Geschichtliches aus Döhren-Wülfel: Von der Wassermühle blieb nur ein Straßenname

Nur Gemälde blieben von der Döhrener Mühle. Repro: Schade
Hannover: Döhren | „Döhrener Mühle“ - Heute ist es nur noch ein Straßenname im Baugebiet der ehemaligen Döhrener Wolle. Doch Jahrhunderte lang prägte hier ein eine ganz besondere Anlage“ das Bild der Leine:die alte Wassermühle mit ihren verschiedenen Mahlgängen.

Die Döhrener begangen schon früh, sich die Wasserkraft der Leine dienstbar zu machen. Bereits 1402 wird die Mühle erstmals erwähnt, als Graf Otto V. von Hallermund sie einem gewissen Bertold von Ilten zu Lehen gibt. Das Eigentum an dem wirtschaftlich wichtigen Betrieb fiel dann später zusammen mit dem gesamten hallermundschen Besitz an den Landesherrn. Aber 1652 verkaufte Herzog Christian Ludwig sie wieder an den hannoverschen Unternehmer Johann Duve.

Es muss damals ein umfangreicher Betrieb gewesen sein, den Duve erwarb. Im Kaufvertrag sind neben dem Mühlenhof eine Mahlmühle, eine Flutmühle, eine Sägemühle, eine Ölmühle und eine Kupfermühle aufgeführt. Die Döhrener Wassermühle bestand also aus mehreren einzelnen Mahlwerken. Das technische Wunderwerk blieb trotz der menschlichen Ingenieurkunst aber von der Natur abhängig. So notierte der Döhrener Pastor Mauritius Feseke in der Zeit von 1667 bis 1673 im Kirchenbuch mehrmals, daß die Leine Hochwasser führte und die Mühle ihren Betrieb einstellen mußte.

Johann Duve erneuerte 1667 das Grundwerk der Mühle; die zur Erinnerung angebrachte Gedenktafel liegt im Original im Magazin des Historischen Museums.. Im Museumskeller dämmert auch ein zweiter Überrest der Mühle vor sich hin: ein Wappenstein mit dem hannoverschen Kleeblatt vom ehemaligen Mühlengebäude. Eine Nachbildung der Tafel hängt heute beim neuen Leinewehr.

Nach Duves Konkurs und Tod hat die Mühle verschiedene Besitzer gehabt bis sie schließlich 1697 in die Hände der Stadt Hannover gelangte. Der Rat von Hannover läßt 1722 die Anlage erneuern; 1751 wird zusätzlich geplant, den Antrieb umzustellen. Die Bauzeichnungen und Entwürfe dieses Projektes sind noch heute im hannoverschen Archiv einzusehen.

Damit sind aber schon alle Überbleibsel der Mühle genannt. Die Müllerfamilie Fiedeler verkaufte die Mühle 1872 an die Döhrener Wolle. Bis 1911 sollen dort noch die Wasserräder geklappert haben. Dann wurde die Anlage stillgelegt. Und auch das alte denkmalgeschützte Duvewehr gibt es nicht mehr. Die Stadt Hannover als Eigentümerin zögerte die dringend notwendige Instandsetzung so lange hin, bis es nicht mehr zu retten und durch das heutige Wehr ersetzt wurde. Lediglich ein paar alte Steine wurden am der Leineinsel neben dem Wehr wieder aufgestellt. Die Verantwortlichen für dieses Versäumnis wurden übrigens nie belangt.
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2 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 07.07.2015 | 16:06  
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Dieter Goldmann aus Seelze | 08.07.2015 | 10:36  
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