Integration durch Gastfreundschaft: Die Initiative "Celebrate the Nations" in Hurlach

Wann? 23.01.2016

Wo? Schloss Hurlach, Schloßgasse 1, 86857 Hurlach DE
Landrat Thomas Eichinger spricht ein Grußwort Fotograf: Albrecht Fietz
 
Hurlacher Schloss, Wettkämpfe im Schlossgarten hier beim Teamski fahren Fotograf: Albrecht Fietz
Hurlach: Schloss Hurlach |

Landrat Eichinger und Bürgermeister Böhm besuchten das Hurlacher Schloss

Das Hurlacher Schloss öffnete auch am Samstag, den 23. Januar 2016, wieder seine Türen für Besucher: Der Event 'Celebrate the Nations' ist eine Veranstaltung, die seit August 2013 jeden Monat in den Räumlichkeiten des Schulungszentrums Schloss Hurlach stattfindet. Veranstalter dieser 'Feier der Nationen' ist das ökumenische Missionswerk Jugend mit einer Mission Hurlach e.V. (JMEM).

Der Einladung, die jeweils nicht nur an Flüchtlinge sondern auch an Sozialarbeiter und ehrenamtliche Helfer gerichtet ist, waren dieses Mal etwa 180 Teilnehmer gefolgt. Auch Thomas Eichinger, der Landrat des Kreises Landsberg am Lech, und Wilhelm Böhm, der Hurlacher Bürgermeister, waren gekommen, um das Konzept der Veranstaltung kennen zu lernen und den Ablauf zu beobachten. In seinem Grußwort hob Bürgermeister Böhm die Kontinuität dieser Veranstaltungsreihe hervor, während Landrat Eichinger die Verbindung von sportlichen Aktivitäten mit menschlichen Begegnungen besonders erwähnte und meinte: "Das ist ein einmaliges Angebot. Davon brauchen wir mehr in unserem Landkreis."

Auch dieses Mal folgte der Ablauf der bereits bewährten Struktur:
Bei 'Celebrate the Nations’ werden die Besucher zunächst im Foyer des Schlosses nach typisch deutscher Tradition mit Kaffee und Kuchen willkommen geheißen.
Danach ist Bewegung und Geschicklichkeit in internationalen Konstellationen angesagt: Bei den so genannten "Olympischen Spielen von Hurlach" absolvieren bunt gemischte Teams verschiedene Wettkampf-Stationen, bei denen es vielfach auf Teamfähigkeit und gegenseitige Rücksichtnahme ankommt. Zu den eher ausgefallenen Disziplinen gehören beispielsweise der Geschicklichkeitslauf mit den "Team-Skiern" und das Schubkarren-Rennen, das Holztürme-Bauen und das Bonbon-Sortieren mithilfe von Trinkhalmen. Aber auch Bierkrug-Stemmen, Nägel-Einschlagen und Torwand-Schießen machen diesen Programmpunkt zu einem spannenden und beliebten Highlight. Schließlich wird dem Siegerteam ein Pokal überreicht.

Das nächste Programm-Element hat das Ziel, ein bestimmtes Land in den Mittelpunkt zu rücken. Dabei wird die Kultur und die aktuelle Situation in dem betreffenden "Focus-Land" beleuchtet. Außerdem bekommen Menschen, die aus diesem Land stammen, die Gelegenheit, auch aus ganz persönlicher Perspektive von ihrer Heimat zu erzählen. Zwei junge Flüchtlinge nutzten die Gelegenheit zum Beatboxen und begeisterten durch ihre Geschicklichkeit in dieser Kunst.
Ein festliches Essen bildet jeweils den Abschluss, da in den meisten Kulturen, aus denen die Asylsuchenden kommen, eine gemeinsame Mahlzeit ein wichtiger Aspekt der Gastfreundschaft ist. Deshalb wird ein Gericht, das für das Focus-Land typisch ist, für alle Gäste serviert. So kann man sich beim gemeinsamen Essen noch weiter unterhalten und einander besser kennen lernen. Dieses Mal hat ein JMEM-Mitarbeiter aus Indien sein Heimatland vorgestellt; dementsprechend hatte er zusammen mit einem Team ein Essen mit den typisch indischen Gewürzen vorbereitet.

"Das Konzept von 'Celebrate the Nations' wurde von 'Love@Work', dem karitativen Arbeitszweig von JMEM Hurlach entwickelt. Wir wollen nämlich Menschen, die in unserer Region leben und aus verschiedenen Nationen mit unterschiedlichen Kulturen kommen, eine Gelegenheit zum Kennenlernen und zum Austausch geben", sagt eine Mitarbeiterin von JMEM. "Besonders den Flüchtlingen, die in Gemeinschaftsunterkünften wohnen, soll unter dem Motto 'Integration durch Gastfreundschaft' eine solche Möglichkeit gegeben werden. Zu diesen monatlichen Events kommen meist zwischen 100 und 150 Besucher."
Das Missionswerk Jugend mit einer Mission ist seit über 40 Jahren in Hurlach ansässig, wo es 1972 das Schloss gekauft und seither als ökumenisches Schulungszentrum ausgebaut hat. Mittlerweile gibt es in aller Welt über 1000 JMEM-Zentren, insgesamt hat JMEM mehr als 18.000 Mitarbeiter. Der karitative Arbeitszweig 'Love@Work' in Hurlach setzt sich seit Jahren für Flüchtlinge und Migranten ein. Sokol Hoxha, der Leiter dieses Dienstes, beschreibt den Ansatz folgendermaßen: "Durch die Internationalität unserer Gemeinschaft fällt es uns leicht, eine Brücke zwischen der deutschen Kultur und der Kultur der unterschiedlichen Herkunftsländer zu bauen. Wir wollen den Flüchtlingen und Migranten mit Respekt begegnen und unterstützen sie sowohl bei ihrer Ankunft als auch bei der Integration in die deutsche Gesellschaft. In all dem ist es unser Herzensanliegen, den Menschen, die vielfach traumatische Erfahrungen gemacht und lebensgefährliche Situationen überstanden haben, Würde und ein Stück Zuhause zu vermitteln.”
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