Hannover: 9. November – Gedenken in der Alten Predigthalle

Oberst Paul Bacher, Kommandeur des Landeskommandos Niedersachsen, und Werner Meyer, der Mann für das Protokoll, nehmen teil am Gedenken. Foto: Reginher

Hannover: Israelischer Friedhof | Soldaten der Deutschen Bundeswehr und Reservisten, Angehörige der Jüdischen Gemeinde, Mandatsträger aus dem Stadtbezirksrat Nord und aus dem Rat der Landeshauptstadt Hannover sowie Abgeordnete aus Land- und Bundestag und aus weiteren Gremien ehren am Montag, 9. November, 10 Uhr, Einlass: 9.45 Uhr, die gefallenen deutschen Soldaten jüdischen Glaubens auf dem israelischen Friedhof, An der Strangriede 55, zunächst in der Alten Predigthalle und danach an der Ehren-Stele auf dem Außengelände.

Gleichzeitig erinnert diese 14. Gedenkveranstaltung ihrer Art an dieser Stelle seit 1996 an den Pogrom des 9. Novembers 1938: NS-Schergen hatten seinerzeit jüdische Kultureinrichtungen geschändet, Schaufenster jüdischer Geschäfte zertrümmert (daher rührt die irreführend verharmlosende Bezeichnung „Reichskristallnacht“ in manchen Geschichtsbüchern) und jüdische Läden geplündert, menschenfeindliche Parolen an die Hauswände geschmiert und Ladeninhaber außerdem anderweitig terrorisiert.

Reservisten und aktive Soldaten der Deutschen Bundeswehr in Uniform werden den gefallenen Soldaten nach gutem Brauch die Ehre erweisen. Zahlreiche deutsche Juden haben im I. Weltkrieg gemeinsam mit ihren christlichen Kameraden gekämpft. Es sind etwa 12.000 von ihnen gefallen. 35.000 jüdische Kriegsteilnehmer haben einen Orden erhalten, 1.500 von ihnen sogar das EK I. Etwa 23.000 sind befördert worden, 4.000 sogar zu Reserveoffizieren.

Nach einleitenden Worten in der Alten Predigthalle folgt das Totengedenken mit dem Gebet Kaddisch. Männliche Teilnehmer an der etwa einstündigen Veranstaltung sind gehalten, Kopfbedeckung zu tragen. Die Steinauflegung auf eine dafür vorgesehene Stele auf dem Außengelände schließt sich dem Programm in der Alten Predigthalle an.

Gegenstand des Gedenkens sind auch die antisemitischen Brandstiftungen. Zusammen mit Vertretern jüdischer Organisationen und weiteren Repräsentanten des öffentlichen Lebens folgt – ebenfalls am Montag, 9. November, 12 Uhr, eine Kranzniederlegung am Platz der ehemaligen Synagoge in der Roten Reihe (Calenberger Neustadt).

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