Zirkus & Donnerstag(srunde) – ist das was für mich?
Hannover: Schützenplatz | Was die Donnerstagsrunde anbelangt, kann ich die Frage in der Headline uneingeschränkt mit „ja“ beantworten.
Doch beim Zirkus habe ich so meine Bedenken. Zirzensische Darbietungen mit Tieren betrachte ich immer mit einem flauen Gefühl im Magen, denn Tiere sollten in ihrer Welt leben. Sie sind von Natur aus keine Zirkusartisten und schon gar nicht dazu geboren, in Käfigen zu leben, von Ort zu Ort zu reisen und dem Applaus der zahlenden Menschen ausgesetzt zu werden.
Sicher, ich gebe zu, dass ich mit dieser – meiner – Meinung nicht das Wohlwollen aller Leser/innen hier auf myheimat und sonstwo erlangen werde, aber es ist nun mal meine Überzeugung.
Wer jemals Tiere in ihrer – wenn auch teilweise bedrohten – Heimat gesehen und erlebt hat, wird dieses nachvollziehen können. Ich habe das auf vielen Reisen in die unendlichen Weiten Afrikas und Asiens erlebt …
Nun aber los & auf in den Circus Busch-Roland
125 Jahre Circuskunst - so präsentiert sich eines der ältesten Zirkusunternehmen Europas mit einem Jubiläumsprogramm in Hannover.
Das Busch-Roland Orchester begleitet mit „dem richtigen Ton“ die Darbietungen in der Zirkusmanege:
Mit Schwung geht es mit dem Trapez durch den Zirkushimmel; die Augen können (fast) den Handgriffen der Jongleure nicht folgen; rasende Rollschuhfahrer fliegen in Kreis herum.
So lasse ich mich einfangen von der Zirkusluft und möchte mit meinen – etwas anderen - Bildern ein wenig davon erzählen, ohne nicht zu vergessen, mich an dieser Stelle bei der Zirkusleitung für die Fotogenehmigung zu bedanken.
Wieder eine andere - wenn auch interessante -
Sichtweise hast Du gewählt Uta
Tiere sollten in ihrer Welt leben. Sie sind von Natur aus keine Zirkusartisten und schon gar nicht dazu geboren, in Käfigen zu leben
Ganz meine Meinung, Uta! Ich finde es gut, dass Du dieses Thema hier ansprichst.
--- Uta , ich enthalte mich hierbei eines Kommentares , nur wie werden dann die Menschen und Tiere beurteilt , die irgend ein " Haustier " egal was beherbergen / behüten / etc. und wie die weltweiten Zooeinrichtungen ???
Eine (fast) ganz andere Sicht, gefällt mir!
Uta, warum besuchst du dann den Zirkus?
Beeindruckende Bilder.
> "denn Tiere sollten in ihrer Welt leben"
Dann dürfte es auch keine Hauskätzchen, Käfigvögel, Beckenfische und andere Haustiere geben, keine Schafe auf der Weide, keine Milchkühe, keine Schinkenschweine, keine Pferde auf der Koppel oder unterm Hintern, keine Tiere für liebgewonnenen Speisen und Getränke, keine Tiere für Lederprodukte, keine Tiere als Tierfutter, keine Nistkästen und Igelhäuser, keine Zoos und Parks, keine Tierheime, keine Tierärzte, weniger Medikamente und keine Gummibärchen... usw. usw. usw. *nachluftschnapp* ;)
Elisabeth, weil es mich interessiert hat, was es außer Tierdarbietungen noch für Attraktionen gibt/gab.
Ich habe Afrika, Afrika! von André Heller in Hannover gesehen und bin vom
Cirque du Soleil begeistert. Dies deshalb, weil in den Veranstaltungen der Mensch im Vordergrund steht und das, obwohl mit viel Technik, Licht- und Musikeffekte eine eigene Traumwelt geschaffen wird.
Interessant war natürlich auch die "Herausforderung mit der Kamera"; was sicher nicht nur ich sondern wir alle aus der Donnerstagsrunde verspürt haben.
Gruß Uta
Wenn du aber gegen die Tierhaltung im Zirkus bist, hättest du als Konsequenz auf diese Herausforderung lieber verzichten sollen ( ist meine Meinung).
@ Andreas,
ich habe Elefanten im Okavango-Delta; in der Namib Wüste und im Zirkus gesehen. Sicher muss ich nicht sagen, wo ich faszinierten diesen Tieren zugeschaut habe ...
Gummibärchen hingegen sind "pflanzliche Bären", denn sie sind aus
Glucosesirup, Zucker, Gelatine, Säuerungsmittel: Zitronensäure, Aromen, färbende Frucht- und Pflanzenextrake (schw. Johannisbeere, Karotte, Paprika, Curcuma, Spinat, Brennnessel), natürlicher Farbstoff: medizinische Kohle, Öl pflanzlich, Trennmittel: Bienen- und Carnaubawachs" ...
So, ich "schnappe jetzt nicht nach Luft" sondern nach "Frucht u. Pflanzenextrakt-Bärchen" !!!
Oh, liebe Uta, Vorsicht! Woraus wird Gelatine gemacht? Aus Tierknochen ... Allerdings gibt es auch Gummibären, die mit Agar-Agar, einem rein pflanzlichen Geliermittel, hergestellt werden.
Stimmt - Detlev, aber die aus diesen Zutaten "geborenen" Gummibärchen kaufe ich seit Jahren im Internet und es sind einige der wenigen ihrer Art, die man (fast) unbedenklich "vernaschen" kann ...
Lieber Andreas,
Du hast natürlich von der Sache her vollkommen recht. Nur macht es schon einen gewissen Unterschied, ob ein Löwe (oder was auch immer) in einem Käfig gehalten wird (zwangsläufige Haltungsbedingung in einem Zirkus) oder unter halbwegs natürlichen Bedingungen z.B. im Zoo Hannover. Natürlich kann auch der schönste Zoo nicht die Weite der Savanne ersetzen. Auf der anderen Seite arbeiten Zoos aber auch daran, gefährdete Tierarten, die dank unserer - der Menschen - Profitsucht vor dem Aussterben stehen, zu erhalten.
keine Tiere für liebgewonnenen Speisen
D'accord!
keine Schinkenschweine
D'accord! Und erst recht nicht in einem 2-qm-Pferch, in dem sie ihr ganzes kurzes Leben lang stehen müssen, und sich noch nicht einmal hinlegen können.
weniger Medikamente
Wenn Du hier Tierversuche ansprichst, d'accord!
Naja, usw.usw.usw. ...
Uta, geschickt ;)
Detlev, ist alles relativ.
Ich gehe gern in den Zoo - überwiegend ohne moralische Bedenken - aber mal ehrlich: doll ist das nicht, wo die Löwen hocken müssen, wenn man es mit der Freiheit in der Natur vergleicht, wo sich Tiere total entfalten können.
Und das Argument mit dem Artenschutz zieht auch nicht so ganz.
Die Natur selbst lässt ständig unzählige Arten verschwinden, wenn die sich nicht anpassen können. Klar kann man seine Lieblingstierchen schützen - aber eine Rechtfertigung ist das nicht - eher noch eine weitere Unnatürlichkeit, wenn man es genau nimmt ;)
Auch ein guter Beitrag.
Schöne Bilder.
Ich denke, man sollte alles in der richtigen Relation sehen.
Vögel,die in Volieren geboren wurden, haben einen Teil ihres Freiheitsinstinktes längst verloren.
Wenn die Zoologischen Gärten nicht gäbe, hätten wir viele Tierarten garnicht mehr. Dort wird die Zucht und Nachzucht auch zur Auswilderung intensiv unter fachmännischen Gesichtspunkten betrieben.
Richtig ist, dass in einem Zirkus die Tierhaltung sicher nicht der Art der Tiere entspricht. Richtig ist auch, dass viele Dressuren nicht der Art der Tiere entsprechen. Welche Katze geht schon durchs Feuer?
Wenn man das alles so eng sehen will, müsste man das Reiten auch verbieten, denn es entspricht ja auch nicht der Natur des Pferdes, sich irgendwen auf den Rücken zu laden, auch wenn als Belohnung hinterher auf eine Weide darf.
Ansonsten hast Du recht gute Fotos mitgebracht.
-- ganz wunderbare Diskussion über das Für und Wieder von Tierhaltungen als Tier im Zoo , Cirkus oder auch als Haustier und mit welchen Argumentationsketten hier argumentiert wird ... bis hin zu Gummibärchen , finde ich toll...
-- Uta , da hast Du ja was herraufbeschworen ...
Unnatürlich, Andreas, ist es, Regenwald abzuholzen, um daraus Weiden für Riesen-Rinderherden zu machen, deren Fleisch dann um den halben Globus gekarrt wird, damit sich die Leute in den eher wohlhabenden Ländern, wie z.B. Deutschland, sich das in den Hals stopfen können, und dadurch den dort lebenden Wildtieren die Heimat und die Lebensgrundlage zu entziehen. Das hat mit mangelhafter Anpassung seitens der Tiere nichts zu tun! Nur mal so als Beispiel ...
Detlev, da gebe ich Dir zu 100 % recht.
Das finde ich schon recht pervers.
tiere hin, tiere her.....auf jedenfall tolle bilder aus dem zirkus und das war ja wohl der sinn des besuchs
> "Man kann die Haltung dieser Lebewesen einfach nicht mit einem Zoo vergleichen, weil in einem Zirkus alles auf kleinstem Raum lebt und die Tiere wider ihrer Natur abgerichtet werden"
Auch im Zoo leben sie auf kleinstem Raum. Und auf die Kunststücke, die man ihnen dort beibringt, kommen sie in Freiheit nicht von allein.
> "Ich empfinde es auch nicht als Widerspruch, gegen die Haltung von Tieren in einem Zirkus zu sein und diesen dennoch zu besuchen. Es gibt ja auch andere Attraktionen in solch einem Etablissement. Wenn ich Vegetarier bin, kann ich doch trotzdem mit meinen Freunden ein Steakhaus aufsuchen, ich beschäftige mich dann einfach mit Salaten"
In dem Vergleichsbeispiel würdest du aber 20 Euro bezahlen - 10 für den Salat und 10 für das Tier, das für dich umgebracht wird, auch wenn du es angeekelt nicht futterst.
Der Wirt lebt also davon, dass auch du ihn für das Tierkillen bezahlst - denn im Zirkus zahlst du ja auch nicht nur für die tierlosen Darbietungen, sondern guckst höchstens nicht hin - was dem Zirkusdirektor wurscht sein kann, solange du kommst und zahlst ;)
> "Und lieber Andreas, ich bin ebenso wenig ein Freund von Zierfischen oder Käfigvögeln. Diese Lebewesen tun mir einfach leid..."
Ja, aber ob Zookäfig, Zirkuskäfig, Stubenkäfig, Mastkäfig - Käfig ist Käfig ;)
Detlev, es ist Ansichtssache mit dem Regenwald. Sicher kann man den Menschen und seine Handlungen aus der Natur ausklammern und dann seine Handlungen (dadurch negativer) bewerten.
Aber er gehört auch zur Natur.
Wenn Schafe eine Weide kahlfressen, nennt man das ja auch nicht unnatürlich. Warum dann, wenn der Mensch etwas kahlfrisst?
Und sicher ist es mangelhafte Anpassung, wenn Arten verschwinden. Die Natur ist voll davon, dass sich Arten gegenseitig das Futter wegfressen oder gleich die andere Art. Oder sich ausbreiten und den anderen den Lebensraum streitig machen. Oder sich selbst den Lebensraum kahlfressen und sich selbst damit auszumerzen.
Und nicht zuletzt: Warum in die Ferne schweifen, liegt der Urwald doch so nah. Oder sollte es. Denn vor unserer Haustür wurde der vernichtet für Besiedelung, Landwirtschaft, Industrie, etc. Und er wird immer noch bekämpft und verhindert. Neuerdings sogar von den Umwelt- und Klimaschützern, die Solar- und Biomassefelder statt Wald wollen oder ihn zwar kontrolliert ein wenig wachsen lassen aber dann fällen und verbrennen/verstromen wollen.
Sicher kann man den Menschen und seine Handlungen aus der Natur ausklammern
Das kann man (leider) nicht. Ginge der Natur wahrscheinlich besser, wenn man es könnte ... ;-)
Wenn Schafe eine Weide kahlfressen, nennt man das ja auch nicht unnatürlich. Warum dann, wenn der Mensch etwas kahlfrisst?
Der Unterschied ist: Die Weide ist ein paar Wochen wieder nachgewachsen. Wie lange braucht der Regenwald? Noch Fragen? Welche Auswirkungen hat eine von Schafen kahlgefressene Weide auf das Weltklima? Welche Auswirkungen haben Tausende von ha (wahrscheinlich unwiederbringlich) zerstörten Regenwaldes für das Weltklima?
Oder sich selbst den Lebensraum kahlfressen und sich selbst damit auszumerzen.
Sogenannte vernunftbegabte Wesen? Nenn mir doch mal eins.
Neuerdings sogar von den Umwelt- und Klimaschützern, die Solar- und Biomassefelder statt Wald wollen
Gut, dass Du es schon mal vorwegnimmst, wäre ich auch noch drauf gekommen. Zumindest ansatzweise scheinen wir uns ja zu verstehen.
Gut, wenn du die Zeit des Nachwachsens allein ansprichst, hast du Recht ;)
Aber das Kahlfressen ist Kahlfressen - und Schafe sind da auch nicht zimperlich - und bevor die Weide nachgewachsen ist, sind die Schafe auch verhungert.
Und "vernunftbegabt" ist Definitionssache ;)
Uta,
da hast Du ja eine Lawine losgetreten.
Zunächst aber einmal, was unsere Bildergebnisse betrifft:
Ich vermute mal, dass diese Art von Fotografie für uns alle neu war und doch alle den Test gemeistert haben. Auf eine Gelegenheit unter ähnlichen Bedingungen hoffe und freue ich mich schon.
Und nun zu dem Tierproblem, das man sicher nicht schwarz und auch nicht ganz weiß sehen kann:
Um die Tierwelt zum beobachten war ich noch nicht in Afrika. Wenn aber alle tierliebenden Menschen, das ist vermutlich die überwiegende Zahl der Bevölkerung, sich nach Afrika aufmachen würden - das wäre in mancherlei Hinsicht schlichtweg eine Katastrophe.
Ich halte es da mit Prof. Grzimek, der sich mit der Einführung von Tierreservaten und den Umdenken in den afrikanischen Ländern verdient gemacht, andererseits aber auch den Zoo in Frankfurt wieder aufgebaut hat. Gerade mit den Zoos kann man viel bewegen und Interesse an der Tierwelt wecken. Es wäre schrecklich, wenn ein Großteil der Menschheit mit dem Wissen leben und sterben würde, dass Kühe lila sind und Fischstäbchen in diesen Proportionen aus dem Nichts kommen.
und was die Tierhaltung betrifft, da kann ich mir auch nicht vorstellen, dass gerade der Zoo oder meinetwegen auch der Zirkus ihre Tiere schlechter hält und behandelt als die vielen Tierbesitzer ihre Hunde, Katzen, Schafe, Ziegen, ... Sicher gibt es aber in beiden Kategorien "schwarze Schafe".
Viele fahren ins Ausland, weil sie die fremden Menschen sehen möchten - da wäre es auch ein Katastrophe, wenn das alle täten - aber deshalb Menschenzoos einrichten!? ;)
Und um Kids den Unterschied zu Lila-Kuh und Fisch-Stäbchen zu zeigen, bedarf es keiner ausländischen Tiere in zu kleinen Käfigen.
Zu Tierhaltung, Dressur, Regenwald etc. möchte ich mich hier nicht äußern. Die Diskussion darüber ist allerdings sehr interessant...
Deine Fotoserie aus dem Circus Busch-Roland finde ich sehr gelungen.
Fotografisch, ohne Blitz... sicher eine schwieriger Aufgabe, die Du gut
und tierfrei (!) gelöst hast! Klasse gemacht, Uta!
LG Gisela






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