Fahrt nach Magdeburg, der Lieblingspfalz Kaiser Otto des Großen
Der Bürgerverein Hemmingen war der Einladung eines Besuches ihres ehemaligen, langjährigen Vorsitzenden, Dr. Joachim Wilkens, in seine Wahlheimat Magdeburg, der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt gern gefolgt. Dr. Wilkens hatte sich einen Tag Zeit genommen, uns mit großem Engagement und einem breiten Geschichtshintergrund die Entstehung und Entwicklung der über tausendjährigen Geschichte zu vermitteln. Unsere Informationsreise begann am Domplatz, wo Richard von Weizsäcker 1992 auch die Straße der Romanik eröffnete und wo sich die geschichtliche Bedeutung Magdeburgs in beeindruckender Weise widerspiegelt. Kaiser Otto I (genannt der Große) machte Magdeburg zu seiner Lieblingspfalz und schenkte sie seiner Ehefrau Editha, einer englischen Königstocher, als Morgengabe zur Hochzeit und gründete im 10. Jh. das Bistum Magdeburg. Er ließ dort die Kaiserpfalz und den Dom bauen. Der Kaiserpalast ist untergegangen, aber die Archäologen sind bemüht, mehr zu erfahren über den "versunkenen" Kaiserpalast. Der Dom ist der älteste gotische Sakralbau auf deutschem Boden. Kein anderer deutscher Dom empfängt die Besucher in solcher freien Weite und Höhe seiner lichtdurchfluteten Schiffe. Vieles aus der Innenausstattung ging im Laufe der Jahrhunderte verloren oder wurde zerstört. Doch Kunstwerke, wie die Heilige Kapelle mit dem Herrscherpaar Otto I. und Editha, die Klugen und Törichten Jungfrauen, die Wundertätige Madonna, die Grablege des Herrscherpaares und aus dem 20. Jh. das berühmte Mahnmal des Krieges von Ernst Barlach konnten wir bewundern. Magdeburg hat sowohl im 30-jährigen Krieg und zuletzt durch die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg große Zerstörungen erfahren. Immer wieder wurden große Wiederaufbauarbeiten vorgenommen und besonders nach der Wende erfolgten am Domplatz umfangreiche Umgestaltungen, die Barocken Gebäude der Ost- und Nordseite wurden saniert, der heutige Sitz des Landtages und des Justizministerium. An der Nordwestecke, dem Standort der ehemaligen Nicolaikirche steht seit 2005 mitten im Zentrum die Grüne Zitadelle das letzte Bauwerk von Friedenreich Hundertwasser. Voller Individualität und Kreativität mit leuchtenden goldenen Kugeln auf den Türmen ist die Zitadelle ein Anziehungspunkt Magdeburgs. In den Innenhöfen erfreuten wir uns an den leuchten Farben der Säulen und Brunnen und dem geschäftigen Treiben.
Während der einstündigen Elbdampferfahrt konnten sich unsere müden Füße bei Sonnenschein erholen und wir genossen die Schönheiten Magdeburgs von der Wasserseite.
Der Abschluss unserer erlebnisreichen Reise galt dem Besuch des Schiffshebewerks Rothensee. Die gigantische Hebewerks- und Schleusenkonstruktion gab uns Einblick in die Binnenschifffahrt von Mittellandkanal und Elbe.
Nach diesem erlebnisreichen Tag war die einhellige Meinung, es lohnt sich, Magdeburg nochmals einen Besuch zu machen, vielleicht schon zu der im August neuen Ausstellung Otto Imperator, Kaisertum im ersten Jahrtausend.
Hannelore Hapke



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