Artisten und kleine Piraten trotzten mutig Wind und Wetter

(Foto: Ulrich Voß)
 
(Foto: Ulrich Voß)
Hannover: Opernplatz | Der Wettergott meinte es in diesem Jahr nicht gut mit den Veranstaltern des 29. Entdeckertages der Region Hannover. Viele Aktionen im Umland der Landeshauptstadt fielen durch das ungemütliche Schauerwetter im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Auch die Zentralveranstaltung in Hannovers City blieb davon nicht verschont. Dennoch machten sowohl Aussteller, als auch Künstler das Beste aus der Situation und versuchten eine bunte Vielfalt dem tristen Grau des Tages entgegenzusetzen.

Geradezu prädestiniert für diese Aufgabe schien, allein schon des Namens wegen, der Kinder- und Jugendcircus Bunttropfen zu sein, die ihre farbenfrohe Manege auf dem Opernplatz aufgebaut hatten. Zu bestaunen gab es hier für Klein und Groß Kostproben aus dem neuen Programm, das am 30. Oktober in der Waldorfschule am Maschsee Premiere feiert. Leider wurden die Nachwuchsartisten bereits nach der ersten Vorstellung in ihrer Open-Air-Arena ausgebremst und mussten weitere Auftritte kürzen, da z.B. eine Vorführung an den durchnässten Vertikaltüchern in 3 Metern Höhe aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich waren. Aber Spielfreude und Improvisationstalent der „Bunttropfen“ ließen weitere Auftritte an diesem Tag folgen, sehr zur Freude der staunenden Menge.

Improvisationstalent war in diesem Jahr auch bei den DRUM-Piraten aus Kirchdorf und umzu gefragt, die um 13 Uhr die blaue Mange enterten, die zugleich auch die Aktionsfläche der Region Hannover war. Bereits im Vorfeld gingen viele bange Blicke gen Himmel und mancher Fahrensmann mag sogar Poseidon um Hilfe gebeten haben. Doch bald war klar, dass ein Auftritt der „kleinen Seeräuber auf Trommelkurs“ nicht in gewohnter Weise über die Bühne gehen konnte. Der Aufbau des elektronschen Equipments musste minimiert werden, um im Falle eines Schauers schnell die unüberdachte Bühne verlassen zu können. Bereits nach der Generalprobe des Vortages hatte „Käpt’n“ Carsten Voß an einer Variante getüftelt, um einen Auftritt der 4-9jährigen Piraten zu ermöglichen. „Normalerweise hätten wir zum Schutz unserer Instrumente unter diesen Bedingungen nicht auftreten können. Aber die Mannschaft hatte sich so auf Hannover gefreut, da musste einfach etwas gehen“, so Voß. Also waren am Vorabend alle Songs mit dem Keyboard und Backing-Vocals als Playback aufgenommen worden und wurden auf dem Opernplatz mit der E-Ukulele live begleitet.

Dazu trommelten und sangen die DRUM-Piraten, was das Zeug hielt und ließen sich auch von umherfliegenden Notenbüchern, die der Wind von den Pulten gepustet hatte nicht beeindrucken. „Wir sind doch Piraten, da ist Wind egal“, hieß eslakonisch dazu von einer kleinen Seeräuberin. Sogar das Markenzeichen, der „Knochenkopp“, musste extra gesichert werden, um sich nicht den Böen zu ergeben. Die bunte Mannschaft schien davon unbeeindruckt und besang mit wehenden Haaren Geschichten von Bord des „Gelben U-Bootes“ (Yellow Submarine), oder die, des seemannsgarnspinnenden Piratenkapitäns „Mighty Quinn“. Außerdem warben sie für Toleranz und wandten sie gegen Ausgrenzung mit dem Song „Augenklappe“. Dabei schilderten sie die absurdesten Situationen, die sich nur ereignen, weil ein kleiner Pirat eine Augenklappe trägt und darum von Anderen gemieden wird.
Natürlich wurde darüber hinaus das Publikum immer wieder zum Mitmachen animiert, wie z.B. bei der Geschichte vom Bordhuhn „Skinny Minnie“, bei dem die Hannoveraner die Freibeuter lautstark mit „Lippengitarren“ unterstützen. Im Herzen der Landeshauptstadt gab es aber auch plattdeutsches Liedgut zu hören, wie das „Tüdelband“ und die Geschichte der toten Pastorenkuh („Herrn Pastor sien Kau“). Natürlich hatte die Mannschaft auch richtige Piratengeschichten in ihrem „Musikschatz“ dabei, wie die, von der Ergreifung des Klaus Störtebeker („An Deck“ / Get Back).


Gute Seeleute haben stets die Wolkenbilder am Himmel im Blick. So gab es nach gut 40 Minuten Signal zum Abwettern und die DRUM-Piraten holten dann in Windeseile ihr Segel ein und verpackten schnell die „Trommelkanonen“ in ihre Seesäcke. Als der letzte Seesack in der Backskiste verschwunden war, öffnete der Himmel ein weiteres Mal seine Schleusen und flutete den Opernplatz für gut 20 Minuten.
Danach belebte sich der Platz schnell wieder und der 29. Entdeckertag konnte weitergehen …

… Auch die „Kaperfahrt“ der DRUM-Piraten geht weiter:
Am 18. September donnern die „Trommelkanonen“ im Wasserpark Wennigsen zum diesjährigen Herbstmarkt und Saisonabschluss. Ab 14:00 Uhr entern die Freibeuter die Bühne erzählen musikalisch ihre maritimen Geschichten bis 15 Uhr.

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Infos zum Kinder-und Jugendcircus Bunttropfen: www.bunttropfen.de
Infos zu den DRUM-Piraten: www.drumpiraten-kirchdorf.de
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