interessante Architektur, aber nicht zum Them passendes Bild
Lesen zu lernen ist nicht schwer. Hilfestellung bietet ADLER: Wie man zum Zwecke der Belehrung lesen sollte.
Um Schreiben zu lernen gibt es ähnliche lehrreiche Unterstützungen. Das Schreiben fällt mir viel schwerer als Lesen. Das hängt wohl mit der mangelnder Sprachbegabung zusammen.
In allen Bereichen übe ich noch. Deshalb las ich kürzlich (mit Begeisterung):
ORTHEIL, Das Stumme Kind.
SAVAGE, Firmin - ein Rattenleben.
AUSTIN, Reisen im Skriptorium.
Nun bin ich neugierig auf
Alisse WALSER's Debüt-Roman, Am Anfang war die Nacht Musik.
Meine Schreibübungen mache ich hier in myHeimat. Andere findet man unter http://www.hildesheimer-miszellen.de/
oder in meinen Papierkorb.
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Das Bild nenne ich Friedhofkultur...auch Intressant!
Hallo Rolf! Ich bin 1951 in Himmelstür/Hildesheim geboren.Ich verbrachte einteil meiner Kindheit in Hildesheim bei einer Pflegefamilie.Die wohnten in der Katharienenstrasse,nähe Steingrube.Zur Schule ging ich in der ev.Bahnhofsschule(1963-66)Vieles kenne ich noch aus Hildesheim.Unser bester Spielplatz,Abendteuer Pur war die Besteigung des Kirchturm von der Andreaskirche.Da wurde noch daran gebaut und 1965 ist die erst wieder Eingeweiht worden nach der Zerstöhrung 1945.Auch mit einer der ersten Konvermanden war ich.
Ich könnte noch mehr Erzählen,Schreiben.
Schönen Gruß aus dem Clemenshammer/Remscheid
Hans-Joachim (Achim )
Auch ich kletterte einmal in den 1960ern den Andreaskirchturm hinauf. Das war ein mir unvergessliches Erlebnis. Es war während der sog. Wiederaufbauzeit. Als Malergeselle arbeitete ich in einem Neubau in der Schuhstrasse, nahe der Kirche. Ein Lehrling machte darauf aufmerksam, dass der obere Teil des Andreasturms eingerüstet wurde.
Nach den Zerstörungen von 1945 stand jahrelang nur die nackte Stahlkonstruktion auf dem steinernen Unterbau des Turms. Die Gerüstbauer schienen fast fertig zu sein und mein Lehrling schlug vor, das Gerüst hinauf zu klettern. In unserer Handwerkerkluft würde dem wohl kaum jemand widersprechen, zumal wir die Tage zuvor Anstreicher bemerkt hatten, die dort oben pinselten.
Mutig wechselten wir zur Baustelle Andreaskirche hinüber. Anfangs ging es im Turm eine steinerne Wendeltreppe hinauf – so wie heute noch immer – dann weiter auf einer Eisentreppe, dessen Reste an den Wänden im Turminneren teilweise noch zu sehen sind. Auf der obersten Ebene des Steinbaus angekommen, staunten wir über die Größe der Schrauben, mit denen der Stahlaufsatz am Mauerwerk befestigt war. Ich meine mich zu erinnern, Sechskantmuttern von der Größe eines Schubkarrenrades gesehen zu haben.
Wir gingen um die Stahlkonstruktion herum, schauten in alle Richtungen über die Stadt. Direkt am Fuß des Turmes, vor der Gaststätte „Zur Alten Münze“, sahen wir Arbeiter, die die beiden Schalen der goldenen Kugel auf einen Lastwagen hievten. Einer schrie zu uns hoch: „Wir kommen noch mal hoch.“
Wir Maler waren es gewohnt, uns auf Baugerüsten zu bewegen. So ein stabiles und ordentliches, wie das vor dem wir nun standen, hatten wir noch nie gesehen. Es war keins dieser wackeligen Holzstangen- oder Holzleitergerüste, hatte zwar auch lose aufliegende Holzbohlen, bestand aber sonst aus verzinkten Stahlrohren, die mit besonderen Schellen verbunden worden waren. Von einer Bohlenebene zur nächsten gelangten wir über normale Holzleitern. Sie hingen zwischen auf der Turmkonstruktion und dem Baugerüst, so konnten wir bequem von den Gerüstbohlen auf die Leitersprossen umsteigen.
Auf jeder Ebene konnte man rings um den Turm herum gehen, damit hielten wir uns aber nicht auf, wir wollten zügig ganz nach oben, auf die höchste Ebene. Das war nicht nur mühsam und anstrengend, es dauerte auch länger als erwartet. Zumal eine ziemlich gefährliche Stelle zu überwinden war. Dort hing die Leiter nicht innen sondern außen am Gerüst. Die Leiterholme hingen frei in der Luft. Beim Abstieg dürfen wir hier keinen Fehler machen, das war uns klar.
Noch ging es jedoch nach oben. Auch der Umstieg von dieser Leiter auf die oberste Plattform war gefährlich.
Jeden Handgriff überprüfend, bei jeder Bewegung auf sicheren Halt bedacht, brauchten wir für den Aufstieg viel länger als erwartet. Wie langsam wir uns bewegten merkten wir, als zwei von jenen Arbeitern, die wir gerade eben noch unten am Lastwagen gesehen hatten an uns oben empfingen. Wann und an welcher Stelle sie uns überholt hatten wir hatten es gar nicht bemerkt.
Insgesamt schwankte das Gerüst. Das ist nicht ungewöhnlich und verunsicherte uns nicht. Wir hatten längst bemerkt: es war nirgends mit dem Stahlturm fest verbunden, sondern frei um die Turmspitze herumgebaut. Warum das so sei, fragten wir die beiden Gerüstbauer oben an der Turmspitze. Sie nannten uns Schmierfinken, weil sie glaubten, wir wären jene Leute, die die Stahlkontruktion angestrichen hätten. Unsere Farbe wäre noch immer nicht trocken, überall hätten sie sich beim Aufbau des Gerüstes vollgeschmiert. „Das waren wir nicht!“ Unsere weißen sauberen Maleranzüge müssen sie dann von ihrer falschen Beschuldigung überzeugt haben. Sie erklärten uns, die Befestigungen am Stahlturm hätten unnötig die Arbeit der Dachdecker behindert, deshalb sei darauf verzichtet worden. Umfallen könne das Gerüst ja nicht, weil der Turm in der Mitte stände.
Alle vier freuten wir uns über die herrliche Aussicht, über die winzigen Menschen unten auf der Straße, versuchten im Dunst der Ferne den Harz mit seinem Brocken auszumachen.
Es war windstill. Wir rätselten, wo anderenfalls unsere Mützen landen könnten. Einer warf seine leere Zigarettenpackung hinab. Sie segelte hoch über dem dachlosen Kirchenschiff dahin. Die fliegt über die Häuser westlich der Kirche bis auf den Hohen Weg glaubten wir einen Moment. Weit gefehlt, sie kam nicht einmal bis zum Chorraum der Kirche.
Kaum Wind und dennoch schwankte das Gerüst. Nur die Turmspitze, jene Eisenstange, auf der noch vor kurzem die Kugel steckte, ragte als vermeintlich festes und unbewegliches Element durch das von Bohlen ausgesparte Geviert in der Mitte unserer Aussichtsplattform. Doch wie groß war meine Überraschung als ich diese Stange ergriff, um durch das Loch gefahrlos nach unten schauen zu können. Die Stange ließ ohne großen Widerstand fortdrücken und heranziehen, in alle Richtungen, natürlich relativ zur Bohlenlage, auf der wir standen. Einen Augenblick war ich verunsichert, wusste nicht sofort, ob ich die Stahlkonstruktion des Turmes oder das Gerüst samt unserer Aussichtsplattform bewegte.
Noch eine Frage Achim: Erinnerst Du dich an Architekturteile (geschnitzte Balken, Steinreliefs), die bis 1945 als Ausstellungsobjekte des sog. Andreas-Museum im Turm existierten und später ins Roemer-Museum Am Steine transportierte wurden?
Mit freundlichen und weihnachtlichenGrüßen
Rolf
Hallo Rolf...
Ich habe Deinen Beitrag gelesen.Sehr gute Erzählung.An die Architekurteile kan ich mich nicht daran Errinnern.wie wir als Kinder auf den Andreaskirchturm waren.das 1963/4/5.Das war,fast Regelmäßig.Die ersten Treppen war eine Steinerne Wendeltreppe mit ausgetretenen Stufen.Dann war man über den Gewölbe mit der großen Runden Öffnung.Kuckte man dadurch,sah man die Eingangshalle zu Kirchenschiff .Dann sind wir die Eisenen Treppe,die an der Wand befestiegt war und ging in Zigzag nach oben.Beim aufstieg schwangte die auch.Dann war man bei den Glocken.Die innen Wände sind mit Ziegelmauerwerk,außen mit Natursteinen.Dann war da eine kleine Öffnung in der Decke,Eisenträger,Holzbalken mit Holzbohlen.Und schon stand mann in der Turmhaube.Über schmale Eisenleitern gelangte man in die Turmspitze.Durch die Fenstergallerie,in Zweier Reihe über einander ,Verglast konnte man die Schöne Landschaft rund herum Bestaunen.Aber es ging noch weiter in den Turm hoch,bis zur oberen Aussicht, es waren Fensterlose Öfnungen.Die Aussicht noch höher un Toller.Hier oben fiff der Wind einen Richtig an den Ohren.
Was auch toll war,über die gemauerten Gewölben vom Kirchenschiff.Ein Abendteuerspieplatz war garnix dagegen.
Wenn wir von Turmausflug nach Hause gingen, sahen wir aus ,wie die Schweine.Und unsere Eltern wusten gleich wo wir waren.
Aber wir waren zimlich überall.Wurden Häuser ab gerissen,erstmal Kucken.Und was ist dalos.
Holla Achim,
einer meiner Onkel hieß Hans, wohnte in Braunschweig, mein Bruder hieß Hans-Otto. Von einem Eckerhard Schulte habe ich noch nichts gehört.
Schreib mir bitte alles was Du darüber weißt.
Danke für Deine Turmgeschichte. Zu jener Zeit, waren die Gewölbe über dem Kirchenschiff und dem Chor also noch heil. Wenn ich mich recht erinnere, konnten wir vom Turm aus, bis hinunter auf den Fußboden der Kirche sehen. Kein Dach, keine Deckengewölbe.
Viele Grüße, Rolf
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