Besuch im Kinderhospiz in Bad Grönenbach 'Ein Haus voller Leben'

Kinderhospiz St. Nikolaus, Frontansicht (Foto: Kinderhospiz)
 
Malen................. (Foto: Kinderhospiz)
Seit nicht ganz zwei Jahren kenne ich nun Frau Anita Grimm, die Hausleitung des Kinderhospizes St. Nikolaus in Bad Grönenbach.
Gestern war es nun soweit, ich war dort zu Besuch und wurde von ihr herzlich empfangen und eingehend informiert. Ein Besuch im Patiententrakt ist während des laufenden Betriebes nicht möglich, was ja auch verständlich ist. Meine Fotos stammen ausnahmslos vom Kinderhospiz.
Für viele von uns ist der Begriff Hospiz verbunden mit der letzten Lebensphase eines Menschen.
Nicht so im Kinderhospiz. Dorthin kommen die jungen Patienten bereits schon kurz nach Diagnosestellung einer unheilbaren oder lebensverkürzenden Erkrankung. Manche von ihnen waren bereits mehrmals dort und konnten mit Eltern und Geschwistern die Vorzüge dieses Hauses geniessen.
Eltern und Geschwister eines unheilbar oder lebensbegrenzt erkrankten Kindes leben in einer Situation die häufig von enormen Anspannungen, Konflikten und Ängsten geprägt ist. Dazu kommt dann noch, dass die komplette Lebensplanung und berufliche Situation ins Wanken geraten. Auch die Betreuung des Kindes verlangt von den Eltern einen enormen Einsatz und von den Geschwistern sehr viel Verständnis und Verzicht.
Um betroffenen Familien während der ganzen Krankheits-, Sterbe- und Trauerphase eine Anlaufstelle und Erholungsstätte zu bieten wurde im Jahr 2007 das Kinderhospiz St. Nikolaus eröffnet.
Eltern und Geschwister können sich dort Zeit für ihre eigenen Bedürfnisse nehmen, während die erkrankten Kinder vom bestens geschulten Personal betreut werden. Somit ist der Aufenthalt für die Eltern eine Entlastung vom Alltag und der Austausch mit anderen Betroffenen machmal auch eine Hilfestellung um die eigene Situation besser beurteilen und verarbeiten zu können. Ausserdem haben die Eltern auch mal die Gelegenheit sich verstärkt um die Geschwisterkinder zu kümmern.
Im Haus gibt es ein Bewegungsbad, sowie auch einen Trampolinraum, welche von Gästen sehr intensiv genutzt werden.
Im Snoezelenraum werden die Sinne in einer ruhigen Umgebung durch eine Kombination aus Musik- und Lichteffekten angesprochen. Das Wasserbett und die bunten Wassersäulen laden zum Entspannen in einer schönen Atmosphäre ein.
Es gibt im Hospiz ein sehr schönes Ritual. Eltern können gemeinsam mit dem Personal eine Fahne für ihr Kind gestalten, diese wird dann im Hospiz aufgehängt und bildet zusammen mit allen Fahnen die bunte Lebenslinie. Nach dem Tod, verbleibt die Fahne dann im Erinnerungsgarten. Einmal im Jahr wird ein Fahnenfest gefeiert um Begegnung und Austausch auch über den Tod hinaus zu fördern.
Wer nun meint das Hospiz sei ein trauriger Ort, wird dort eines Besseren belehrt. Die Räume sind hell und freundlich gestaltet und es herrscht eine entspannte, angenehme Atmosphäre.
Erwähnt werden sollte hier auch noch, dass sich das Ganze aus Spenden finanziert und wer noch mehr darüber erfahren möchte kann dies gerne im Internet unter www.kinderhospiz-nikolaus.de, hier gibt es dann auch die Kontonummer für ihre Spenden.
Tip: am 22.11.2009 findet wieder ein Tag der offenen Tür statt, und auch Bad Grönenbach mit seinem schönen Marktplatz und den guten Restaurants ist einen Besuch wert.
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Weiterveröffentlichungen:

myheimat-Stadtmagazin günzburger | Erschienen am 02.09.2009
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3 Kommentare zum Beitrag
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Ute Kohler aus Fürstenfeldbruck am 01.08.2009 um 21:51 Uhr  
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Lars Klingenberg aus Lehrte am 01.08.2009 um 23:21 Uhr  
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Luis Walter aus Krumbach am 02.08.2009 um 00:14 Uhr  
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