Piratentreffen auf dem Opernplatz

Die DRUM-Piraten aus Kirchdorf / Bülten und umzu legten sich mächtig ins Zeug beim 28. Entdeckertag der Region auf dem Opernplatz der Landeshauptstadt (13.09.2015) (Foto: Ulrich Voß)
 
Mit der "Pommesgabel" rockten die DRUM-Piraten auf dem Opernplatz (13.09.2015) (Foto: Ulrich Voß)
Hannover: Opernplatz | In grauer Vorzeit waren Piraten der Nordmeere düstere Gesellen, die Angst und Schrecken verbreiteten. Glücklicherweise hat sich das bis zum heutigen Tage in unseren Breiten geändert, denn „echte“ Piraten sind nunmehr bunt gekleidet, haben stets ein Lächeln auf den Lippen und den Schalk im Nacken. Sie kapern auch nicht mehr die Handelsschiffe der Hanse, sondern versuchen, Herzen für sich zu gewinnen und Publikum vielerorts mit maritimen Geschichten musikalisch zu unterhalten. Davon konnten sich nun auch einmal mehr die Hannoveraner anlässlich des 28. Entdeckertages der Region Hannover überzeugen, bei dem die 3-10jährigen DRUM-Piraten erstmalig mit einer bunten Mannschaft gleich zweier „Schiffe“ aus Kirchdorf und Bülten auftraten – ein Piratentreffen der besonderen Art in Hannovers City.

Stimmung gespannter Erwartung machte sich rund um die Aktionsbühne der Region Hannover kurz von Auftrittsbeginn breit, denn „kleine Seeräuber auf Trommelkurs“ trafen aufeinander, die zuvor noch nie zusammen „auf Kaperfahrt“ gegangen waren. Für diese Fahrt hatten sich die beiden „Kapitäne“ Carsten Voß und Brigitte Schreiber etwas Besonderes ausgedacht. Zu den DRUM-Piraten aus Kirchdorf, die bereits 2012 gegründet worden waren, gesellten sich nun einige kleine Fahrensleute aus Bülten, die seit dem letzten Jahr im Zeichen des „Knochenkopps“ regional Bühnen bereisen. „Was läge denn näher, als Piraten aus dem westlich gelegenen Kirchdorf und dem östlichen Bülten in der Mitte, in Hannover, zusammenzuführen. Das wird bestimmt spannend und ein großer Spaß für alle“, so erläuterte Carsten Voß den Plan im Vorfeld. Mit dieser Vermutung sollte er Recht behalten, denn die bunte Truppe zog vom ersten Ton an am gleichen Strang und ließ schnell vergessen, dass hier eigentlich zwei Gruppen am Werk waren.
Wellenrauschen und knarrende Planken eröffneten in gewohnter Weise den Auftritt der DRUM-Piraten, die sich zugleich mit einem kräftigen „Trommelfeuer“ alle Mühe gaben, die „Geigen“, die in Orchesterstärke vom Himmel herabhingen, zu vertreiben – mit vereinten Kräften ein Kinderspiel. Dann verbreiteten die Trommelpiraten sommerliches Urlaubsfeeling mit ihrer Flamenco-Version des Santiano-Hits Salz auf unserer Haut, bevor sie das Publikum in die Tiefen des Meeres entführten. Hier stand eine Party im „gelben U-Boot“, dem Beatles-Klassiker „Yellow Submarine“, auf dem Programm, der sich die Hannoveranrinnen und Hannoveraner gerne anschlossen und stimmgewaltig die kleinen Seeräuber unterstützten.
Und die Party ging weiter. Diesmal an Deck des Piratenschiffes, wie „Käpt’n“ Voß anmoderierte, denn so sei es bei den Piraten seit jeher Usus. Also schnallte er sich seine „Plückfiedel“ (Ukulele) um und die DRUM-Piraten besangen das Fest an Bord (Dance Tonight). Dass sogar die Kleinsten Liedgut auf plattdeutsch zum Besten geben können, bewiesen sie mit der „Geschichte vom Ableben der Kuh des Pastoren“ – Herrn Pastor sien Kau, bevor sie im Reggae-Stil erzählten, was ein Tüdelband ist.
Danach erinnerten die kleinen Freibeuter doch einmal an die rauhen Sitten des 14. Jahrhunderts, sangen und trommelten von dem „unfairen“ Kampf der Hanse gegen den „größten Piraten der Nordmeere“, Klaus Störtebeker, und dessen Ergreifung, sowie seiner „Likedeeler“ in der Elbmündung vor den Toren Hamburgs. Verzweifelt rief er der Sage nach seine Mannschaft An Deck (Get Back). Zum Abschluss ließ es die bunte Truppe noch einmal richtig rocken und packte die „Pommesgabel“ aus, den weltweiten Rockergruß, und sangen dazu Piraten!, ihre eigene, kindgerechte Version des Jan-Delay-Hits „St. Pauli“.

Das hannoversche Publikum wollte die DRUM-Piraten jedoch nicht so schnell wieder an Land lassen und ließ einige Wellen rund um die Freiluftmanege des Kinder- und Jugendcircus Bunttropfen schwappen, begleitet vom tosenden Applaus. Als Zugabe gab es dann einen kleinen Abstecher in die Irische See, an dessen Klippen der Piratentanz (Sailor's Hornpipe) im Riverdance-Stil die Trommelfelle zum Beben brachte. Daraufhin verabschiedeten sich die DRUM-Piraten aus Kirchdorf / Bülten und umzu mit einem Song, der das Ende eines langen Tages auf See und die Rückkehr in den Heimathafen beschreibt. Ein langer Tag (A Hard Day’s Night) ging nun nach der 45minütigen Kaperfahrt für die kleinen Freibeuter jedoch noch lange nicht zu Ende, denn schließlich gab es an den Ständen und Bühnen in der Landeshauptstadt noch eine Menge zu entdecken …

Um Spannendes zu erleben, mussten die kleinen Entdecker gar nicht in die Ferne schweifen, denn sofort ging es mit gekonnten Darbietungen der Artisten und Clowns des Kinder- und Jugendcircus Bunttropfen an gleicher Stelle weiter.
Spektakulär waren auch die nachfolgenden Acts mit den Hip-Hop- und Streetdancern des Jugendzentrums Roderbruch. Folkroristische Tänze aus vielen Teilen der Welt zeigten auf der Aktionsfläche die Tanzgruppe Hellas, die Kindertanzgruppe des Tanzstudios Kolchi, sowie die Gruppe Maasaala.

Ein interessantes Programm mit zahlreichen Informationsständen der Region und abwechslungsreichen Darbietungen auf den Bühnen wartete in der gesamten City auf die Besucher. Stargäste waren in diesem Jahr die 79-jährige Saxophonlegende Klaus Doldinger & Passport, die trotz strömenden Regens auf dem prallgefüllten Kröpcke ein mitreißendes Konzert lieferten, sowie die letztjährigen ESC-Teilnehmer Elaiza und Lina Larissa Strahl.

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Die kleine „Kaperfahrt-Tour“ der DRUM-Piraten geht weiter:

DRUM-Piraten Kirchdorf

19. September, Erntetag Eckerde
14:15 – 14:45 Uhr & 15:10 – 15:40 Uhr
Gutshof Eckerde

in Planung:
Dezember, Weihnachsmarkt Barsinghausen

weitere Infos: www.drumpiraten-kirchdorf.de

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DRUM-Piraten Bülten

28. November, Adventsmarkt Bülten
Bürgerzentrum Bülten

weitere Infos: www.drumpiraten.de

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