INTENSIVkinder und DRUM-Piraten segelten auf einem Kurs

Die DRUM-Piraten aus Kirchdorf waren beim Freizeitsamstag des INTENSIVkinder zuhause e.V. in Empelde zu Gast. (Foto: Ulrich Voß)
 
"Semannsgarn" von kleinen Freibeutern: Die DRUM-Piraten aus Kirchdorf bei den INTENSIVkindern in Empelde. (Foto: Ulrich Voß)
 
Die DRUM-Piraten bekommen ihre wohlverdiente "Prise" von den INTENSIVkindern zuhause e.V. für bunten Spaß auf grauem Asphalt. (Foto: Ulrich Voß)
Ronnenberg: Selma-Lagerlöf-Schule | Bei der ersten „Kaperfahrt“ in diesem Jahr - gemeint ist natürlich ein öffentlicher Auftritt – wartete ein sehr schönes Déjà-vu-Erlebnis auf die Kirchdorfer DRUM-Piraten. Der Wind trieb die „kleinen Seeräuber auf Trommelkurs“ zu den INTENSIVkindern, die einen schönen, musikalischen Freizeitsamstag in der Selma-Lagerlöf-Schule in Empelde erleben konnten.

Seit dem letzten Herbst hatten sich einige neue Songs im Musikschatz der kleinen Freibeuter angesammelt. Diese möchten sie nun natürlich gerne bei ihren Auftritten mit dem Publikum teilen und die lustigsten und spannendsten maritimen Geschichten musikalisch erzählen. Wie bereits im letzten Jahr, machte eine Fahrt zu den INTENSIVkindern dabei den Anfang. Mit großer Vorfreude sahen die beiden „Kapitäne“ der DRUM-Piraten, Carsten Voß und Brigitte Schreiber, diesem Auftritt entgegen. „Das ist für uns ein besonders schöner Auftritt, denn bereits im letzten Jahr sind unsere Piraten dort prima aufgenommen worden“, erinnerte sich Carsten Voß „ beim Losmachen“ und sollte damit Recht behalten.
Der Verein „INTENSIVkinder zuhause e.V.“ bietet vielerlei Unterstützung für Familien, deren Kinder intensiver Pflege zu Hause bedürfen und bemüht sich u.a. um die Integration ins gesellschaftliche Leben.

Noch bevor die kleinen Piraten die Bühne in der Aula „entern“ konnten, machte sich Brigitte Schreiber daran, bei den „INTENSIVkindern zu „schanghaien“. Doch keine Sorge, die INTENSIVkinder nutzten sehr gerne und mit großem Spaß die Gelegenheit, in einem kleinen Workshop Erfahrungen mit diversen Schlaginstrumenten zu sammeln und wurden dabei liebevoll betreut. Der Piraten-Song Rollmops bot genügend Gelegenheit, sich am dumpfen Wummern der Trommeln zu erfreuen, wenngleich dieser kleine Kurs auch große Anstrengungen kostete.
Doch in der darauffolgenden Stunde konnten die Teilnehmer entspannen, oder sich vielleicht sogar in die eine oder andere Traumwelt entführen lassen, denn die DRUM-Piraten legten in der Aula ab und nahmen alle Anwesenden mit auf eine abwechslungsreiche Reise, voller musikalischer, maritimer und spannender Geschichten. Lieblingsstücke aus dem letzten Jahr, wie z.B. der schon erwähnte Rollmops oder Das gelbe U-Boot (Yellow Submarine) paarten sich mit neuem „Seemannsgarn“ der kleinen Freibeuter. So wurde erstmalig Achim Reichels Halla Ballu Balley außerhalb der Kirchdorfer „Arche“ gespielt, in der die DRUM-Piraten ihre Heimstatt gefunden haben. Auch richtige Seeräuberlieder kamen zum ersten Mal von den Kirchdorfern zur Aufführung.
Das traditionelle Störtebekerlied aus dem 16. Jh. war von Carsten Voß aus dem Plattdeutschen ins Hochdeutsche übersetzt und in einem Blues-Rock arrangiert worden. Es zeichnet die Legende des großen Piratenanführers Klaus Störtebeker nach, der Ende des 14 Jh. in der Ost- und Nordsee sein Unwesen trieb, bevor er von der Hanse aufgegriffen werden konnte und in Hamburg sein Ende fand. Die Ergreifung Störtebekers ist auch das Thema eines weiteren neuen Songs der DRUM-Piraten, der erstmalig in Empelde „über die Reeling ging“. Auf der musikalischen Grundlage des Beatles-Klassikers Get Back schrieb Voß einen Text, der kindgerecht die letzte Schlacht des Störtebeker und seiner „Likedeeler“ vor Helgoland, bzw. den (möglichen)Verrat an dem gefürchteten Piratenkapitän beschreibt.
„An Deck, bevor die Hanse kommt!“ hallte es kraftvoll von den 14 kleinen Freibeutern durch die Aula. Außerdem führe die Reise ins ferne Brasilien, wo in einer Samba der Fußballspaß Am Zuckerhut besungen wurde. Aber auch „nordisch by nature“, wie es die Gruppe Fettes Brot einmal besang, ging es bei den DRUM-Piraten zur Sache, die plattdeutsche Ohrwürmer wie „Herrn Pastor sien Kau“ oder den Hamburger Song vom „Tüdelband“ zu Gehör brachte. Eine Prise „Riverdance“ konnte das trad. Sailor’s Hornpipe nicht verhehlen. Zu guter Letzt legten sich die kleinen Freibeuter noch mal rockig ins Zeug und erzählten die Geschichte des alten Seebären „Kuddel Daddel Du“, der ein Wiedersehen nach langer Fahrt im heimischen Hafen feiert und sie besangen den Durst auf Hoher See mit dem Santiano-Titel Es gibt nur Wasser. Den Abschluss bildete der Lieblingssong der 4-12jährigen Trommler: Piraten!, ihre Version des Jan-Delay-Hits St. Pauli.
Das „Piratenschiff“ hatte nach gut 60 Minuten wieder festgemacht und es folgten die Momente, die für alle Anwesenden ebenso schön, wie wertvoll waren, denn es bedurfte nicht vieler Worte, um auszudrücken, dass sowohl INTENSIVkinder als auch die DRUM-Piraten eine schöne Zeit miteinander verbracht hatten: Die Augen erzählten Bände …
Zudem durften sich die Piraten noch über kleine Präsente, die „wohlverdiente Heuer“, freuen, die einige Behinderte ihnen direkt im Anschluss übergaben: „Pflaster-Kreide“, mit der allerhand Piratengeschichten auf den Asphalt gebannt werden können.
„Was kann es Schöneres geben, als wenn gesunde Kinder Musik für INTENSIVkinder machen, mit ihnen ein zwangloser, direkter Kontakt entsteht und ALLEN damit einen schöner Nachmittag, ein schönes Erlebnis bereitet werden kann?“, freute sich Voß. Eine für alle Seiten sehr wertvolle Veranstaltung fand ihr Ende und glich dabei der letztjährigen:
Unverkrampftes Miteinander und gelebte Menschlichkeit, die eine oft nur plakativ und inhaltslos geführte Inklusions-Diskussion ad absurdum führt.

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Link zum Artikel Veranstaltung 2014:
www.myheimat.de/ronnenberg/kultur/drum-piraten-und-intensivkinder-erleben-miteinander-wertvolle-momente-d2582651.html

Infos zu INTENSIVkinder zuhause e.V.:
www.intensivkinder.de

Infos zu den DRUM-Piraten Kirchdorf:
www.drumpiraten-kirchdorf.de

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Die DRUM-Piraten freuen sich immer über „kleine Seeräuber auf Trommelkurs“. Wer gerne auch mehr von Störtebeker oder anderen maritimen Geschichten erfahren möchte, kann gerne mit auf große „Kaperfahrt“ gehen.
„Anheuern“ ist ganz einfach:


Herzlich eingeladen sind alle Kinder von 4 − 12 Jahren, die gerne auch als Piraten kostümiert und geschminkt kommen können und Spaß am gemeinsamen Trommeln und Singen haben.
− Ein Neueinstieg ist jederzeit möglich.
− Instrumente sind in begrenzter Zahl vorhanden.

Natürlich stärken sich die Piraten beim gemeinsamen
„Piratenschmaus“.

Die Teilnahme ist kostenlos
um Spenden zum Erhalt der Gruppe wird gebeten.

Wo?
„Arche“ (Gemeindehaus Heilig-Kreuz-Kirche) in Kirchdorf,
Landstraße 79, 30890 Barsinghausen

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Probentermine 2015:
• 18. April
• 09. Mai
• 30. Mai
• 04. Juli
• 06. September (So.)
• 10. Oktober
• 07. November
• 05. Dezember

=> 12:00 - 13:30 Uhr.
(Änderungen vorbehalten!)

weitere Infos: www.drumpiraten-kirchdorf.de
oder telefonisch bei Brigitte Schreiber:
Tel.: (05105) 82141
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