Gefleckter Wollschweber - kleiner Brummer mit langem Rüssel

Heuchelheim: Deutschland | Bei meinem letzten Spaziergang in der Lahnaue bewunderte ich die duftenden Veilchen am Wegesrand. Sogleich bekam ich Gesellschaft. Ein kleiner Brummer, mit 2 gefleckten Flügeln, wollig ausschauender Körper und einem langen Rüssel. Eine Biene? Eine Hummel? Kann das Tierchen mich eventuell stechen? Ich war zu neugierig, um vorsichtig zu sein. Dieses Tier flog in Perfektion die Blüten an. Wie ein Kolibri schwebte es über den Blüten, um mit seinem Rüssel den Nektar zu saugen. Obwohl der Körper eher plump ist, kann dieses Tier sehr schnell fliegen, die Richtung wechseln, um abrupt über einer Blüte in der Luft zu stoppen. Es ist keine Biene und keine Hummel. Gefährlich ist der gefleckte Wollschweber für uns Menschen nicht. Aber für die Bienen, Hummeln und Grabwespen, die in der Erde wohnen, wird der Zweiflügler zum Kindsmörder. Der Wollschweber ist ein Parasit. Als erwachsenes Tier lebt er vegetarisch. Die besonders tollen Blüten werden verteidigt. Nach der Paarung beginnt sofort die Eiablage. Die Weibchen nehmen ein Sandbad. Dabei nimmt es mit seinem Hinterleibsende feinen Sand auf. Seine Eier heften am Sand, den es im Rüttelflug abwirft. Die Eier landen meist nahe an den Eingängen der Wildbienenwohnung. Die Fliegenlarven kriechen sofort in die Brutzelle der Biene. Dort angekommen machen sie sich erst über den Bienenproviant her. Dann häuten sie sich zu Maden. Als Made saugen sie sich an der Wirtslarve fest und saugen sie langsam aus. Den Winter überleben sie als Puppe im Erdversteck der Wirtstiere. Im Frühling graben sie sich aus den Erdverstecken und schlüpfen. Jetzt sind sie wieder die harmlosen Vegetarier, die durch ihre Flugkunst faszinieren. Von März bis Juni kann man den Wollschweber beobachten. Nach ihrer kurzen Lebenszeit als Flieger stirbt das Tier. Noch kommt der Wollschweber häufig vor. Er lebt in Nordafrika, Europa, Asien und Nordamerika. Da er aber vom Bestand der Wirtstiere abhängig ist, wird es für ihn langsam schwieriger. Wildbienen brauchen Wildkräuter und Blumen, um zu überleben. Der Einsatz von Pflanzenschutzmittel- was soll ich darüber noch schreiben. Wildkräuter werden weniger! Pestizide vergiften die Tiere. Dabei gehören die Wollschweber bei vielen Vogelarten und Fröschen auf die Speisekarte. Einen Link zu einem Video hab ich auch für euch. Schaut euch den Flieger mal an.
9
Diesen Mitgliedern gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
57.279
Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 05.04.2016 | 19:30  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.