Robert Enke – Die Trauer ist noch immer riesengroß
Hannover: AWD Arena | Heute spielte die Mannschaft von Hannover 96 wieder in der Bundesliga gegen Schalke 04. Das Team, was vor elf Tagen einen Mannschaftskameraden und Freund verloren hat. Die Partie ging 0:2 verloren. Noch überall ist die Trauer über den Freitod vom Nationaltorhüter Robert Enke zu spüren. Viele können es nicht fassen, dass dieser gute Torwart gegen Hamburg sein letztes Spiel gemacht hat.
Auch heute waren wieder einige Menschen an das Stadion gekommen, um die von Sturm und Regen noch nicht zerstörten Trauergegenstände zu sehen und vielleicht selbst nochmal Abschied von Robert Enke zu nehmen. Auch viele Leute die mit Fußball sonst nichts am Hut haben, waren erschüttert über das was passierte und konnten es nicht fassen. Das zeigt noch einmal, wie beliebt Robert Enke, als 96-Torhüter, als Mensch, der soziale Projekte unterstützte bei den Menschen in ganz Deutschland und über die Grenzen hinaus war. Dass dieser Mensch den Kampf gegen eine schreckliche Krankheit verloren hat, ist umso trauriger. Ruhe in Frieden
Es wäre auch nicht in Ordnung, wenn die Mannschaft jetzt schon ganz cool in den Alltag zurückgefunden hätte. Eine Botschaft sollte er schon für eine lange Zeit hinterlassen haben.
Sascha, ich kann ja eure Trauer verstehen!
Aber fragt mal einer nach der Familie und den Freunden, die er hinterlassen hat und wie schlimm das alles für sie ist? Oder fragt mal einer nach dem armen Zugführer? Wie wird der es verkraften? Auch jeder Mensch, der mit im Zug saß hat einen Schock weg und kommt mit Sicherheit nur sehr, sehr schwer damit klar!
Das ganze Medieninteresse macht das Verarbeiten eines solchen Vorfalls auch nicht leichter!!!!
Liebe Grüße
Karola
Aber das Leben geht weiter. Heute hat 96 gegen Schalke auf Schalke gespielt. Unentschieden! Immerhin. Und mit Fromlowitz im Tor!
Ich bin heute am Stadion in Hannover vorbei gefahren und habe mir dort die vielen Kerzen angeschaut. Es läuft einem kalt über den Rücken. austrianer
Beeindruckende Bilder! Die Frage nach dem Warum wird uns weiter beschäftigen und das Tabuthema Depression bekommt hoffentlich in der Gesellschaft einen neuen Stellenwert.
Wann ist das Leben nicht mehr lebenswert?
Ich muss auch mit dieser Krankheit leben. Ich habe gelernt damit umzugehen und mich meinen Mitmenschen zu öffnen. L.G.Udo
Mittlerweile wird der Tod Enkes langsam ein "mediales Großereignis". Ich bin mir bald nicht mehr sicher, ob es nur auch Trauer geschieht!
A b e r die "Ursachen", die Volkskrankheit "Depression" bleiben auch weiterhin " in Öffentlichkeit und Medien "unbehandelt".
Als Patient wünschte ich mir hier auch mehr "Anteilnahme", aber ich bin eben kein "Großer" ...
H. G. Willi
Wilfried und Udo, ihr steht nicht allein da! Öffnet euch und redet! In Selbsthilfegruppen, mit Freunden, in der Familie! Alles hilft!!!
Vielleicht eröffnet ihr hier ein Diskussionsforum zu diesem Thema?
Ich wünsche euch alles Gute und achtet gut auf euch!
Ihr seid das Wertvollste, was ihr habt!
Bis bald!
Karola
Das Interview gestern nach dem Spiel mit Brügging sagte eigentlich alles aus.
Wir alle werden den Robert Enke in bester Erinnerung behalten...aber nu ist auch gut.
Das Lebbe geht weiter!
Und ein gutes mag der Tod von Enke ja dann doch haben,das Thema Depressionen wird überall diskutiert und der 1.Fußballer hat daraufhin ja auch die "Notbremse" getreten und sich geoutet und wohl auch sein Leben damit geretet.
RIP- Robert Enke
Hannover, 22.11.2009 + Danke, Sascha, für Deinen Beitrag, der sicher viele Leser anspricht. So auch mich. + Die Geschichte hinter der Geschichte: Wie viel Leistungsdruck ist dem Menschen zuzumuten? Die Anforderungen in der Arbeitswelt – dazu zähle ich auch den Profifußball – sind immens. + Ich finde, dass wir es nicht zulassen dürfen, dass Menschen an ihre Grenzen getrieben werden. Vielleicht gelingt es in Zukunft mehr, den Menschen in seiner Ganzheit zu erkennen, zu achten und zu würdigen. Kein Mensch lässt sich auf Dauer und folgenlos auf einige Funktionen reduzieren, meint Rainer. +++
@ Karola u.a.:
Genau das ist eben das Problem! Vielleicht sollte ich mich verständlicher ausdrücken.
Selbsthilfegruppen gut und schön - aber die Krankheit muß raus aus den "Hinterzimmern", raus aus der "Anonymität".
Es ist eine der wenigen Krankeiten bei der man die "Rückkehr" ins normale Leben wieder in der Öffentlichkeit erlernen muß. Und das geht eben nicht alleine oder auch nur mit Mitbetroffenen, da ist schon die "Öffentlichkeit" auch gefordert. Der Tod Enkes hat nur dann eine Sinn, wenn wir daraus gelernt haben! Dann erübrigt sich vielleicht auch das WARUM.
Naja, es gebe noch viel zu sagen, aber ...
H. G. Willi
Wilfried, die "Öffentlichkeit" weiß ja nicht, wie sie mit dem Problem umgehen soll.
Gerade deshalb ist es wichtig, wenn wir Deine Meinung dazu erfahren.
Wer noch nie unter Depressionen litt, kann sich da auch nicht richtig einfühlen.
@ Wolfgang u. a.:
Das ist sehr richtig was Du sagst und trifft genau den Kern der Diskussion.
Ich wollte nur die "Gunst der Stunde" nutzen und die Öffentlichkeit (Euch!!!) sensibilisieren, um auf die Auswirkungen dieser "heimtückischen" Krankheit hinzuweisen.
Danke dafür, das Ihr das alle verstanden habt.
Diabetis (Kurt Keese) und Depressionen sind heimtückische und gefährliche Krankheiten, mittlerweile Volkskrankheiten mit Millionen Betroffenen in Deutschland, die am Ende ohne Hilfe zum Tod führen können. Auch zu Suizid.
Allen Erkrankten empfehle ich, sich zu offenbaren, sich zu bekennen und auch fachkundliche Hilfe anzunehmen.
Gemeinsam mit Fachärzten, den Angehörigen, dem Partner, aber auch guten Freunden und Bekannten kann man diese Krankheit meist wirkungsvoll entgegensteuern.
Unser Motto sollte sein:
Wir trauern um Robert Enke - und helfen den Erkrankten.
Es grüßt herzlich
Willi
Danke für Deine klärenden Worte. Sie sollten nicht nur den Betroffenen Hilfestellung geben sondern auch uns alle sensibilisieren.
Herzliche Grüße
Wolfgang
Also erstmal ein dickes Lob an Sascha für die Fotostrecke.
Über die Krankheit wurde hier schon einiges geschrieben, ich möchte auch nochmal schreiben das das Thema (nichts gegen Willi und die anderen Betroffenen) Medial so ausgeschlachtet wird finde ich auch nicht wirklich gut.
Vorher kümmerte sich kein ..... um dieses Thema, sondern man stellte es höchstens noch als Lächerlich da. Jetzt nach Enkes Tod ist der (erst Verständliche) Aufschrei in den Medien groß.
Zitat Willi: Unser Motto sollte sein: Wir trauern um Robert Enke - und helfen den Erkrankten.
Dem schließe ich mich an, in der Hoffnung das sich mehr Leute dazu entschließen in der Öffentlichkeit zu sprechen bzw. wie Willi und einige andere auch in Kommentaren sich Outen. Was ich aber keinem Wünsche ist diese Mediale aufbereitung, denn ich glaube das schade mehr als es hilft.
Hallo Korola und Willi, wenn ich demnächst mehr Zeit habe, werde ich einen Beitrag mit meinen Erlebnissen der Krankheit schreiben. Ein Diskussionsforum könnte vielen helfen. Psychtherapie und Selbsthilfegruppen können nicht alle Probleme abdecken. L.G. Udo






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