Fototipps: Bei Landschaftsfotos ist der Horizont wichtig

Bei dieser Landschaftsaufnahme ist der namensgebende Bildteil ganz nach unten gerückt und nimmt weniger als 1/3 des Bildes ein. Damit wollte ich die beeindruckende Wolkenformation am Golf von Mexiko nahe Mobile (Alabama) betonen.
Wer neudeutsch „outdoor“ fotografiert, also draußen vor der Haustür, bekommt unweigerlich eine ganz bestimmte Linie mit ins Bild. Und das ist die Horizontlinie. Sie teilt das Foto in einen Erd- und einen Himmelsteil. Für die Bildgestaltung ist es wichtig, genau darauf zu achten, wo der Horizont durch unsere Landschaftsaufnahme verläuft.

Weil die Fotoszene nach meinem Geschmack bei myheimat etwas zu kurz kommt, will ich ab und zu mit Beiträgen zu Fotothemen den Fokus auch mal auf dieses schöne Hobby richten. Und da in diesem Jahr 2016 bislang noch kein Fototipp erschienen ist, wird es ja langsam wieder einmal Zeit. Als Thema fiel mir zuerst „Silvesterfeuerwerk“ ein. Dieser Motivbereich ist mir noch aus unmittelbar zurückliegender praktischer Erfahrung besonders geläufig. Anderseits könnte vielleicht der eine oder andere Leser ein „zu spät“ in Richtung Bildschirm rufen. Und wer will schon als Gestriger gelten? Nach der Wintersonnenwende werden die Tage wieder länger, und da zieht es uns Fotografen doch hinaus ins Freie. Und schon haben wir zwangsläufig den Horizont im Bild. Also kann man doch darüber mal was schreiben.

Viele Freunde der Lichtbildnerei sehen oft nur das Vordergrundmotiv und schenken der in weiter Ferne verlaufenen Horizontlinie keine Aufmerksamkeit. Wenn ich von einem besonderen Motiv gepackt bin, will ich mich da gar nicht ausschließen. Leider passiert es in diesen Fällen – es ist da wie verhext – ziemlich oft, dass der Horizont dann genau durch die Bildmitte läuft. Das kann bei einigen Bildideen durchaus die Aussagekraft des Fotos steigern – wie heißt es so schön: „keine Regel ohne Ausnahme“ – doch in der überwiegenden Zahl der Aufnahmen führt dies nur zu einem Ergebnis: Unsere doch so beeindruckende Landschaft wirkt auf dem Monitor oder als Ausdruck irgendwie langweilig.

Das lässt sich durch eine einfache Methode vermeiden. Bestimmt wird jetzt der eine oder andere wissend nickend. Es geht um die Drittel-Regel. Man teile sein Motiv in drei gleiche Abschnitte. Je nachdem, wo unser Hauptaugenmerk liegt – am Boden oder, weil es ein Baum, ein Turm oder nur die schöne Wolkenbildung ist, im Himmel – schenken wir diesem Motivteil zwei Drittel des Bildes. Also entweder zwei Drittel Erdboden und ein Drittel Himmel oder umgekehrt. Damit kann man eigentlich kaum etwas falsch machen. Unsere Aufnahme wird in aller Regel harmonisch und gefällt dem Auge des Betrachters. Bei modernen Kameras lässt sich ein Gitternetz mit drei wagerechten Linien im Sucher oder auf dem Display einblenden. Das kann bei der Bildgestaltung hier durchaus hilfreich sein.

Doch manchmal möchten wir ein ganz besonders, außergewöhnliches Foto machen. Und da hilft es, wenn wir bewusst von der Regel abweichen. Haben wir etwa bei einer Landschaftsaufnahme einen tollen Himmel mit Sonnenuntergang oder beeindruckenden Wolken, dann rücken wir einfach mal unsere Landschaft weiter nach unten und billigen ihr weitaus weniger als das berühmte Drittel zu. Und schon fällt unser Bild auf, weil es eben anders als üblich ist. Einfach beim nächsten Fotoausflug mal bewusst auf den Horizont achten und mit der Horizontlinie „ein bisschen spielen“. Viel Spaß.
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5 Kommentare
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 01.01.2016 | 15:35  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 01.01.2016 | 17:29  
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Mike Zehrfeld aus Schwabmünchen | 01.01.2016 | 17:53  
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Frank Werner aus Wernigerode | 01.01.2016 | 18:13  
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Jens Schade aus Hannover-Döhren-Wülfel-Mittelfeld | 01.01.2016 | 20:48  
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