Zum Gedenken an Anton Macioszyk, das erste Opfer der Nazis in Misburg.

Die Bruderschaft der Mudzborgh mit dem Hauseigentümer Uli Rochner vor der Gedenktafel von Anton Macioszyk.
Hannover: Misburg |

Die Bruderschaft der Mudzborgh traf sich zum Todestag von Anton Macioszyk in der Kurzen Straße 8, wo 1933 das alte Feuerwehr-Spritzenhaus stand. Der Canciller der Bruderschaft Wolfgang Illmer sagte in seiner Gedenkrede:
„Wir sind heute hier zusammen gekommen, um dem Freiheitskämpfer Anton Macioszyk zu gedenken.
Eine unserer Aufgaben, als älteste Bruderschaft Deutschlands ist es, die Geschichte Misburgs, bzw. der Festung Mudzborgh in Erinnerung zu halten.
Wir stehen hier an einem Ort, der geschichtlich von Bedeutung ist.
Hier stand 1927 das Misburger Spritzenhaus.
83 Jahre ist es her, dass der Misburger Sozialdemokrat Anton Macioszyk von den Nationalsozialisten verschleppt, gefoltert und erschlagen wurde. Er war 1933 das erste Opfer der Nazis in Misburg.
Anton Macioszyk, geboren am 12. Januar 1899 in der Hartmannstraße in Misburg. Er war Vorsitzender der Freireligiösen Gemeinde Anderten und gehörte den verschiedensten Organisationen an, wie Vorsitzender der SPD, im Reichsbanner, der Naturfreunde und der Gewerkschaft. Für die SPD-Zeitung Volkswille zeichnete er Karikaturen, die auf das Hitlerreich Bezug nahmen. Er stellte sich gegen den Faschismus und wurde deshalb sofort nach der Machtegreifung Hitlers verhaftet.
Am Abend des 23. Juni 1933 wurde er von der SA aus seiner Wohnung abgeholt. Sie schleppten ihn in ihre Parteikneipe. Dort wurde er brutal von mehreren SA-Leuten zusammengeschlagen und gefoltert. Sie wollten von ihm seine Gefolgsleute wissen. Aber er schwieg und verriet seine Kameraden nicht. Nachts wurde er dann hier ins Spritzenhaus verschleppt und weiter gefoltert. Freunde, die ihm helfen wollten wurden mit vorgehaltener Pistole vertrieben. Anschließend wollten sie ihn bei lebendigem Leibe verbrennen, um das Geschehen zu vertuschen.
Doch der Bäcker nebenan bemerkte den Brand und rief die Feuerwehr. Die SA-Leute verschwanden. Anton Macioszyk erlag seinen schweren Verletzungen.
Nach vielen Jahren des Schweigens sorgte die Bruderschaft der Mudzborgh dafür, dass eine Gedenktafel hier in der Kurzen Straße 8, dem Ort des schrecklichen Geschehens, angebracht wurde.
Wir danken dem Eigentümer des Hauses Ulrich Rochner dafür, dass er die Genehmigung für das Anbringen der Tafel erlaubte.
Gemeinsam mit dem damaligen Bürgermeister Bernd Strauch, der auch ein Mitglied unserer Bruderschaft war und verstorben ist, wurde im Jahr 2013 die Gedenktafel enthüllt.
Strauch legte diese Gedenktafel auch Schulen zur Besichtigung ans Herz, um die Schülerinnen und Schüler mit dem vergangenen Unrecht vertraut zu machen.“
Nach einer Gedenkminute wurde die Gedenkfeier beendet.
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