Volkstrauertag: Vereine gedachten wieder den Toten der Kriege

Volkstrauertag: Gednekstunde auf dem Seelhorster Friedhof.
Hannover: Mittelfeld |

Gemeinsames Gedenken der Döhrener AGDV und der Vereine aus Wülfel-Mittelfeld zum Volkstrauertag: Es regnete in Strömen als sich der Ehrenzug mit Fahnen und Kränzen am heutigen Sonntagmorgen (16. November) zu den Ehrenmalen auf dem Seelhorster Friedhof bewegte. Der erste Kranz wurde traditionsgemäß am Niederländischen Ehrenfeld niedergelegt, der zweite an der hohen Stele ein Stück weiter, die als Mahnmal an die Opfer der beiden letzten Weltkriege erinnert.

Während zwei Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr Wülfel mit brennenden Fackeln neben dem Mahnmal Aufstellung nahmen, erinnerte Bezirksbürgermeisterin Christine Ranke-Heck in ihrer Rede an den Beginn des ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. Ranke Heck: „Zum Symbol für diese dramatische Entwicklung wurde das belgische Dorf Langemarck. Am 10. November 1914 waren bis hier hin 2000 deutsche Soldaten vorgedrungen. Viele waren gerade erst 15 Jahre alt, nicht ausgebildet, aber voller Euphorie. In Langemarck wurden sie alle Opfer der neu entwickelten französischen Maschinengewehre. Kaiser Wilhelm der II soll bei einem Besuch der Westfront gesagt haben: „Das habe ich nicht gewollt!“. Die Bezirksbürgermeisterin erinnerte aber auch daran, dass die jüdischen Gemeinden in Deutschland sich voller Patriotismus hinter der kaiserlichen Politik stellten, um ihr Vaterland zu unterstützen. „Hier in Hannover mobilisierten nicht nur die Christen ihre Mitglieder, auch die Jüdischen Gemeinden mobilisierten, sie stellten sogar ihre Sozialeinrichtungen dem Militär zur Verfügung und spendeten erhebliche Geldbeträge. Aus Hannover zogen 761 jüdische Männer in den Krieg, die von ihren Gemeinden aufgerufen wurden „über das Maß der Pflicht hinaus die Kräfte dem Vaterlande zu widmen“, sagte die Bezirksbürgermeisterin. Nur 21 Jahre später brach schon der 2. Weltkrieg aus. „Er richtete sich nicht mehr nur gegen Feinde von außen, sondern es begann eine bisher nie gekannte organisierte Hetzjagd auf Teile der eigenen Bevölkerung, erzählte Christine Ranke-Heck, „eine Hetzjagd auf Juden, auf jüdische Männer, die als deutsche Patrioten in den 1. Weltkrieg gezogen waren, die sich als Teil des deutschen Volkes verstanden und sich dafür einsetzten, sie wurden systematisch ausgerottet.“

Die Bezirksbürgermeisterin erinnerte in ihrer Rede aber auch an die friedliche Revolution in der DDR und den Fall der Berliner Mauer vor 25 Jahren. „Dieses Datum zeigt, wie Konflikte friedlich gelöst werden können. Es zeigt, dass Besonnenheit auf Seiten der Bürger und besonders Besonnenheit der politisch Verantwortlichen, zu einem besseren Ergebnis führen als Druck, Gewalt und Krieg.“ JS
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