Fototipps: Bei Schwarzweiß kommt es auf Linien und Formen an

Linien und Formen sind bei Schwarzweiß-Fotos besonders wichtig. Das Bild zeigt einen Laubengang auf dem Engesohder Friedhof in Hannover.
Schwarzweiß-Fotos sind wieder im Kommen. Ein Tick Nostalgie ist bestimmt auch mit dabei. Doch es gute Gründe, sich einmal auf grauwerte zu beschränken. Ohne Farbe hat ein Bild einen ganz eigenen Charme. Das Motiv wird abstrahiert, Form, Linien und Flächen kommen besser zur Geltung.

Weil die Fotoszene nach meinem Geschmack bei myheimat etwas zu kurz kommt, will ich ab und zu mit Beiträgen zu Fotothemen den Fokus auch mal auf dieses schöne Hobby richten. Heute will ich einmal eine Lanze für die Schwarz-Weiß-Fotografie brechen.

Eigentlich müssten die Schwarzweiß-Fotos ja Graustufen-Bilder heißen, denn in aller Regel sind mehr Tonwerte als nur Schwarz und Weiß im Foto enthalten. Aber eine besondere grafische Wirkung können wir erzielen, wenn wir die Tonwerte wirklich auf wenige Stufen beschränken und uns beim Motiv ganz auf die Form und die Linien konzentrieren.

Früher, zu analogen Zeiten war das schon ein Aufwand; der Film musste – sollten solche Effekte erzielt werden – möglichst schon im hart arbeitenden Entwicklerbad zum Negativ werden, unter den Vergrößerungsgerät hantierte man anschließend mit Papieren der Gradationsstufen 4 oder gar 5. Wie's geworden war, sah man endgültig zumeist erst später nach dem Wässern bei Tageslicht. Und wenn‘s nicht gefiel, musste die ganze Sache von vorn beginnen. Am PC haben wir es heute einfacher. Wobei die Befehle „Graustufenbild erzeugen“ (oder ähnlich) und Entsättigen möglichst vermieden werden sollten. Denn damit verliert der Fotograf jeden Einfluss auf die Umwandlung vom Farbfoto zum schwarzweißen Kunstwerk. Photoshop bietet mittlerweile über den Befehl „Schwarzweiß“ eine komfortable Möglichkeit, die Besitzer älterer Versionen können stattdessen auch mit dem „Kanalmixer“ gute Ergebnisse erzielen. Für andere Bildbearbeitungsprogramme gibt es ähnliche Methoden.

Manche Kameras bieten die Möglichkeit, bereits von vornherein in Schwarzweiß die Bilder aufzuzeichnen. Vorteil der Sache: im elektronischem Sucher oder auf dem Display lässt sich die Wirkung schon vorab gut beurteilen. Einen Nachteil gibt es aber auch: Wenn man es sich hinterher anders überlegt, gern auch ein Farbbild hätte, dann gibt es ein Problem. Nur wer seine Bilder im RAW-Format abspeichern kann, ist bei dieser Methode auf der sicheren Seite.
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3 Kommentare
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 09.10.2013 | 23:05  
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Christiane Mahnke aus Seelze | 10.10.2013 | 09:01  
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Thomas Wagner aus Augsburg | 10.10.2013 | 10:08  
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