Fototipps: Unterwegs im Urlaub auf den Horizont achten

Hier kam es mir auf den Himmel und die Wolken an. Deshalb legte ich den Horizont in den unteren Bildteil. Die Aufnahme zeigt übrigens das Kloster Marienwerder in Hannover.
 
Sand, Sand und nochmals Sand: um die Sandwüste der Dünen von Maspalomas (Gran Canaria) zu betonen, rückte der Horizont noch oben.
Der Fotoapparat gehört ins Urlaubsgepäck. Selbst Menschen, die sonst nur wenig fotografieren, die Urlaubserinnerungen müssen auch sie auf Film bzw. Speicherkarte bannen.

Zum einen wird man natürlich die Lieben, die einen auf der Reise begleiten, ablichten. Zum anderen gilt es, die eindrucksvolle, für den Urlaubsgast neue und fremde Landschaft im Bild festzuhalten. Davon soll heute die Rede sein.

Wird einmal von der sogenannten 3-D-Fotografie und der Stereofotografie abgesehen, bieten sich die Aufnahmen dem Auge des Betrachters immer nur zweidimensional dar, flach wie eine Flunder. Eine Landschaft lebt aber von der Weite und Tiefe des Raumes. Diese müssen wir irgendwie in unserem Bild einfangen, soll es zu Hause noch wirken. Wenn das Foto aber keine echte Raumtiefe bieten kann, dann muss es halt die Illusion richten. Wie erzeugen wir die Illusion von räumlicher Tiefe?

In einem früheren Fototipp von mir war schon von dem dreiteiligen Aufbau eines Bildes die Rede: Vordergrund, Mittelgrund, Hintergrund. Das soll hier nicht wiederholt werden. Zum Nachlesen sei auf meinem entsprechenden Beitrag verwiesen. Gut machen sich auch Durchblicke, durch ein Tor, ein Fenster, durch Äste von Bäumen oder eben alles, was im Vordergrund das eigentliche Motiv im Mittel- oder Hintergrund einrahmt. Dadurch wird das Auge vom Vordergrund in die Tiefe des Bildes geleitet. Etwas voreilig habe ich schon das Bild vom Hafen in Puerto de Mogan auf Gran Canaria als Schnappschuss bei myheimat eingestellt, ohne an diesen Text zu denken. Das Hafenfoto gibt aber, wie ich finde, ein gutes Beispiel für ein „Rahmen-Foto“ ab. Das Gerüst mit dem Flaschenzug im Vordergrund gibt den Blick zum Ufer mit der Architektur frei. Um die Aufnahme nicht doppelt zu veröffentlichen, hier der Link zum Schnappschuss:
http://www.myheimat.de/hannover-doehren-wuelfel-mi...

Wichtig ist bei Landschaftsfotos daneben insbesondere der Horizont. Eines sollte man grundsätzlich tunlichst nicht machen: die Horizontlinie genau durch die Mitte des Bildes laufen lassen. Das wirkt schnell langweilig. Besser ist es, wir überlegen vor der Aufnahme, welche Teile des Motivs uns besonders beeindrucken. Ist es etwa der Himmel mit tollen Wolken oder ein hoher Turm, dann legen wir den Horizont in das untere Drittel des Bildes. Im Gegenzug: haben wir einen interessanten Vordergrund oder wollen etwas am Boden betonen, dann rückt die Horizontlinie nach oben, ins obere Bilddrittel.

Manchmal ist es zwar nicht so wichtig, ob der Horizont gerade läuft, ja, in einigen, seltenen Fällen kann eine schiefe Linie dem Bild sogar mehr Dynamik vermitteln. Doch das sind Ausnahmen. Insbesondere, wenn Wasserflächen (ein See, das Meer) im Bild auftauchen, sollten wir schon auf einen genau waagerechte Horizont achten. Bei manchen Kameras lassen sich Hilfslinien in den Sucher einblenden. Das ist ein durchaus nützliches Feature. Sicher: am Computer lässt sich einiges mit einem Bildbearbeitungsprogramm auch nachträglich richten. Doch müssen wir dann unsere Bild beschneiden, es fallen Teile weg und das Foto wird kleiner.

Und noch etwas, was Langschläfer sicherlich nicht gerne hören: das schönste Licht für Landschaften gibt es kurz nach dem Sonnenaufgang. Auch okay: das Licht kurz vor Sonnenuntergang. Die Mittagszeit, wenn das Licht steil von oben kommt (und zudem der Blauanteil darin ziemlich hoch ist), ist hingegen keine gute Fotografierzeit.
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5 Kommentare
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Christel Löhle aus Wedemark | 09.07.2014 | 20:26  
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 09.07.2014 | 21:08  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 10.07.2014 | 01:32  
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Johanna M. aus Stemwede | 11.07.2014 | 23:45  
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Gaby Floer aus Garbsen | 13.07.2014 | 05:20  
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