Wie Afrika nach Döhren kam: Der Lehrer aus Benin

Jürgen Wunderlich hat im "afrikanischen Garten" in der Querstraße 30 regelmäßig afrikanische Künstler zu Gast.

Es sind schon über 35 Jahre vergangen. Da war der heutige Döhrener Jürgen Wunderlich mit dem VW-Bus durch Afrika getourt und hatte sich unsterblich in den Kontinent verliebt. Dabei sollte es eigentlich nach Südamerika gehen.

Ein halbes Jahr nach seiner Referendarszeit wollte der Deutschlehrer mit dem VW-Bus nach Südamerika. Weil das aber die Reisekasse gesprengt hätte, wurde daraus eine sechsmonatige Afrikatour von der Sahara bis zum Tschad in Zentralafrika. Die üppige Natur und die große Herzlichkeit der Menschen nahmen ihn gefangen. "Trotz vieler materieller Probleme waren die Lebensfreude, die Natürlichkeit und das unkomplizierte Miteinander der Menschen überwältigend. Das hat mich motiviert, mit dem Entwicklungsdienst DAAD zweieinhalb Jahre als Deutschlehrer nach Benin zu gehen", berichtet Jürgen Wunderlich.

In Benin, einem Staat zwischen Togo und Nigeria, leben etwa 8,5 Mio. Einwohner. Der junge Lehrer unterrichtete das Fach Deutsch an einem Gymnasium in Paracou, einem Ort mit 200.000 Einwohnern im Landesinnern von Benin. "Für afrikanische Kinder war es eine große Auszeichnung, in ein Gymnasium zu gehen. Trotz riesiger Klassen mit 80 Schülern waren sie sehr motiviert und wissbegierig", erinnert sich der Lehrer gern an diese Zeit.

Eine kleine Geschichte

In Afrika ist es viel selbstverständlicher, mit anderen zu teilen, erzählt Jürgen Wunderlich eine kleine Geschichte. "Die Kuh sagt nicht Danke zu dem Fluss, aus dem sie trinkt", so ein afrikanisches Sprichwort. So hatte er sich anfangs gewundert, dass ein Hausangestellter immer häufiger Gäste hatte. Verwandte aus seinem Dorf, Freunde und Bekannte kamen zu Besuch. Das Haus wurde immer voller. Für den Hausangestellten mit Einkommen war es selbstverständlich die anderen zu bewirten, denn er war zu etwas gekommen, was er weitergeben konnte.

Seitdem hat der Lehrer viele afrikanische Länder besucht und schwärmt von seinen Radtouren in Afrika (www.Afrika-erleben.de). In dieser Zeit hat er auch zahlreiche Kontakte geknüpft. So lernte er auf dem panafrikanischen Film- und Fernsehfestival FESPACO in Ouagadougou, der Hauptstadt des westafrikanischen Staates Burkina Faso, viele Künstler kennen, die er nach Deutschland einlädt. Einige davon waren bereits im "afrikanischen Garten" in der Querstraße 30 bei ihm in Döhren zu Gast. Dann gab es die unterschiedlichsten Kunstwerke zu sehen und traditionelles afrikanisches Essen. Beim letzten Mal waren das die Yamswurzel und Alloco, ein westafrikanisches Gericht aus in Palmenöl gebratenen Kochbananen mit einer Soße aus Tomaten und Zwiebeln.
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