Das Image von Hannover in den Medien
In den vergangenen Monaten stand Hannover im besonderen Maße im Blickpunkt öffentlicher Betrachtung: Die tiefe Trauer über Robert Enkes Freitod, Bestürzung über Margot Käßmanns Fehltritt und dann große Freude über Lenas ersten Platz beim Eurovision Song Contest. Diese Ereignisse veranlassten die Medien, auch über den Lebensmittelpunkt der drei Personen – nämlich Hannover – zu berichten. Grund genug für 30 angehende Medienmanager des Instituts für Journalistik und Kommunikationsforschung (IJK) in Hannover die jüngere aber auch weiter zurückliegende Berichterstattung über ihre Stadt mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. In einem gemeinsamen Projekt mit dem Medienanalyse-Institut aserto (wo ich beschäftigt bin) untersuchten sie über 200 Artikel, die in fünf überregionalen Tageszeitungen in den Jahren 2000 bis 2010 das Medienimage Hannovers geprägt haben.
aserto hatte bereits 2005 das Medienimage Hannovers untersucht, um Imagefacetten zu identifizieren, die Hannover prägen. Fünf Jahre später wollten die Medienmanager des IJK wissen, wie sich dieses Image im Lauf der Zeit gewandelt hat.
Hannover - Liebe auf den zweiten Blick
Insgesamt wird Hannover in knapp einem Drittel aller Beiträge positiv dargestellt, während in 23 Prozent der Beiträge unterm Strich ein eher negatives Bild von Hannover gezeichnet wird. Häufig wird ein „Negativ-Mythos“ in der Berichterstattung beschrieben, in dem der Stadt eine geringe Attraktivität unterstellt wird. Dieses Muster wird aber in der Berichterstattung oft mit dem Image „Liebe auf den zweiten Blick“ aufgehoben, das in 27 Prozent der Beiträge Hannover in einem positiven Licht erscheinen lässt. Darüber hinaus sind auch die Facetten „Kulturstadt“ und „zentraler Wirtschaftsstandort“ überwiegend positive Images und konstant in der Berichterstattung vertreten. Die negative Facette der Landeshauptstadt, nämlich Hannover als „Negativ-Mythos“ oder auch Hannover als die „EXPO-Stadt“, verschwinden jedoch nie ganz aus der Berichterstattung. Dieses Ergebnis geht einher mit den Erkenntnissen der aserto-Studie aus dem Jahr 2005.
Wenn die niedersächsische Landeshauptstadt als Kulturstadt beschrieben wird, wird dabei auf die bildende Kunst, Ausflugsziele, die Attraktivität des Kulturangebots sowie Schauspiel und Oper, Feste und Veranstaltungen eingegangen. Hannover als Sportschauplatz (12 %), Talentschmiede (8 %), politisches Zentrum (7 %) und Wissenschaftsstandort (2 %) spielen eine eher untergeordnete Rolle.
Positive Darstellung der Stadtprominenz
Die Artikel wurden auch dahingehend untersucht, inwiefern sie Akteure der Stadt Hannover erwähnen. Insgesamt ist zwar nur wenig über Stadtprominenz berichtet worden, die genannten sind jedoch bedeutsam für die Niedersachsenmetropole. Es handelt sich hierbei überwiegend um männliche Persönlichkeiten wie Gerhard Schröder (33 %), Herbert Schmalstieg (18 %) und Prinz Ernst August (12 %). Seit 2010 spielt jedoch eine weibliche Solo-Künstlerin eine bedeutende Rolle: Lena Meyer-Landrut (in 11 % der Berichterstattung). Überraschend ist, dass im Zusammenhang mit Hannover über Margot Käßmann nur wenig berichtet wird (4 %). Insgesamt betrachtet, wird über die Akteure eher positiv berichtet, insbesondere im Jahr 2010 als Lena Meyer-Landrut in der Öffentlichkeit in Erscheinung tritt.
Und was meint ihr?
Die Studie zeigt, wie die überregionalen Medien über Hannover und seine Persönlichkeiten in den letzten zehn Jahren berichtet haben. Und was meint ihr? Wie nehmt ihr die Außendarstellung und das Image der Stadt wahr? Was gefällt euch, was muss aus eurer Sicht noch verbessert werden?



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