Die Elbe km 473-566/ Zyklus von R.F. Myller

Hannover: Ateliers Goebenstr. 4 |

Die Bilder zu dem genannten Zyklus habe ich dieses Jahr zum ersten Mal ausgestellt. Nach Vereinbarung können Sie die Bilder demnächst wieder in meinem Atelier sehen. Den Text hierzu habe ich im Jahr 2005 geschrieben.

Zwischen den Flusskilometern 473 und 566 war die Elbe während der deutschen Teilung Grenzfluss zwischen den beiden deutschen Staaten. Ich war im Herbst 2005 im Naturpark Elbufer Drawehn und habe versucht die Spuren, die die deutsche Teilung hinterlassen hat aufzuspüren.

Ich fuhr mit einer vorgefertigten Idee ins Wendland. Ich wollte mir von beiden Seiten des Elbufers Erden sammeln, um daraus Farben herzustellen. Mit diesen wollte ich darstellen, dass zwar eine Grenze vorhanden war, diese heute aber mit der Elbe nur noch als natürliche Barriere vorhanden ist. Die Bewohner zu beiden Seiten sind gleich wie die Erde.

Als ich dann nach Dömitz auf die Ostseite der Elbe fuhr, war ich sehr überrascht. Die Lebensumstände zwischen den Bewohnern in den alten Bundesländern (West) und den in den neuen Bundesländern (Ost) sind hier in diesem Randgebiet scheinbar auch 15 Jahre nach der Wiedervereinigung sehr unterschiedlich. In Dömitz und Umgebung hat man den Eindruck, hier ist ein vergessenes Stück Deutschland, ein verlassenes Stück Deutschland.

Ich sammelte viel Material, schoss über 150 Photos, zeichnete ein ganzes Skizzenheft voll, sammelte viel Erde. Mein ursprüngliches Konzept geriet immer mehr ins Hintertreffen. Nach vielen Überlegungen, Skizzen und Probearbeiten entstand im heimischen Atelier der eingereichte Zyklus.

In meinem Zyklus (12 Arbeiten zu jeweils 10 x 10 cm) habe ich Photos, die ich in Dömitz und in der Dorfrepublik Rüterberg geschossen habe, verarbeitet. Ich habe mich auf die Ostseite der Elbe beschränkt, weil gerade hier es die Menschen waren, die abgegrenzt waren und auch noch bis heute sind. Diese Photos sind auf kleine Leinwände montiert und teilweise überarbeitet worden. Es wurden verschiedene Techniken gewählt, um verschiedene Herangehensweisen an die Vergangenheit zu symbolisieren: Vergilben, Verdunkeln, Ausbleichen, Verdecken, Zudecken, aber auch genaues, direktes Hinschauen oder die künstlerische Umdeutung, ein Zeichen setzen.

Dabei habe ich Acrylfarben verwendet, die ich aus selbstgegrabener Erde am Elbufer hergestellt habe. In meinem Atelier habe ich sie getrocknet, gemahlen, gesiebt und zu Pigment verarbeitet.


Webseite des Künstler R.F. Myller
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