Feuerwehr übt den speziellen Einsatz der Steckleiter

Leiterhebel: Langsam wird die Steckleiter mit der Trage durch das Nachlassen der Seile abgesenkt.
 
Lennart Fieguth ist mit dem Rettungsbund gesichert.
Bei ihrem letzten Dienst übten die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Harkenbleck die besonderen Anwendungsmöglichkeiten der vierteiligen Steckleiter.
Die vierteilige Steckleiter, die auf dem Dach des 23 Jahre alten Löschgruppenfahrzeugs liegt, wird primär zur Überwindung von Höhen und Tiefen eingesetzt. Dazu werden die Leiterteile zusammengesteckt und anschließend z.B. an einem Haus aufgerichtet. So kann der Feuerwehrmann oder die Feuerwehrfrau in die oberen Stockwerke bzw. auf Dächer gelangen oder Personen in Gefahrenzonen können heruntersteigen.

In der Regel erfolgen die meisten Rettungen über die Drehleiter, dort kann bei nicht gehfähigen Personen auch eine Trage am Rettungskorb befestigt werden. Ein solches Drehleiterfahrzeug, ausgerüstet mit einer speziellen Trage, ist bei der Ortsfeuerwehr Arnum stationiert. Die Vorteile der Drehleiter gegenüber allen anderen tragbaren Leitern wie z.B. der Steckleiter sind Tragfähigkeit und Rettungshöhe. Während die Steckleiter eine Rettungshöhe von ca. 7 m erreicht, ist bei der Drehleiter eine Höhe von 23 m bei 12 m Ausladung möglich.

Jedoch ist nicht immer eine Rettung über die Drehleiter möglich, denn auch sie erreicht manche Orte nicht, z.B. weil die Aufstellflächen zu weit weg, zu gering oder die Gebäude zu verwinkelt sind.
Für solche Fälle müssen andere Lösungen her. Die vierteilige Steckleiter wird von den Einsatzkräften getragen, und kann daher auch an den verwinkelten Stellen eingesetzt werden.
Doch wie sollen Personen gerettet werden, wenn Sie nicht mehr gehen können, z.B. wenn sie bewusstlos sind oder Knochenbrüche erlitten haben? Und die Drehleiter mit der am Korb befestigten Trage kann die Einsatzstelle nicht erreichen?

Für einen solchen Fall können Verletzte mit dem sogenannten Leiterhebel gerettet werden.
Dazu sind lediglich die Steckleiter, die Klapptrage aus dem Löschgruppenfahrzeug und einige Feuerwehrleinen notwendig. Durch das Absenken der Leiter mit der befestigen Trage mit Hilfe von Feuerwehrleinen kann die verletzte Person gerettet werden. Dafür ist viel Gefühl nötig, denn ein falscher Griff und die Trage mit der Person würde zu Boden stürzen. Bei dem Übungsdienst wurde aus Sicherheitsgründen eine Puppe verwendet.
Absolute Konzentration sowie die Kommunikation und das Vertrauen der Kameradinnen und Kameraden untereinander sind in solchen Einsatzsituationen von besonderer Bedeutung.

Bereits zuvor wurde das große Vertrauen der Ehrenamtlichen untereinander deutlich, denn der erste Teil des Übungsdienstes bestand aus der Rettung eines Verletzten aus einem Schacht. Ein Feuerwehrmann wurde dazu von seinen Kameraden in den Schacht abgeseilt und wieder hochgezogen, um eine Rettung zu simulieren.
Mithilfe eines Leiterbocks, bestehend aus zwei Steckleiterteilen und einem neuen Verbindungsteil sowie einer Rolle, konnte das Rettungsseil gut geführt werden. Bisher musste ein Leiterbock mit einem Hydranten und Feuerwehrleinen gesichert werden. Das neue Verbindungsteil wird einfach aufgesteckt, erhöht die Sicherheit und bringt einen Zeitgewinn.

Bei dem Übungsdienst wurde trotzdem deutlich, dass beide durchgeführten Maßnahmen mit der Steckleiter absolute Notlösungen sind. Denn der Einsatz anderer feuerwehrtechnischen Hilfsmittel wie z.B. der Drehleiter sind viel sicherer, sowohl für die Verletzten als auch für die Feuerwehrkräfte.
Sollte aber aus unterschiedlichen Gründen eine Rettung über die Drehleiter oder anderen Hilfsmitteln nicht möglich sein, bietet die vierteilige Steckleiter weitere Rettungsmöglichkeiten.

Lennart Fieguth
Pressesprecher
Freiwillige Feuerwehr Hemmingen – Ortsfeuerwehr Harkenbleck
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