Das letzte Pflügen

Wer wankt dort gebückt an dem Stabe
Hinter dem Pflug in sein Feld hinein?
Ein Bauer nicht fern mehr vom Grabe
Die Züge sind hart wie Stein.

Noch einmal nimmt nun der Alte
Den Pflug in die schwielige Hand.
Er spricht dabei leise : Gott waltet
Und senkt dann den Pflug in das Land.

Nun macht er langsam die Runde,
Einmal,--ja zweimal jetzt schon,--
Die Zügel fall`n aus der Hand ihm zur Stunde,
Rasch eilet herbei nun sein Sohn.

Ein Todesengel still, leise entschwebet
Wohl übe das gepflügte Land
Der Sohn bis ins Mark hinein bebet
Als er den alten Vater so fand.

Starr krampft noch die schwielige Rechte
Den Griff an dem blanken Pflug
Als ob er pflügen noch möchte,--
Halt! sprach der Tod,`s ist genug!

Komm! sprach er: Zum Pflügen und Säen
Ist deine Zeit hier nun aus!
Jetzt wirst du heimwärts gehen
Ins große und ewige Vaterhaus.
F.Nawrotzki
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Franz X. Köhler aus Gersthofen am 03.01.2013 um 20:58 Uhr  
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