Geschichtliches aus Döhren-Wülfel: Im Lauf der Jahrhunderte rüttelte der Krieg oft an den Mauern von St. Petri

Die St. Petri-Kirche war das Zentrum des Kleinen Freien.
Hannover: Döhren | Vor fast 70 Jahren entstand Döhrens St. Petri-Kirche aus den Ruinen neu. Sechs Jahre vorher hatten Bomben das Gotteshaus zerstört. Es war nicht das erste Mal, daß der Krieg grausam an den Mauern von St.Petri rüttelte. Denn Döhrens Kirche hat eine lange Geschichte. Zusammen mit ihrem denkmalgeschützten Pfarrhaus von 1896 und der ehemaligen Bürgerschule 35, der jetzigen Glocksee-Schule, weist die Kirche noch heute auf das ehemalige Dorfzentrum hin.

Schriftlich wurde die dem Heiligen Petrus geweihte Kirche erstmals im Jahr 1320 als „Kerklen to Dorende“ in Urkunden erwähnt. Über das Aussehen dieser Kirche ist nichts bekannt. Rätselhaft wie das Gotteshaus selbst ist auch die Bauzeit. Wann zum ersten Mal hier eine Kirche entstand, ist bislang ungeklärt.

Bauarbeiter rückten aber jedenfalls 1445 an. Damals wurde das Kirchenschiff umgebaut und erweitert. Von der Kirche des 15. Jahrhunderts dürfte ein Stein mit der Jahreszahl 1495 die Zeiten überdauert haben. Er ist heute auf der Turmrückseite eingemauert.

1490 brachte die Hildesheimer Stiftsfehde Unheil: Döhrens Kirche wurde zerstört. Doch die Bauern aus dem Kleinen Freien (das waren die Dörfer Döhren, Wülfel und Laatzen) bauten ihr Gotteshaus wieder auf. 1569 bekam der aus Bruchsteinen gemauerte Turm außerdem ein neues Fundament und ein neues Dach. Die Schrecken des Krieges kamen noch nicht einmal ein halbes Jahrhundert später zurück. Der dreißigjährige Krieg ging auch an Döhren nicht vorbei. Die Kirche wurde damals ebenfalls beschädigt.

Im Lauf der Jahrhunderte wuchs die Gemeinde und die Kirche wurde zu klein. 1710 erweiterten die Döhrener ihr Gotteshaus auf 572 Sitzplätze, von 1892 bis 1913 entstanden weitere 325 Plätze. Da man schon einmal die Maurerkelle schwang, wurde der Kirchturm 1913 gleich um einige Meter erhöht.

Bomben bereiteten der historischen Kirche im Oktober 1943 das Ende. Nur der uralte Turm trotzte den Fliegerangriffen. Dank großzügiger Spenden vor allem aus den USA entstand dann 1949 die St.Petri-Kirche in ihrer heutigen Form.- als sogenannte „Notkirche“. Von der Dorfkirche des 18. Jahrhunderts blieb wieder nur ein Stein erhalten. Mit einer Inschrift versehen erinnert er heute - eingemauert an der Ostseite - an den Wiederaufbau von St. Petri.
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 18.04.2016 | 07:51  
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Katja Woidtke aus Langenhagen | 18.04.2016 | 16:41  
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Werner Szramka aus Lehrte | 18.04.2016 | 18:56  
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