Sport mit Courage – gegen Rechtsextremismus

Veranstaltungslogo (Foto: © LSB NRW, Foto: A. Bowinkelmann)
 
Begrüßung und Verabschiedung durch Ulf Meldau (1. stellv. Vorsitzendem RSB Hannover) und Wolf Dietmar Kohlstedt (Vizepräsident SSB Hannover)

Stadt- und Regionssportbund Hannover ziehen in Veranstaltung klar Position gegen rechtsextreme Tendenzen im Sport.

Fast zeitgleich mit der Information, dass das Verbot der Hooligan-Demonstration gegen Salafisten vom Verwaltungsgericht Hannover unter Auflagen aufgehoben sei, fand im Haus der Region Hannover die gegen Rechtsextremismus im Sport gerichtete Veranstaltung von Regions- und Stadtsportbund Hannover statt.

Organisationen des rechtsextremen Spektrums versuchen seit geraumer Zeit mit unterschiedlichen Strategien, die Attraktivität des Sports für ihre Zwecke zu nutzen und zu missbrauchen. Der organisierte Sport sieht sich daher verpflichtet klar Position gegen entsprechende Tendenzen zu beziehen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Das vom Landessportbund Niedersachsen entwickelte und vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport sowie der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung geförderte Informations-, Aufklärungs- und damit Präventionsprojekt „Sport mit Courage – gegen Rechtsextremismus“ soll die Akteure der Sportorganisation nachhaltig in die Lage versetzen, Einflussnahmen durch Rechtsextremisten zu erkennen und Entwicklungen mit rassistischem, fremdenfeindlichem oder antisemitischen Hintergrund vor Ort einzuschätzen.

So stellte Gerd Bücker, Mitarbeiter im Landespräventionsrat, Arbeitsbereich „Prävention gegen Rechtsextremismus“, und Leiter der Arbeitsgruppe „Sport mit Courage“ der Deutschen Sportjugend anschaulich die aktuelle Situation rechtsextremer Strömungen in Niedersachsen vor. Rund 1.700 Personen seien in Niedersachsen als der Szene zugehörig identifiziert. Stärkste rechtsextreme Strukturen seien laut Bücker vor allem in der Lüneburger Heide zu finden. Als beispielhaft hob er die Aktionen von Organisationen hervor, die sich eindeutig gegen Rechtsextremismus richteten und auch der Prävention dienten.

„Der Rechtsextreme lässt sich gesellschaftlich heute nicht mehr nach einem klaren Raster indentifizieren“, führte Frank Ziemann von Verfassungsschutzabteilung im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport aus. „Äußere Merkmale und Habitus dienten lediglich als Indiz, erst Gespräche und genaue Analyse von Inhalten – auch im Internet und in der Musik - gäben eventuell Aufschluss über die Gesinnung.“ Seit 2003 sei zudem ein Wandel im Rechtsextremismus hin zu einem neuen Lifestyle erkennbar.

Die von Madlen Preuß von der Uni Bielefeld vorgestellte Studie zur gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit belegt nicht das öffentlich propagierte Bild des typischen Vertreters von Diskriminierung und Ausgrenzung, der eher männlich, arbeitslos und gewaltbereit daher kommt. So seien Frauen in ihrer Ideologie der Ungleichwertigkeit mit den Männern grundsätzlich gleich auf, Ältere über 49 Jahre neigten eher zu Diskriminierung als Jüngere und je höher der Bildungsstand desto geringer die Ausprägung von Ausgrenzung bestimmter Gruppen. Interessant sei laut Preuß auch, dass die Selbsteinschätzung der Befragten von den Ergebnissen der Studie stark abweicht und diese sich grundsätzlich als tolerant sähen.

Das Resümee des Abends für Sportvereine lautet wachsam sein, erste Anzeichen von rechtsextremem Gedankengut erkennen, ohne Vorverurteilung zu treffen und eine klare demokratische Haltung nach außen tragen.

Weitere Infos zur Veranstaltung unter: http://rsbhannover.de/Sport mit Courage

Unterstützung bei Fragen zum Thema bietet der Landessportbund Niedersachsen,
Abteilung Grundsatzfragen,
Patrick Neumann
Tel.: 0511 1268 107
pneumann@lsb-niedersachsen.de
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