Gefährliche Polizeieinsätze auf dem niederländischen Pavillon: Mitten in der Sitzung gab es deshalb einen Dringlichkeitsantrag

Zwei ehemalige Bezirksbürgermeisterinnen: Inge Meier und Christine Ranke Heck (v.L.). Nach der Anfang 2014 verstorbenen Inge Meier wird jetzt eine Straße im Stadtteil Seelhorst benannt.
 
Der Niederländische Pavillon: Einst Wahrzeichen der Expo; jetzt eine gefährliche Ruine.
Hannover: Döhren | Da hatte die SPD-Fraktion den richtigen Nerv getroffen. In der jüngsten Sitzung des Bezirksrates Döhren-Wülfel am vergangenen Donnerstag im Freizeitheim Döhren (9. Juni) fragten die Sozialdemokraten nach der Absicherung des „Niederländischen Pavillons“. Das einstige Wahrzeichen der Expo 2000 verfällt mehr und mehr, immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen, wenn Unbefugte das Gebäude betreten.

„Die Mitwirkung des Eigentümers ist unzulänglich“, lautete die wenig befriedigende Antwort der Stadt. Deshalb wolle die Verwaltung jetzt andere Maßnahmen verfügen.“ Konkrete Angaben zu diesen anderen Maßnahmen vermochte aber Bezirksratsbetreuerin Gundula Müller nicht zu nennen. Der ganze Umfang der Malaise wurde dann deutlich, als der Döhrener Kontaktbereichsbeamter Polizeioberkommissar Klaus-Dieter Theune das Wort ergriff und drastisch die Situation vor Ort schilderte. Die ungebetenen Besucher der Bauruine riskieren nicht nur die eigene Gesundheit und ihr Leben. Auch für die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr wird es sehr gefährlich, wenn sie Personen von dem Turm wieder herunterholen müssen. Spontan regte Anja Schollmeyer, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, einen interfraktionellen Dringlichkeitsantrag zum Thema an. Einstimmig folgte der ganze Bezirksrat diesem Vorschlag und nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung wurde die Stadt von den Politikern aufgefordert, unverzüglich Maßnahmen beim Grundstückseigentümer durchzusetzen, die ein unbefugtes Betreten zukünftig erfolgreich verhindern.

Die örtlichen Bürgervertreter brauchten mal wieder ein langes Durchhaltevermögen. Von 17 Uhr an bis kurz vor halb Elf in der Nacht tagten sie im Saal des Freizeitheimes. Viele Anfragen und Anträge standen auf der Tagesordnung. Schließlich war es die letzte Zusammenkunft der Ortspolitiker vor der Sommerpause. Auch einige Verwaltungsvorlagen galt es abzuarbeiten; alle Vorschläge aus dem Bauamt wurden durchgewunken.

Grünes Licht gab es unter anderem für den Plan, auf dem Expo-Gelände zwei Wohnhäuser für Studenten zu errichten. Stadtplaner Dr. Hans-Heiner Schlesier versprach auf Nachfrage aus der SPD-Fraktion, sich bei der Region für eine Verlängerung der Stadtbahnlinie 6 einzusetzen. Daneben stimmte der Bezirksrat einer baulichen Neuordnung des Lidl-Marktes neben dem Annastift (Siedlung Seelhorst) und der vorbereitenden weiteren Bauleitplanung für den Kronsberg zu.

Neue Straße: Die geplanten Einfamilienhäuser auf der ehemaligen Gärtnerei an der Peiner Straße sollen am Inge-Meier-Hof entstehen. Die vorgesehene neue Erschließungsstraße für das zukünftige Siedlungsgebiet wird damit nach der Anfang 2014 verstorbenen SPD-Bezirksratspolitikerin und früheren Bezirksbürgermeisterin benannt. Inge Meier war ab November 1986 zunächst stellvertretende Vorsitzende der sozialdemokratischen Bezirksratsfraktion; nach dem plötzlichen Tod von Oskar Schrader wurde sie im Frühjahr 1988 als erste Frau an die Spitze des Bezirksrates gewählt. Auch die nächste Straße im Stadtbezirk wird nach einer Frau benannt werden. Dann soll die bekannte Fotografin Hildegard Wegener geehrt werden.

Der Vorschlag der SPD, die leerstehende und ungenutzte „neue“ Kapelle auf dem Seelhorster Friedhof in ein Kolumbarium zu verwandeln, stieß zwar in den Reihen der Bezirksratsvertreter durchaus auf Zuspruch. Beschlossen wurde der Antrag auf Umnutzung des Gebäudes in einem Raum zur Aufbewahrung von Urnen dann allerdings noch nicht. Gabriele Jakob von der CDU-Fraktion meldete Beratungsbedarf an und zog den Antrag in die Fraktion. Was eigentlich genau die Christdemokraten noch beraten wollten, wurde nicht so recht deutlich. Der Antrag wird jedenfalls jetzt erst im September zur Abstimmung stehen.

Die Box-Sparte des FC Schwalbe würde gerne im Saal des Freizeitheims Döhren Box-Veranstaltungen durchführen. Die SPD fragte deshalb nach, wie der Wunsch des Sportvereines unterstützt werden könnte. Doch die Verwaltung will die Schwalbe-Boxer nicht im Freizeitheim haben und reagierte ablehnend. Es seien keine Duschen vorhanden und für den Saal müsste dann ja auch ein neuer Bestuhlungsplan entwickelt werden. Der mobile Boxring könne ebenfalls nicht im Freizeitheim gelagert werden. Man habe keinen Platz mehr und ein kleiner Außencontainer dafür auf dem in der Regel nie vollständig gefüllten Parkplatz komme ebenfalls nicht in Frage; schließlich könnte es dort ja auch mal Außenveranstaltungen geben.

Frühestes 2022 können die Döhrener und Waldhausener mit dem Baubeginn für die S-Bahn-Station an der Hildesheimer Straße rechnen. Das teilte die Stadt auf eine Anfrage von Linken-Vertreter Manfred Milkereit mit.

Einige Vereine erhielten wieder einen Zuschuss des Bezirksrates für ihre ehrenamtliche Arbeit. So bekommt der Judoclub Sakura 1000 Euro Beihilfe für die Anschaffung von Mattentransporteinheiten. Der Judoclub bietet an verschiedenen Schulen im Stadtbezirk im Rahmen der Nachmittagsbetreuung Trainingsmöglichkeiten für die Kinder an. Dazu müssen in den Sporthallen aber jeweils die Judomatten auf- und wieder abgebaut werden. Die Transporteinheiten sollen diese Arbeiten erleichtern.
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1 Kommentar
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 11.06.2016 | 03:35  
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