Hungriger Bussard in unserem Garten

 
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Hannover: Hirschanger | Im Herbst 2009 fütterte ich unseren jungen Igel mit Katzenfutter. Als es Winter wurde, war das Futter morgens weiterhin aufgefressen. Zunächst verdächtigte ich Nachbars Katze, denn Igel halten Winterschlaf.
Am Neujahrsmorgen bekam ich einen gewaltigen Schreck, als ich das Fenster öffnete und ein riesiger Vogel direkt am Haus vorbei flog. Also opferte ich einige Reste unseres Fonduefleisches und stellte sie auf die Terrasse.
Es dauerte nicht lange, bis der große Vogel wieder im Garten erschien. Hungrig verschlang er das Fleisch. So hatte ich Zeit, ihn als jungen Mäusebussard zu identifizieren. Nach der Mahlzeit blieb er auf der Schaukel sitzen. Also betrat ich vorsichtig die Terrasse und warf ihm einige Fleischbrocken auf den Rasen. Kaum war ich wieder im Haus, stürzte sich der Vogel gierig auf die Futterstückchen.
In den nächsten Tagen saß er ständig in den Bäumen rund um unseren Garten und wartete auf Futter. Um ihn besser fotografieren und filmen zu können, stellte ich das Futter auf einen Topf mitten auf den Rasen. Nach kurzem Zögern nahm der Bussard auch von hier das Fleisch an.
Sobald es morgens hell wird, kommt der Greif angeflogen und wartet in Nachbars Lärche bis ich aufstehe und ihm sein Fleisch bringe. Falls er ausnahmsweise noch nicht wartet, benutze ich zum Anlocken den Schrei eines erwachsenen Mäusebussards, ein schrilles Miauen. Daraufhin zeigt sich unser Vogel meist umgehend. Um seinen Jagdinstinkt zu steigern, werfe ich Fleischbrocken vom Rasen aus in die Luft. Seine Aufmerksamkeit steigt extrem.
Nach etwa einem Monat fängt er zu schreien (pjiäh), sobald ich einen Brocken werfe.
Kaum bin ich verschwunden, segelt er in den Garten. Im Laufschritt sammelt er alle Brocken ein und schlingt sie hinunter.
Es ist Februar geworden. Anstelle der kleinen Fleischstückchen befestige ich Hähnchenteile auf der Futterstelle. Mit seinem kräftigen Schnabel reißt der Bussard große Stücke aus dem Fleisch. Es sind herrliche Momente, wenn der Vogel die Flügel ausbreitet, um ans Futter zu kommen oder um das Gleichgewicht zu halten.
Inzwischen geht der Februar zu Ende. Weiterhin wartet der Bussard jeden Morgen, dass ich endlich aufstehe. Seine Geduld wird mit einem kleinen Stück Fleisch belohnt. Danach fliegt er aber fort und sucht sich anderweitig Beute. Ich bin froh, dass er gelernt hat, für sich selbst zu sorgen.
Manchmal rufe ich ihn tagsüber und bin begeistert, wenn er kommt und mich mit einem kurzen Schrei begrüßt, sobald ich etwas Fleisch in die Luft werfe.
Inzwischen werden die Besuche seltener und das Futter oft verschmäht. Immerhin kommt er meist einmal am Tag, laut schreiend, in Nachbars Lärche geflogen und schaut mir eine Weile bei der Gartenarbeit zu. Der Bussard wird auch häufig von mehren Raben verfolgt und geärgert. Wenn’s ihm zu viel wird, bringt er sich im Sturzflug bei uns im Garten in Sicherheit.
Anfang März kam der Bussard zu einem letzten Besuch in den Garten. Danach konnte ich ihn nur noch kreisend, allein oder in einer Gruppe, über dem Garten beobachten.
Nachtrag: Im nächsten Winter, kurz vor Weihnachten, hielt sich der Bussard einen Tag lang in unserem Garten auf, nahm allerdings nur wenige Fleischstücke (Leber) an.
Im Sommer kreiste er öfters mit Partner über unseren Gärten und machte sich durch Rufen bemerkbar.

Videos mit Musik gibts bei:
http://familiewolter.de/main.php?g2_itemId=19731
http://familiewolter.de/main.php?g2_itemId=11918

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Weiterveröffentlichungen:

Hannoversches Wochenblatt | Erschienen am 09.02.2011
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Olaf Pflüger aus Garbsen am 30.01.2011 um 19:13 Uhr  
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Bodo von Rühden aus Dautphetal am 30.01.2011 um 19:28 Uhr  
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Lisa Gutekunst aus Wertingen am 16.01.2012 um 22:13 Uhr  
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