Was wird denn das? - wenn es fertig ist?

So sieht der Ring von der Oberseite aus- Das Tuch verhüllt die vom herstelle schon eingeschlagene daumenbreite Lücke, von der aus die Figur deutlichst erkannt werden könnte.

Gestern bei einem recht fröhlichen Fest in Eldagsen konnte ich mit einer recht alten Idee einige Menschen verwirren und verblüffen.
Die Idee damals war eine andere. In ihrer Armut suchten die Bergbauern des Böhmerwaldes und des Erzgebirges nach einem Broterwerb für die kargen Wintermonate. Und so kamen sie auf die Idee für die reichen Städter Kinderspielzeug herzustellen, unter anderem aus Holz. Wer das jemals selber getan hat, der weiß auch, wie viel Zeit in so einem Stück steckt. Zeit die gleichzeitig Arbeitskraft bedeutet, - Zeit, die gleichzeitig wieder Kraftreserven verbraucht. Ebenso gleichzeitig saß an der einzigen halbwegs warmen Stube vier fünf oder gar noch mehr Kinder die auch Hunger hatten. Der Erlös aus einem einzelne Stück Spielzeug war zu gering und selbst wenn man eine ganze Kiste erzeugen konnte, zusammen mit allen, die zur Familie gehörten, der Kraftaufwand war größer als der ihnen zugebilligte Kaufpreis. (wie kann ein Mensch heute ruhigen Gewissens 1-Euro-Artikel kaufen?).
Also entwickelten sich erste Stufen der Massenproduktion.
Aus Holzscheiben wurden Ringe geschnitten und man drechselte figürliche Gegenstände aus den Ringen heraus. Diesen derart bearbeiteten Ringen war das Endergebnis noch gar nicht wirklich anzusehen. Erst nachdem mit einem scharfen Messer und einem Hammer wie aus einem Salzwedeler Baumkuchen eine erste Scheibe herausgeschnitten worden ist, offenbart sich das fast fertige Kunstwerk: ein Haus, eine Frauenfigur, ein Tannenbaum,...
Auf diese Weise konnten aus einem Ring durchaus 60 Menschenfiguren geschlagen werden. Jetzt musste die Familie nur noch nachschleifen, anmalen und ggf. andere Verfeinerungsarbeiten vornehmen. - Reich wurde aber trotzdem keiner an dieser Arbeit.
Und als das Fest für Eldagsen im März seine ersten Konturen annahm, erinnerte ich mich an meinen ersten Besuch in Seiffen, und dort an die Beobachtung im Freilichtmuseum, wie aus einem schlichten Ringen mehr und mehr Späne heraus flog und immer noch nicht erkennbar war, was der Meister dort herstellen wollte. - dann der Schlag auf das Messer, noch einer und - neee, kann nicht sein!
In Seiffen kann solch ein Ring gekauft (auch bestellt) werden. Ich habe einen anfertigen und zusenden lassen, und gestern den Gästen des Festes gezeigt...

Was könnte aus diesem Ring Stück für Stück immer wieder neu herausgeschnitten werden?

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5 Kommentare zum Beitrag
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Reinhold Krause aus Springe am 08.09.2008 um 15:14 Uhr  
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Christel Pruessner aus Springe am 08.09.2008 um 15:20 Uhr  
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Reinhold Krause aus Springe am 08.09.2008 um 15:38 Uhr  
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Christel Pruessner aus Springe am 08.09.2008 um 16:05 Uhr  
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Walter Krienke aus Springe am 09.09.2008 um 23:48 Uhr  
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