Tafelrunde mit Familie, Pfarrer, Bürgermeisterin und Obermieter

Eheleute Heinz-Georg und Ursula Buschold
 
Pfarrer Wolgang Semmet spricht einen Segen über das katholische Ehepaar aus der Gemeinde St. Godehard
Hannover: Linden-Süd |

Zum 65. Bestehen der Ehe von Ursula und Heinz-Georg Buschold am 06. Oktober 2016 kündigen sich bei ihnen unerwartet hohe Gäste an. Ihre Tochter Petra ist jedoch involviert und freut sich über die gelungenen Überraschungen. Unter ihnen ist Hannovers Bürgermeisterin Regine Kramarek.

„Ich liebe Sie noch so, wie am ersten Tag“, soll Heinz-Georg Buschold zu seiner Frau auf der Goldenen Hochzeit gesagt haben. Ihre Enkeltochter Mareike erinnert sich noch an diesen Satz. Währendessen sitzt die Familie heute und damit 15 Jahre später im Esszimmer des Jubelpaares und feiert das seltene Fest der Eisernen Hochzeit. Stolz präsentiert Ursula mir, dem Mitbewohner der überliegenden Studenten-WG, ihre Fotos mit Kindern und Enkelkindern. Unvergesslich bleibt Ursulas Aufregung, als sie von ihren fünf Kindern erzählt. Vier von vielen Urenkelwünschen sind den beiden bereits erfüllt worden.

Aber auch einige große Schicksalsschläge musste die Familie hinnehmen. Traurig blickt sie auf die Bilder an der Wand, auf denen ihr Sohn abgebildet ist, der vor 3 Jahren durch einen Herzinfarkt ums Leben kam. „Ich sage mir aber immer, ich muss weitermachen und ich habe auch noch vier andere Kinder, um die ich mich kümmern muss“, sagt Ursula. Immer wieder erzählt sie von ihm und freut sich über die Zeit, die sie mit ihm hatten.

Der Weg in die Stadt

Der erste geplante Besuch erscheint. Es ist der Pfarrer aus St. Godehard Wolfgang Semmet, der als neuer Geistlicher der Gemeinde das Ehepaar besucht, segnet und beglückwünscht. Auf Semmets Frage, wie sie sich kennengelernt haben, entgegnet Heinz: „Wir waren Nachbarskinder und jeder wollte Ursula haben, doch ich habe sie bekommen.“ Heinz-Georg war damals in seiner Lehre zum Maler in Eichsfeld, während Ursula kleine Arbeiten im Handwerk verrichtete bis das Paar heiratete und später nach Hannover zog. In der Großstadt erhielt er einen besseren Job und sie zogen wenige Jahre darauf in die Wohnung, die sie bis heute noch bewohnen – seit 58 Jahren.

Auf gut Glück

Kurz nach dem sich der Pfarrer verabschiedet hatte, erreichen das Jubelpaar die weltlichen Glückwünsche. Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Hannover Regine Kramarek betritt des Essnzimmer mit einer Ehrenurkunde des Bundespräsidenten. Sie überreicht die staatliche Ehrung und nimmt in der Runde Platz. Heinz-Georg antwortet gerade auf die Frage nach ihren größten Erlebnissen zu zweit: „Die großen Familienfeiern und unsere Besuche bei meinem Bruder Ulrich, der sich an Amerikas Westküste selbstständig gemacht hatte, waren besondere Momente für uns. Mit ihm waren wir sogar in Las Vegas und wollten dort das große Glück machen“, sagt Heinz und schaut lachend zu Ursula, als wolle er sagen, dass er sein Glück bereits gefunden habe.

„Mach mal langsam Heinz“

Zwei Tage später treffe ich nochmal auf die beiden. Ich entschuldige mich, dass ich nicht alles behalten habe und stelle noch ein paar Fragen für diesen Artikel. Es ist bereits halb elf, doch Heinz und Ursula sind gerade erst aufgestanden, um zu frühstücken. Mir ist es etwas unangenehm. Ursula bringt mich in das Esszimmer und setzt mich an den gedeckten Tisch. „Warte kurz wir kommen gleich dazu“, sagt sie. „Ursula kannst du mir bitte den Rücken eincremen?“, ertönt es aus dem Badezimmer. „Ursula, ich kann nicht so lange stehen“. „Mach mal langsam Heinz“, entgegnet sie. Als sich die beiden nach einer Weile an den Tisch setzen, verbringen wir noch eine Stunde mit Familiengeschichte und einem gemütlichen Frühstück.
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