Damals in Döhren: Als Kunst in den Alltag gebracht wurde

Im Gespräch über die Kunst: v.l. Bezirksbügermeister Leopold Merkelbach, Maler Heiner Malkowsky und Rcehtsanwalt Utz Schulze-Ketzmar.
Hannover: Döhren | Im März des Jahres 1986 wurde es in einer Döhrener Anwaltskanzlei langsam eng. Bei jedem schrillen Klingeln der Türglocke strömten neue Besucher herein, und das, obwohl längst Feierabend herrschte. Schließlich drängelten sich rund 60 Gäste in den Büros, darunter der damalige Bezirksbürgermeister Leopold Merkelbach, der bekannte Döhrener Maler und Bildhauer W.P. Eberhard Eggers und SPD-Fraktionschef Oskar Schrader. Nicht der Wunsch nach juristischem Rat, sondern die Bilder des Malers Heiner Malkowsky lenkten ihre Wege in das Eckhaus am Beginn der Fiedelerstraße.

Seit weit über 30 Jahren gehe ich mit der Kamera auf Pirsch und begleite das Geschehen im heutigen Stadtbezirk Döhren-Wülfel fotografisch. Einige der Aufnahmen von damals scanne ich jetzt nach und nach ein, um sie ins digitale Zeitalter herüber zu retten. Unter der Überschrift "Damals in Döhren" bzw. "Damals in ..." möchte ich den myheimat-Usern kleine Einblicke in mein Fotoarchiv geben. Vielleicht erinnert sich ja der eine oder andere noch an die damaligen Ereignisse oder erkennt sich auf einem der alten Fotos sogar wieder. Diesmal geht es um eine Bilderausstellung von Heiner Malkowsky.

Eigentlich blende ich Ausstellungen und Vernissagen aus, wenn ich über „Damals in Döhren“ berichte. Denn wen interessiert heute noch eine kurzlebige Bilderschau vor über 30 Jahren? Diese Malereiausstellung war aber seinerzeit schon deshalb etwas Besonderes, weil sie in einer Anwaltskanzlei stattfand. In den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde das Werbeverbot für Rechtsanwälte noch etwas enger gesehen als heute. Mit einer Bilderausstellung in den Büroräumen wagten sich die damaligen Anwälte Utz Schulze-Ketzmar und Brigitte Köhler deshalb auch auf standesrechtlich etwas unsicheres Terrain. Und prompt kam eine Beschwerde von einem ein paar Haustüren weitere residierenden Rechtsanwalt, der in dieser Aktion eine Umgehung des Werbeverbotes witterte.

Insgesamt 47 Werke – mal abstrakt, mal gegenständlich – hatte der 1920 in Rosenberg (Oberschlesien) geborene Malkowsky herausgesucht. Malkowsky zählt zu der Gruppe jener Künstler, die die Kunst der 50er und 50er Jahre prägten. Er sah sich selbst als modernen Maler, der aber immer „aus dem überreichen Schatz der antiken und klassischen Vorbilder“ schöpfte. 17 Jahre lang lebte der Maler seinerzeit schon in Döhren. Bezirksbürgermeister Leopold Merkelbach freute sich, dass mit dieser Ausstellung in einem Büro „die Kunst in den Alltag gebracht wurde.“
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