Geschichtliches aus Döhren-Wülfel: Der alte Pfarrer wurde als untauglich abgesetzt

Serie "Geschichtliches aus Döhren-Wülfel": Diesmal geht es um die Reformation.
Hannover: Döhren | Die Leute aus Döhren und Wülfel waren schon in vergangenen Tagen dem Rest von Hannover voraus. So hielt die Reformation drei Jahre früher Einzug in das „Kleine Freie“ als in der Stadt Hannover selbst. Das Ganze hatte natürlich seinen landespolitischen Hintergrund. 1512 gelangte das „Kleine Freie“ unter die Herrschaft der lüneburgischen Linie der Welfen. Herzog Ernst der Bekenner (gest. 1546) stellte sich aber auf die Seite Luthers. 1527 folgte dann der Lantagsbeschluss von Scharnebeck, in dem es hieß: „Das Evangelium soll überall ... klar und ohne menschlichen Zusatz gelehret werden.“ Zwei Jahre lang konnte sich dann noch der katholische Pfarrer Johannes Holthusen in Döhren halten. 1529 wurde er schließlich aber doch wegen „Untauglichkeit“ abgesetzt.

Nachfolger und damit erster evangelischer Pastor von Döhren und Wülfel (das Dorf gehörte zur Döhrener Gemeinde) wurde der Pfarrer Heinrich Palster. Er sollte zum Unterhalt seines entlassenen Amtsvorgängers beitragen. Sechs Jahre lang standen danach Pfarrer Holthusen die Einkünfte einer Wiese in der Aegidienmasch und zusätzlich zwei Gulden zu. Doch Palster störte offenbar diese Abgabe-pflicht. Nach 1535 stellte er die Zahlung von Alimenten ein. Holthusen wendete sich an den - katholischen - Herzog Erich den Älteren von Calenberg-Grubenhagen. Dieser setzte sich zwar bei seinem Vetter, dem Döhrener Landesherrn, für „seinen lieben, andächtigen Kaplan“ ein, konnte damit aber auch nichts erreichen. Herzog Erich mußte selbst für den arbeitslosen Geistlichen sorgen. 1536 wird Holthusen jedenfalls dann als Pfarrer an der hannoverschen Aegidienkirche genannt.
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2 Kommentare
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 16.07.2015 | 16:49  
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Basti S. aus Aystetten | 16.07.2015 | 19:54  
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