Morgenspaziergang durch die Lahnaue

Sonntagsbild 08.05.2016
 
Frühkonzert
Heuchelheim: Deutschland | Sonntagfrüh, noch schläft alles. Nur der Nebel steigt langsam aus der Aue über die Straße. Er kriecht am Wald nach oben. Das Morgenlicht taucht alles in Pastellfarben. Noch ist es kühl am frühen Sonntagmorgen im Mai. Die Luft ist so schön sauber. Kaum ein Auto ist unterwegs. Die ersten Vögel beginnen mit ihrem Morgenkonzert. Die Kaninchen hüpfen lustig um die Wette. Die ersten Babys schauen sich ihre neue Welt an. Der Wächter ist sehr aufmerksam und trommelt, als er mich entdeckt. Alle kleinen Kaninchen sind schlagartig in der Hecke verschwunden. Unter den Dornen der Brombeere versteckt befindet sich ein Eingang zum Kaninchenbau. Mein Weg geht weiter Richtung Kieswerk. Die Morgensonne blinzelt durch das frische Grün der Bäume. Die alte Kastanie steht in Blüte und der Gesang der Vögel ist einfach wunderschön. In mir macht sich eine richtig gute Stimmung breit. Die frische Luft und die ersten Sonnenstrahlen in meinem Gesicht tun mir gut. Mein Freund Fuchs ist wieder am Kieswerk. Wie immer darf ich ihn beobachten. Sobald die Kamera auch nur aufgenommen wird, ist er weg. Er ist Fotoscheu! Am Kieswerk werden die ersten Frösche wach. Die ersten Spaziergänger kommen einem entgegen. Die Enten und Gänse putzen ihr Gefieder. Ich gehe weiter den Weg in Richtung Streuobstwiesen. Hier blühen die Apfelbäume. Es ist eine tolle Blüte diese Obstbaumblüte in diesem Jahr. Dicht an dicht sitzen die rot-weißen Blüten an den Ästen. Auf den Ästen sitzen Wachholderdrossel und Amsel. Sie sind laut und fliegen aufgeregt vom Baum in die Wiese und wieder zurück. Die Wiese in der Aue ist jetzt auch schon bunt. Gelb, Blau und Weiß sind die Farben der Wildwiesenblumen. Der Frühlingswind wiegt die langen Grashalme hin und her. So wie die Wellen am Meer. Mein Weg geht weiter zur Mündung der Biber. Das Wasser des Baches ist klar und kleine Fische sind zu sehen. Ich setze mich auf einen der dicken Steine, die als Trittsteine in den Bach gelegt wurden. Das Wasser des kleinen Baches umspült die Steine. Die Morgensonne bringt das Wasser zum Glitzern. Am Rand stehen Büsche und Sträucher. Das junge Grün der Blätter umspielt das glitzernde Wasser auf seinem Weg in die Lahn. Es ist so friedlich hier. Ich schließe meine Augen und lausche in die Natur. Das Plätschern des Wassers und der Gesang der Vögel berühren mich. Tief sauge ich diese Stimmung in mich. Lebensfreude, Friede und Glück finden einen Weg in mein sein. Herrlich ist dieser Morgen. Ich öffne meine Augen und schaue direkt auf eine kleine Meise, die an den jungen Trieben eines Baumes nascht. Wir schauen uns eine Weile an, bis ich weitergehe. Unter der Brücke durch weiter an die Lahn. Hier gibt Herr Stieglitz sein Konzert. Wunderbar kann dieser kleine Vogel singen. Die Farben seiner Federn leuchten in der Sonne. Am Ufer der Lahn steht ein großer Graureiher. Er wartet auf Beute, während Familie Nilgans und Ente mit der Gefiederpflege beschäftigt sind. Man kennt sich und stört sich nicht. In einem hohen Baum sitzt ein Kormoran. Er hat seine Flügel ausgebreitet und sonnt sich. Er schaut aus, als hätte er sich zum Trocknen aufgestellt. Ob er schon gefrühstückt hat?
Ich schlendere weiter. Mein Blick geht zu den Blumen am Wegesrand. Überall blüht es und die ersten Bienen fliegen auch schon. Langsam wird es warm und ich komme an der Fischtreppe an. Die Lahn ist nicht so friedlich wie die kleine Bieberbach. Hier ist es nicht nur ein Plätschern des Wassers, sondern eher ein Rauschen, das man hören kann, wenn die Lahn die Steine umspült. Ich verweile etwas, bis ich weiter gehe zum See. Über den Wiesen flattern die Schmetterlinge und der Duft der blühenden Hecke liegt in der Luft. Was ein schöner Maimorgen. In meinem Gesicht regt sich ein zufriedenes Grinsen. Unterwegs kommen einem jetzt die ersten Badegäste entgegen. Die Liegewiese ist für die Gäste vorbereitet.
Ich setzte mich etwas auf die Bank an der anderen Ecke des Sees. Auch hier ist das Wasser klar. Deutlich kann man die Steine, alte Äste und Pflanzen am Grund des Sees sehen. Schwalben fangen sich ihr Frühstück im Flug. Ich lasse noch ein bisschen die Sonne an mein Gesicht. Meine Füße strecke ich in das Wasser. Puh, mir wäre es noch zu kalt zum Baden. Langsam kommt der Badebetrieb in Gang und für mich wird es Zeit nach Hause zu gehen. Ich nehme die friedliche, lebensfrohe Stimmung des Morgens mit in meinen Tag, in meine neue Woche. Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche.
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2 Kommentare
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Roland Horn aus Dessau | 09.05.2016 | 09:10  
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Barbara Steffens aus Ebsdorfergrund | 09.05.2016 | 18:15  
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