DRK-Rettungswache Gieselwerder: Seit zehn Jahren schnelle Hilfe bei Notfällen

Rettungswache Gieselwerder mit RTW

Hofgeismar / Gieselwerder. Die Rettungswache Gieselwerder des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Hofgeismar feiert ein kleines Jubiläum: seit zehn Jahren rückt jetzt schon der Rettungswagen (RTW) zu Einsätzen nach Oberweser, Wahlsburg und Reinhardshagen aus.
Am 31.12. 2001 um 19:00 Uhr wurde die Wache erstmals besetzt. Notwendig wurde die neue Rettungswache damals, weil die in Hessen gesetzlich festgeschrieben Hilfsfrist von zehn Minuten in diesem Bereich nicht einzuhalten war. Deshalb wurde die Wache durch den Landkreis ausgeschrieben und der Rettungsdienst des DRK Hofgeismar erhielt am 19.12.2001 den Zuschlag.
Durch die Wache wurde die Versorgung der Bevölkerung in Oberweser, Wahlsburg und Reinhardshagen bei Notfällen deutlich verbessert, da jetzt meistens innerhalb von zehn Minuten der Rettungswagen am Notfallort ist. Unterstützt wird das Rettungsfachpersonal des RTW durch die Notärzte aus Hofgeismar, Hann.-Münden und Uslar sowie von den Rettungshubschraubern aus Kassel und Göttingen. Da die Notärzte relativ lange brauchen, müssen die Rettungsassistenten die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes durch eigenverantwortlich durchgeführte Maßnahmen wie zum Beispiel das Anlegen einer Infusion, aber auch durch die Gabe lebensrettender Medikamente, überbrücken. Deshalb sind in Gieselwerder besonders erfahrene Rettungsfachkräfte im Einsatz.
Der ersten Einsatz war schon gut fünf Stunden nach Indienststellung: auf einer Sylvesterfeier in Vernawahlshausen benötigte ein Partygast fünf Minuten nach dem Jahreswechsel Hilfe. Seiher war der Rettungswagen rund 10000-mal im Einsatz, davon zu ungefähr 6000 Notfalleinsätzen.

Schnelle Reaktion auf Erdrutsch
Am Neujahrstag 2003 wurde die Straße zwischen Gieselwerder und Oedelsheim durch einen Erdrutsch unpassierbar. Um die Notfallversorgung für die Bewohner der Orte rechts der Weser weiter sicherzustellen wurde noch am selben Tag ein zusätzlicher RTW in Oedelsheim für vier Wochen stationiert. Ein Teil des zusätzlich notwendigen Personals wurde durch ehrenamtliche Rettungskräfte des DRK-Kreisverbandes gestellt.
Eine besondere Rolle spielt die Wache in Gieselwerder bei der Ausbildung neuer Rettungsassistenten beim DRK Hofgeismar. Im Bereich Oberweser finden regelmäßig praktische Fallbeispiele für die Auszubildenden statt. Durch die Realitäts- und Praxisnähe der Fallbeispiele wurde auch die Fachpresse auf diese Art der praktischen Ausbildung aufmerksam und berichtete bundesweit.

Weitere Verbesserung der Notfallversorgung im Frühjahr
Eine weitere Verbesserung der Notfallversorgung im Norden des Landkreises wird im Frühjahr durch die Verlegung der benachbarten Rettungswache des DRK in Helmarshausen erfolgen. Die Wache zieht dann vom Gelände des Helmarshäuser Krankenhauses an die Bundesstraße 83, wo in der ersten Januarwoche die Erdgeschossdecke gegossen wurde.
Weitere Informationen zur Wache in Gieselwerder sind unter www.drk-hofgeismar.de zu finden.

Hintergrund
In Hessen gilt für den Rettungsdienst eine gesetzlich verankerte Hilfsfrist von zehn Minuten. Das heißt, dass spätestens zehn Minuten nach Eingang des Notrufes bei der Leitstelle ein Rettungswagen oder Notarzt am Notfallort sein müssen, sofern der an einer befestigten Straße liegt.
Bei der Rettungswache in Gieselwerder laufen im Durchschnitt knapp drei Einsätze am Tag auf, so dass im Jahr rund 1000 Einsätze zusammenkommen. Davon entfallen rund 60% auf Notfalleinsätze. Die Einsätze dauern durch die langen Fahrwege zu den aufnehmenden Krankenhäusern meist über zwei Stunden, aber auch Einsätze mit einer Dauer von mehr als vier Stunden sind keine Seltenheit.
Zurzeit steht schon die dritte RTW-Generation in Gieselwerder. Insgesamt wurden in den zehn Jahren 350000 KM verfahren.
Um die Wache rund um die Uhr zu besetzen sind seit der Indienststellung 176640 Personalstunden angefallen.

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