Wie Afrika nach Döhren kam: Ibrahim aus Burkina Faso

Ibrahim Derra zeigt Kunst aus Draht, Blech und Fantasie.

Ibrahim Derra, Gast im „afrikanischen Garten“ in der Döhrener Querstraße, verblüfft mit seinen afrikanischen Spielzeugen. Er macht Heuschrecken und Schmuckstücke aus Draht sowie Autos und Motorräder aus alten Blechdosen. Er lebt vom Verkauf dieser kleinen Kunstwerke. Angefangen hat alles vor vielen Jahren in Burkina Faso, einem westafrikanischen Staat mit 16 Mio. Einwohnern.

Ibrahim Derra kommt aus bescheidenen Verhältnissen. Er wächst bei einer Pflegemutter auf. Für einen Schulbesuch reicht es nicht. Auch an teure Spielsachen ist nicht zu denken. Als dann nur der Sohn seiner Pflegemutter ein Fahrrad bekommt, möchte er nicht zurückstehen. Er bastelt sich sein eigenes kleines Fahrrad. Das macht ihm Mut und er versucht es mit weiteren Spielzeugen. Als Material nimmt er, was andere nicht mehr brauchen.

Sein erstes Meisterwerk

Er ist 12 Jahre alt, als erstmals Touristen auf seine Spielsachen aufmerksam werden. Anfangs freut er sich über die unerwartete Anerkennung. Später erkennt er die Möglichkeiten, damit etwas zu verdienen. "Ich habe mich nicht kleinkriegen lassen und mir immer meinen Optimismus bewahrt. Mein erstes Meisterwerk war ein Spielzeugfahrrad aus Draht, das fanden die Touristen wirklich interessant", erinnert sich der Spielzeug-Künstler an die ersten Verkäufe vor 25 Jahren.

"Ich habe mich selbst im Traum gesehen, wie ich einen Vogel gebastelt habe. Das habe ich dann auch versucht. Die ersten Versuche waren aber nicht so toll, trotzdem habe ich nicht aufgegeben", erzählt Ibrahim Derra. Allmählich wird seine Palette immer größer und er wird auch immer besser in seinem Handwerk. Anfangs braucht er einen ganzen Tag um ein vorzeigbares Fahrrad aus Draht zu erstellen, später schafft er bereits bis zu sechs davon pro Tag.

Kontakt nach Döhren

1996 ist er mit seinen kleinen Exponaten auf dem panafrikanischen Film- und Fernsehfestival FESPACO in Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso. Dort lernt er Jürgen Wunderlich kennen. Der heutige Döhrener aus der Querstraße ist für den Entwicklungsdienst DAAD im benachbarten Land Benin als Deutschlehrer an einem Gymnasium tätig. Die beiden werden Freunde und der Lehrer lädt den afrikanischen Künstler nach Deutschland ein.

Seine erste Ausstellung mit Schmuck, einfachen Drahtvögeln und komplizierten Blechwindrädern hat Ibrahim Derra im Jahre 2000 in Kassel. Später folgt Hannover. Inzwischen lebt er hier (artibra@web.de, 0511/64 20 96 23) und zeigt seine Kunst aus Draht, Blech und Fantasie auf dem Afrikamarkt in Steinhude, beim Weltkindertag am Maschsee, bei afrikanischen Festen und manchmal auch in Döhren.

Der erste Beitrag aus dieser Folge: Wie Afrika nach Döhren kam: Der Lehrer aus Benin
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