Sonntagsspaziergang durch die Lahnaue

Wir mögen die Lahnaue genau so wie sie ist !
  Heuchelheim: Deutschland | Neblig und nasskalt ist der Sonntag. Egal, ich muss an die Luft. Ich sehe, wie der Nebel aus den Niederungen der Aue langsam auf die Streuobstwiesen und die Äcker zieht. Es ist relativ windstill, aber der Himmel ist furchtbar drückend grau in grau. Kein bisschen Sonne blitzt durch die Wolkendecke. Die Luft ist so nass, dass auf meinen Haaren ein Schleier aus Nebeltropfen liegt. Unfreundlich aber doch sehe ich Menschen, die genau wie ich die Nähe zur Natur suchen. Menschen, die solch ein Sofawetter nicht schreckt, die den Weg in unsere schöne Lahnaue finden. Menschen, die auf den Wegen bleiben, um die Tiere nicht zu schrecken.
Friedlich weiden die Gänse auf den Streuobstwiesen. Dazwischen ein paar kleine Vögel, die das laute Schnattern der grauen Wasservögel nicht schreckt. Immer wieder starten kleine Teile der Gruppe, um ein bisschen weiter einen neuen Weide- und Ruheplatz zu finden. Beim Landeanflug werden sie bereits von den Vögeln am Boden mit lautem Geschnatter begrüßt. Auf dem Acker sehe ich in der Ferne einen weißen Punkt. Mit meiner Kamera wohle ich mir diesen Punkt mal Näher. Da sind Reiher auf der Jagd. Fast regungslos stehen sie da. Was werden sie wohl an dieser Stelle finden? Es scheint ein gutes Jagdrevier zu sein, denn gleich daneben finde ich noch zwei weiße Vögel, die ebenfalls Jagen. Mein Weg geht weiter, an der renaturierten Bieber entlang. Auf dem Wasser schwimmt eine Ente. Sie steckt immer wieder ihr Köpfchen in das Wasser, um an Futter zu kommen. Ich werde ihr kein Brot zu werfen, weil ich diese Tiere mag. Wasservögel fressen zwar Brot, wenn sie es bekommen, bekommen tut es ihnen aber nicht. Am Bach, nur einen Augenblick später fliegen 2 Eisvögel an mir vorbei. Sie waren zu schnell, als das ich ein Foto erhaschen konnte. Schade, ihr Gefieder war an diesem grauen Tag, das einzige das wirklich glänzte. Mein Weg führt mich weiter in die Aue. Deutlich erkennt man den aufsteigenden Nebel. Auf der nächsten Wiese erblicke ich zwei Graureiher. Einer der beiden hat mich auch entdeckt. Er hält Wache. Kommt der Zweibeiner Näher oder bleibt er auf dem Weg? So könnte der Vogel wohl gedacht haben. Natürlich bleibe ich im Abstand. Schön die beiden Vögel, dachte ich, als der Silberreiher im Anflug war. Reger Flugverkehr in der Aue.In der Ferne sitzt ein Rabe auf einem Dach und macht sich lautstark bemerkbar. Er hat den Greifvogel in einem Baum neben der Feldscheune entdeckt. Aufgebracht und laut krächzend stürzt er auf den armen Nichtsahnenenden Greif los. Was soll ich sagen, der Greif war weg und der Rabe triumphierte auf seinem Dach.
Auch wenn das Wetter nicht gerade toll war, schon wegen der vielen Tiere hat sich der Spaziergang gelohnt. Wie lange werden die Tiere in dieser Aue noch das Hauptbild sein? Das Schild ,, Willkommen im Lahnpark,, erinnert mich daran, was hier geplant wird.Ballon Lande- und Startplatz, noch mehr Zeltplätze, Aussichtstürme und noch mehr Wege, die diese Landschaft durchpflügen. Werden bei diesem Trubel noch so viele Vögel hier Rast machen??
Können wir dann noch die Reiher bei der Jagd beobachten??
Der Gedanke daran macht mich traurig! So traurig, wie der Himmel heute war.
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 25.01.2016 | 06:43  
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