Jetzt fährt wieder eine Straßenbahn nach Meyers Garten

Die erste Stadtbahn führt in Misburg ein. Allerdings nicht wie angekündigt Punkt 11 Uhr, sondern ein paar Minuten später.
Hannover: Misburg | Hoffentlich war das kein schlechtes Omen: Die erste Stadtbahn nach 59 Jahren zuckelte mit etwas Verspätung in die neue Endhaltestelle Misburg ein. Hier warteten schon Menschenmassen auf den Zug, zückten Fotoapparate, Videokameras oder Smartphones und hielten damit das denkwürdige Ereignis für die Nachwelt fest. Seit 11 Uhr heute morgen (Sonntag, 14. Dezember) hat der Stadtteil Misburg wieder einen Gleisanschluss. Die neue Endhaltestelle „Misburg“ liegt im Zentrum des Stadtteils, direkt neben „Meyers Garten“. Mit einem großen Fest feierten die Misburger das Ereignis, Regionspräsident Hauke Jagau und Hannovers erster Bürgermeister Thomas Hermann kamen auf die Bühne und sprachen Grußworte. Die Bürger besorgten sich unteressen an den Ständen einen Becher heißen Glühwein zum Aufwärmen. Zwar schien die Sonne vom blauen Himmerl, es war aber mächtig kalt geworden.

Schon einmal wurde in Misburg eine Straßenbahnlinie eingeweiht. Seit dem 1. Oktober 1902 ratterten Wagen der Linie 13 in das seinerseit selbständige Dorf und weiter nach Anderten. Vor 112 Jahren gab es „Meyers Garten“ noch wirklich, es war nicht nur eine große Straßenkreuzung. Gastwirt Meyer aus Linden hatte hier im einstigen Hof Nr. 17 ein Restaurant eröffnet – mit Straßenbahnanschluss. Die letzte Bahn ging dann 1952 auf die Strecke. „Damals räumte man den Autoverkehr den Vorrang ein“, erzählte Hauke Jagau in seiner Rede. Sechs Jahrzehnte sollte es dauen, bis die politische Fehlentscheidung aus den fünfziger Jahre wieder gut gemacht wurde. Allerdings: diskutiert wurde in Hannover schon sehr lange über einen erneuten Stadtplananschluss für Misburg. Die ersten Pläne sahen vor, die Linie 4 vom Roderbruch durch die sogenannte Vogelsiedlung zu verlängern. Dann kamen die Planer auf den Gedanken, praktisch die alte historische Linienführung von Bothfeld entlang der Buchholzer Straße wieder aufzugreifen. Es wurde von Lahe eine Abzweigung Richtung Misburg gebaut. Am 12. Dezember 2019 weihte die Üstra dann die erste Teilstrecke bis zum vorläufigen Endpunkt „Schierholzstraße“ ein. Schon ein paar Monate vorher fiel der Startschuss für die Bauarbeiten zur Verlängerung bis in das Zentrum von Misburg hinein. Über 1,5 Kilometer neue Gleise sind seither verlegt worden, rund 20 Millionen Euro kostete das Vorhaben, drei neue Haltestellen entstanden.
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2 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 14.12.2014 | 19:46  
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Irmgard Richter-Brown aus Springe | 09.03.2015 | 15:58  
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