Realitätssinn statt Emotionen

Harald Wegener, 1. Vorsitzender des BürgerForums Hann. Münden.
zur Salzeinleitung

Selbst bei sofortiger Stilllegung der Kaliproduktion würden salzhaltige Abwässer noch für Jahrzehnte zu entsorgen sein. Denn diese kommen nicht nur aus der laufenden Produktion sondern auch als Rücklauf aus den in den Untergrund verpressten Abwässern und aus den oberirdischen Halden.
„Jetzt reicht´s“, die Veranstaltung in Gieselwerder von NDR 1 (gesendet am 23.01.2014 um 19:00 Uhr) mit den Anrainern war von Beginn an mit starken Emotionen belastet.
Die Bürger Gieselwerders sind verständlicherweise aufgebracht, weil sie jetzt von zwei Seiten um ihre weitgehend intakte Umwelt befürchten müssen. Die Pläne der hessischen Landesregierung Windräder im Reinhardswald aufzustellen treffen nun zusammen mit der Planung eines großen Salzwasserrückhaltebeckens und der Pipeline.
Die lange Geschichte der Salzwassereinleitung begann im zweiten Weltkrieg als die Nazionalsozialisten diese wegen der Kriegswirtschaft genehmigten.
In der Nachkriegszeit haben alle hessischen Landesregierungen daran nichts Wesentliches geändert. Jetzt zwingt die Wasserrichtlinie der EU zum Handeln.
Eine Reduktion der Salzeinleitung ist technisch sicher möglich, eine völlige Vermeidung dagegen leider nicht. Neben der Verbesserung der Technik ist die Ableitung der Abwässer in das Meer – nicht in das Wattenmeer, wie immer behauptet wird und wie es ja derzeit über die Weser geschieht – die sicherste und umweltfreundlichste Problemlösung.
Die jetzt geplante Leitung an die Oberweser kann nur als Anfang einer Leitung bis in die offene See begründet werden. Ein Pufferspeicher allerdings sollte dort entstehen, wo die Abwässer anfallen, d. h. im Bereich der Deponien.
Um alle Möglichkeiten auszuschöpfen müssen unabhängig erstellte, wissenschaftliche Erkenntnisse herangezogen werden. Erst dann kann ein runder Tisch ohne Ecken und Kanten die Arbeit aufnehmen. Es gibt keinen anderen Weg für zielführende Gespräche, so Wegener.
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