Ich hab’s gelesen: „Böser Wolf“ von Nele Neuhaus

Die Leiche einer misshandelten, jungen Frau wird gefunden – aber niemand vermisst das Mädchen.

Eine Reporterin will mit einer Enthüllungsgeschichte ihre schwächelnde Sendung aufmöbeln.

Die ermittelnden Beamten, Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein tappen zunächst völlig im Dunkeln.

Doch dann entwickelt sich eine grausige Geschichte von fast nicht zu überblickendem Ausmaß.

Im Kern der Story geht es um Kindesmissbrauch.

Aber da kommen wir auch gleich zu meinem Hauptkritikpunkt.

Die Sache entwickelt sich in so großen Dimensionen und bis in landesübergreifende höchste Kreise von Industrie und Politik – da ist der Rahmen eines Regional-Krimis dann doch weit überschritten.

Und weil die Sache so überdimensioniert ist, wird das Thema, m. E., dann nicht mehr mit der notwendigen Nähe und Intensität, sondern eher uninspiriert und distanziert abgehandelt.
Es fehlt an emotionaler Tiefe, die bei einem so schlimmen Thema angebracht wäre.

Auch wird der Weg zur Täterfindung oft durch völlig neue Ideen erbracht und nicht durch folgerichtige Untersuchungen im Rahmen Geschichte.

Das Ende ist entsprechend – für mich etwas enttäuschend.

Mein Fazit:

Mittelgut.

Für einen Regionalkrimi maßlos übertriebene Story, aber kein schlechter Krimi.
Der Schreibstil ist flott, das Buch gut zu lesen.

Das Thema ist schrecklich und nimmt einen in Bann. Allerdings streckenweise viel zu distanziert geschrieben, als hätte die Autorin dann doch Angst vor der eigenen Geschichte bekommen.
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1 Kommentar
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Karola N aus Donauwörth | 12.04.2014 | 11:30  
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