Fototipps: Schönere Fotos mit Blitz

Ein Aufhellblitz wirkt bei Gegenlicht auch im Freien Wunder. Außerdem zaubert das Blitzgerät einen hellen Spot in beide Augen des Models, sie wirken lebendiger.
 
Langzeitbelichtung für die Wischeffekte kombiniert mit einem Blitz, um die Tänzerinnen scharf zu zeigen: Showtanz der Girls der Karnevalsgesellschaft Eugenesen Alaaf Hannover-Mittelfeld.
Das Blitzgerät ist ein sehr nützliches Kamerazubehör. Es erweitert sinnvoll unsere fotografischen Möglichkeiten. Ideal ist natürlich ein Aufsteckblitz mit einem dreh- und schwenkbaren Reflektor. Braucht der Fotograf allerdings nur etwas Licht von vorn zum Aufhellen, tut es meist auch schon der in vielen Kameragehäusen eingebaute Mini-Blitz. Es sind für gelungene Aufnahmen allerdings ein paar Kleinigkeiten zu beachten.

Weil die Fotoszene nach meinem Geschmack bei myheimat etwas zu kurz kommt, will ich ab und zu mit Beiträgen zu Fotothemen den Fokus auch mal auf dieses schöne Hobby richten. Heute soll noch einmal die Verwendung von Blitzgeräten im Mittelpunkt stehen.

Vor allem bei Blitzlichtporträts kommt es oft zu unschönen Aufnahmen. Das Gesicht ist überbelichtet, Hautpartien glänzen und harte Schlagschatten führen auch nicht unbedingt zu Begeisterungsstürmen; die flache Ausleuchtung durch Frontallicht ist in vielen Fällen ebenfalls nicht wünschenswert.

Über die Bande blitzen


In Innenräumen kann sich der Fotograf zumeist leicht helfen. Vorausgesetzt, er verfügt über einen Aufsteckblitz mit beweglichem Reflektor. Einfach das Blitzlicht gegen die weiße Decke richten. Die wirft das Licht breit gestreut und weich zurück. Hauttöne sehen natürlicher aus. Allerdings funktioniert das ganze nur bei weißen Decken. Ist die Decke mit braunem Holz vertäfelt, würde ich von dieser Methode eher abraten. Dann sollte man sich lieber eine andere Fläche suchen, die angeblitzt werden kann, um das Licht zu streuen.

Schatten aufhellen


Die Sonne scheint, die Sonne lacht. Oder die Räume sind durch gleißende Lampen taghell ausgeleuchtet. Doch auch hier kann ein Blitz gute Dienste leisten. Denn: wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Und den kann der Blitz aufhellen und abmildern. Auch bei bestem Wetter und in gut ausgeleuchteten Räumen kann Blitzen deshalb sinnvoll sein. Vor allem bei Gegenlichtaufnahmen eine gute Idee. In Porträtfotos zaubert das Blitzlicht zudem helle Spots in die Augen unserer Models; so wirken sie lebendiger.

Zum Aufhellen eignet sich bereits der in die Kamera eingebaute Blitz. In wieweit aufgehellt werden sollte, hängt vom Motiv ab und ist zum Teil Geschmacksache. Tipp: Deshalb den Blitz manuell steuern und die beste Balance zwischen Aufhellblitz und sonstiger Beleuchtung austesten.

Im Duo blitzen


Wer ein zweites Blitzgerät sein eigen nennt, gewinnt mehr kreativen Spielraum. Ist Nummer 2 ein Systemblitz des Kameraherstellers, so lässt er sich – etwa bei Nikon – direkt von der Kamera mittels TTL-Messung steuern. Sonst muss die richtige Blitzleistung manuell getestet und eingestellt werden.

Heutzutage verfügen externe Aufsteckblitze über eine Fotozelle, die den Blitz zündet, sobald ein anderes Blitzgerät sein Licht auf das Motiv wirft – die sogenannte Slave-Funktion. Früher gab es allerdings auch Geräte, an denen diese Funktion eingespart war. Da half nur ein entsprechender Verteiler zum Aufstecken an der Synchron-Buchse und ein zweites Synchro-Kabel.

Mit einem zweiten Blitz lässt sich das Hauptlicht mit einem schwächeren Aufhelllicht ergänzen. Ein weiterer Vorteil: gerade im Bereich der Aktfotografie führt das „Zangenlicht“ (unser Modell wird quasi von zwei Blitzgeräten links und rechts in die Zange genommen) zu spannenden Bildergebnissen.
Nachteil: Irgendjemand oder irgendetwas muss den zweiten Blitz halten. Wir brauchen also einen Assistenten oder ein Stativ.

Blitzgescheite Doppelbelichtung


Im Prinzip ist jede Blitzaufnahme eine Doppelbelichtung. Denn zum einen registriert der Film oder der Sensor das Blitzlicht, zum anderen – theoretisch jedenfalls – daneben auch noch das vorhandene Restlicht. Ist die Belichtungszeit kurz und/oder die Blende stark geschlossen und das Restlicht schwach, dann spielt das Restlicht für die Aufnahme praktisch keine Rolle. Gerade aber wenn unser Motiv sich bewegt, lässt sich hier durch einen Trick mit Hilfe des Restlichtes eine außergewöhnliche Aufnahme erzielen.

Zum einen streben wir eine Langzeitbelichtung an (Kamera also auf‘s Stativ!). Weil sich das Motiv bewegt, wird es nur verwischt abgebildet. Das kann besonders bei Motiven mit Lichtern schöne Leuchtspuren ergeben. Damit wir unser Motiv aber auch scharf auf dem Foto haben, blitzen wir es während der Langzeitaufnahme zusätzlich an. Durch das Blitzlicht wird es auf dem Bild eingefroren.

Wer über eine Kamera verfügt, bei der sich die Blitzsynchronisation entweder auf den ersten Verschlussvorhang oder dem zweiten Verschlussvorhang einstellen lässt, kann wählen: entweder schiebt das blitzlichtscharfe Hauptmotiv seine Wischspuren vor sich her oder der Wischeffekt leuchtet nach.

Wie das funktioniert, wäre eigentlich schon ein extra Beitrag wert. Deshalb nur ganz kurz: Stellen wir uns ein Motiv vor, dass sich von links nach rechts bewegt. Beim Blitz auf den ersten Verschlussvorhang wird das Blitzlicht zu Beginn der Langzeitbelichtung ausgelöst. Das Motiv erscheint scharf auf der linken Seite, nach rechts führen die Bewegungsspuren. Bei der Einstellung „zweiter Verschlussvorhang“ löst der Blitz erst zum Ende der Belichtungszeit aus. Bei unserem Beispiel wird das Motiv dann rechts scharf und zieht die von links kommenden Wischspuren hinter sich her. Das wirkt übrigens in den meistens Fällen besser.
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4 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 19.06.2015 | 18:45  
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 20.06.2015 | 07:02  
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Karl-Heinz Mücke aus Pattensen | 20.06.2015 | 15:03  
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Jens Schade aus Hannover-Döhren-Wülfel-Mittelfeld | 21.06.2015 | 11:28  
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