf der Innen-Seite. Steht man am vorbeilaufenden Wanderweg auf der Südwestseite, bietet sich dem Betrachter in Richtung West-Süd-West ein "einseitiger" Wall mit einer Länge von ca. 60m, und einer Höhe von ca. 6m. In die entgegengesetzte Richtung - Ost-Nord-Ost verläuft ein etwas sanft auslaufender Wall mit einer max. Höhe von ca. 4m. in einem stumpfen Winkel, sodaß man deutlich eine "rautenförmige" Geometrie erkennt. Mehrere Durchfahrten die diese Wallanlage durchbrechen, zeugen von der forstwirtschaftlichen Nutzung des südlichen Teiles, währenddessen sich im anschließenden nördlichen Gebiet einige Häuse und Gartengrundstücke, sowie Hochäcker anschließen. Die östliche Hälfte wird durch eine nasse Mulde gebildet, deren Wallumgrenzung sich in Richtung zum ehemaligen Bahnwärterhaus ca. 150m entfernt, und sich am davor vorbeiziehenden Wanderweg südlich an der Bahnlinie verliert.

Nördlich der Eisenbahnlinie verlieren sich die Spuren aufgrund der Bebauung im 18./19.Jhdt. Der Autor "Barthel Eberl" erwähnt in seinen schriftlichen Unterlagen "das schwäbische Museum" - Die Römerstrasse Via Claudia Augusta - von Augsburg nach Füssen, einen Zusammenhang mit den ca. 300m weiter westlich auf dem Hochufer der Singold gelegenen sichtbaren Kanalanlagen an der Öl- bzw. Rollmühle, deren Zweck jedoch nicht genau erkennbar zu sein scheint. Einem römischen Befestigungslager aus der Besatzungszeit der spätkeltischen Ärea entspricht die Form jedoch nicht, es fehlen jegliche einschlägige Funde - vielleicht bringt ein Zufallsfund im nördlichen bebauten Areal zu einem späteren Zeitpunkt etwas mehr Aufschluss.

Aus dieser Gegend - zum Teil aus dem Raum der Anlage stammen einige Bronzefunde - z.B. ein Bronzeschwert vom nördlichen Abhang des Stoffersberges (Deutsche Gaue 35/36 S.12), ein Bronzehammer mit Beilschneide ebenfalls vom Donnersberg (Altbayerische Monatsschrift IV 118 und Abb. 25 corr.26), einem Bronzekelt mit einer Bronzelanze. Beim Bahnbau in Igling gefunden am Hunnengraben, ist wahrscheinlich dasselbe Stück (Deutsche Gaue Sonderheft 75 S. 142; 82 S.25). Ein Besitzer in der Nachbarschaft der Anlage berichtet von einem Fund einer Bronzelanze.

Vielmehr kann man vermuten, daß aufgrund der festgestellten Funde, sowie der Form der Anlage die Datierung dieser Anlage weit früher, mindestens jedoch in die Epoche der der auslaufenden "Späten Bronzezeit" - bis Eisen- (Hallstatt- bzw. LaTéne-zeit / ca. 800-100 v.Chr.) vermuten kann. Exaktere Datierungen lassen sich jedoch erst von Fundstücken mit eindeutiger zeitlicher Zuordnung festlegen.

Literaturquellen/Hinweise:

E. Keller: Die spätrömischen Grabfunde in Südbayern. Münchener Beitr. Vor- u. Frühgeschichte 14 (1971) S. 158 mit Anm. 773a.

E. Keller: Die obertägigen Bodendenkmäler Oberbayerns. Unpubl. Manuskript, Teil B1 (1977) S. 79f.

F. Weber: Erdwerke zu Befestigungs- und Schutzzwecken in Oberbayern aus mittelalterlicher, römischer und vorrömischer Zeit. Altbayer. Monatszeitschrift 1909/10, S. 122 "Stoffersberg"

B. Eberl: Das Schwäbische Museum (1931) Anm. 2 - Stoffersberg

Innozenz Wolfmüller - Hist. Biographie (Auszug Dr. Werner Fees-Buchecker "S'Dorfblatt" igling und Holzhausen)

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Ausführliche Bild-/Text-Beschreibung - sind zu finden auf der Lechrain-Website http://www.lechrain-geschichte.de unter der Rubrik: Historische Plätze/Orte / Landsberg Lech / Igling - oder
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gez. Alfred Platschka
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