Jugendzentrum Bemerode feiert zehnjähriges Bestehen

Kommt täglich und seit zehn Jahren in das JZ. Emra (18). Foto: Rust

Hannover: Jugendzentrum Bemerode | Es ist für viele Jugendliche zu einer festen Anlaufstelle geworden: Das Jugendzentrum Bemerode. Jetzt feierte die Einrichtung in der Emslandstraße ihr zehnjähriges Bestehen. „Es gab viele Höhen und Tiefen in dem letzten Jahrzehnt“, sagt Leiterin Lilian Klinke rückblickend, „aber es ist immer wieder schön zu sehen, wie die Jugendlichen an sich arbeiten und ihre Gleichgültigkeit aufgeben. Das fasziniert mich.“
Die Sozialpädagogin ist von der ersten Stunde an dabei und neben einer Honorarkraft und einigen ehrenamtlichen Mitarbeitern die einzige Hautamtliche in dem Jugendtreff. „Zu uns kommen täglich 20 bis 30 junge Menschen im Alter von 13 bis etwa 20 Jahren“, so die 35-Jährige. Darunter viele unterschiedliche Nationalitäten. Der Großteil der Besucher ist russischer Herkunft. Viele der Jugendlichen kommen täglich. Einer von ihnen ist Emra. Für den 18-Jährigen ist der Jugendtreff ein zweites zu Hause geworden: „Ich habe eine feste Clique hier, mit der ich Billard spielen oder einfach nur quatschen kann.“ Das, sagt er, kann er auch mit den Mitarbeitern. „Die sind in Ordnung.“ Seine Ausbildung als Metallbauer hat Emra kürzlich abgebrochen. „Ich hatte familiäre Probleme und öfter mit der Polizei zu tun. „Jetzt läuft es wieder.“ Unterstützung bekommt er von den Mitarbeitern. Beratung und Begleitung von Jugendlichen, sagt Klinke, sei der Schwerpunkt ihrer Arbeit. „Das reicht von schulischen Problemen zu Hause bis hin zu Liebeskummer. Wir haben immer ein offenes Ohr für die Besucher.“ Auch Sabatina (21) und ihre Freundin Sventlana (24) kommen noch immer gerne in die Einrichtung: „Uns geht es vor allem darum, mit jemanden zu reden – vor allem, wenn wir Hilfe brauchen.“
Auch die sogenannten „Offene-Tür-Angebote werden von den Jugendlichen gut angenommen. Wer möchte, kann krökeln oder Musik hören, am Computer spielen oder im Internet surfen. Nachhilfe gibt es bedarfsorientiert. In den Herbst- und Wintermonaten wird regelmäßig gekocht und zusammen gegessen, im Sommer nach Bedarf, erzählt Klinke. Viele Jugendliche haben die Hälfte ihres Lebens in ihrer Einrichtung verbracht und trotz aller Hindernisse ihrem Leben eine neue Richtung gegeben. Auch Emra hat nun wieder eine Perspektive: „Ich bin auf Ausbildungssuche.“

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