Stromtrassen Infoveranstaltung in Altdorf ohne TenneT

Jetzt erst recht - Der Saal war auch ohne TenneT sehr gut gefüllt
 
Matthias Grobleben führte gekonnt durch den Abend
Die Bürgerinitiativen Altdorf/Burgthann, Hormersdorf bei Schnaittach, Leinburg und Postbauer-Heng wollten am 19. Februar 2016 auf Grund der veränderten Situation eine Informationsveranstaltung organisieren und konnten hierfür ursprünglich den zuständigen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Tennet gewinnen. Für die Süd-Ost-Trasse ist nicht mehr Amprion der verantwortliche ÜNB, sondern TenneT, da sich der Endpunkt der HGÜ verändert hat und die Gleichstromleitung nicht mehr nach Meitingen, sondern nach Isar verlaufen soll.
Wenige Tage vor dem Termin hat TenneT ihr Beisein bei der Info-Veranstaltung mit fadenscheinigen Begründungen abgesagt. „Jetzt erst recht“ dachten sich nicht nur die Organisatoren, und so fanden sich trotz dieser Absage mehr als 200 Interessierte im Sportpark in Altdorf ein, um sich die neuesten Informationen zu der Gleichstromtrasse, aber auch zu den, unsere Region betreffenden, bestehenden Wechselstromleitungen, die von 220KV auf 380kV hochgerüstet werden sollen, geben zu lassen.
Matthias Grobleben begrüßte die Anwesenden, umriss das in den letzten beiden Jahren Geschehene rund um die Gleichstromtrasse und führte gekonnt durch diese informative Veranstaltung.
Im Anschluss beschäftigte sich Hubert Galozy mit der Absage von TenneT und legte dar, dass es nicht das erste Mal war, dass TenneT so reagierte. Er kritisierte weiterhin, dass TenneT die im Vorfeld dieser Info-Veranstaltung eingereichten Fragen der BI Leinburg nur unzureichend beantwortet hatte. Anschließend zeigte er die wahrscheinlichen Beweggründe auf, warum TenneT, aber auch die Investoren, so ein großes Interesse an dem Bau der HGÜs zeigen. Mit einer garantierten Rendite von 9,05 Prozent auf Eigenkapital vor Steuer ist es in diesen Zeiten eine großartige, sichere Geldanlage. Zur Auflockerung seines Beitrages hatte H. Galozy ein „TenneT“ Schild gemalt, das er zwischenzeitlich in die Höhe hob und somit manch Pfeifen und Buhen seiner Zuhörerschaft anregte.
Nach knapp einer Stunde erläuterte Dr. Jürgen Rupprecht die Neuerungen im Netzentwicklungsplan (NEP) 2025. Er benannte die wahrscheinliche neue Führung der HGÜ Süd-Ost, die ursprünglich von Bad Lauchstädt nach Meitingen führen sollte und die jetzt von Wolmirstedt nach Isar festgeschrieben wurde. Weiterhin legte er dar, dass die Gleichstromtrassen, aber auch die Aufrüstung bestehender Trassen auf 380kV Bestandteil eines europäischen Energiekonzeptes sei. Unter dem Namen PCI (Project of Common Interest) sind 20 deutsche Stromprojekte für die europäische Energieunion aufgeführt, u.a. der SüdLink und die Süd-Ost-Trasse. Anschließend zeigte er auf, in welchem Ausmaß es unsere Region betrifft und dass die Aufrüstung bestehender Leitungen von 220kV auf 380kV nur als „BackUp“ für die Gleichstromtrassen dient. Diese bestehenden 220kV Leitungen führen bereits heute teilweise über Dörfer und Städte und die Aufrüstung auf 380kV mindert sicherlich nicht die gesundheitliche Belastung der Anwohner. In seiner Präsentation zeigte J. Rupprecht auch auf, welche Masten verwendet werden sollen, sowie weitere Daten und Fakten, wie Masthöhe, Bodenabstand der Leiterseile usw.
Im anschließenden Filmbeitrag des öffentlichen Fachgespräches des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit zum Thema Energieleitungsbau konnte der Leiter des Bundesamtes für Strahlenschutz, Hr. König, eine Belastung durch die Gleichstromtrassen nicht ausschließen, da Erfahrungswerte fehlen.
In der darauf folgenden Fragerunde wurden verschiedene Fragen, Kritiken und Anregungen der Bürger angebracht, die nach bestem Wissen beantwortet wurden. Hrn. Himmler, 1. Bürgermeister von Berg, blieb es letztlich überlassen, auf die Verantwortung der Politik in den Kommunen, dem Land und auch im Bund zu verweisen.
Nach den Abschlussworten vom Moderator M. Grobleben endete die sehr informative Veranstaltung kurz nach 21 Uhr.
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