30. Selbsthilfetag 2016 in Hannover: Mit Mut auch Burnouts, Depressionen und Ängsten begegnen

30. Selbsthilfetag in Hannover: Viele ließen sich von den Selbsthilfegruppen gegen Depression, Burnout und Ängste in Garbsen-Berenbostel über Heilungschancen für Betroffene und Hilfen für deren Angehörige informieren.
 
Hab Mut, es tut gut: Keine Hundebisse, sondern die gutmütige Golden-Retriever-Hündin Luna erwartete die Gäste am Stand am Kröpcke.
Hannover: Kröpke |

Wie können Sie eine Depression, ein Burnout oder Ängste überwinden? Beim 30. Selbsthilfetag am Samstag, 21. Mai, in Hannovers City gaben auf diese Fragen auch die beiden Selbsthilfegruppen gegen Depression und gegen Ängste „Hab Mut, es tut gut!” und „Mittendrin - trotz Angst” aus Garbsen-Berenbostel Neugierigen hilfreiche Antworten.

Über 90 der gut 300 Selbsthilfegruppen in der Region Hannover nutzten die Chance, sich diesmal in größerem Rahmen zu präsentieren. Schon mehrfach haben sich die beiden Berenbosteler Selbsthilfeteams an dieser Aktion beteiligt, wo sie mit vielen Betroffenen und deren Angehörigen spontan ins Gespräch kommen. „Depression hat sich längst zu einer häufig verdrängten Volkskrankheit entwickelt, die aber gut behandelt werden kann“, weiß Gruppenleiter Stefan Loth. Schließlich treffe mindestens etwa vier Millionen Bundesbürger oder fünf Prozent der Deutschen einmal in ihrem Leben eine Depression, wie Krankenkassen schätzen.

Eine Depression muss überhaupt nicht so enden wie im Falle des beliebten Torwarts von Hannover 96, Robert Enke. Ohne seine persönlichen Schwierigkeiten professionellen Helfern anzuvertrauen, hatte der sportliche "Hoffnungsträger" seinem Leben 2009 ein Ende gesetzt. Stefan Loth: „Wenn Betroffene und Angehörige dagegen ihre Schwierigkeiten offen ansprechen, finden Sie in der gesamten Region viele gute Ansprechpartner und nützliche Hilfen. Dann ist Depression auch heilbar."

Wer hilft Betroffenen weiter?


Regionsweit gibt es Selbsthilfegruppen, Sozialpsychiatrische Dienste als rasch verfügbare Beratungsstellen, Psychologen und Psychiater, ambulante psychiatrische Pflegedienste für Hausbesuche und nur für ambulant nicht mehr behandelbare Notfälle psychiatrische Krankenhäuser. „Wer innerlich bereit ist, sich professionell aus einer Krisensituation heraushelfen zu lassen, dem kann auch geholfen werden“, sind sich die Mitglieder der Berenbosteler Selbsthilfegruppen einig.

Erfahrungsgemäß nutzen mehr von Depression, Burnout oder Ängsten betroffene Frauen als Männer diese Chancen. Stefan Loth: „Leider sehen es Männer immer noch häufiger als unmännliche Schwäche an, eine Depression oder einen Burnout zuzugeben und damit zum Arzt zu gehen!” Sie lindern derartige Leiden häufiger mit Alkohol und anderen Suchtmitteln statt ihre Probleme mit professionellen Helfern anzugehen und zu lösen.

Keine Frage: Depressiven und Burnout-Patienten, die länger unter Antriebslosigkeit, innerer Leere, Mutlosigkeit und Selbstzweifeln leiden, kann oft bereits mit menschlichem Beistand, professioneller Beratung, ambulanter Therapie und wenigen Medikamenten eines Facharztes geholfen werden. Auch aus schwierigen Lebenssituationen können sie mit professioneller Hilfe wieder herausfinden. Dafür kennen die Selbsthilfegruppen in Berenbostel genügend Beispiele.

Beliebt sind Selbsthilfegruppen z. B. für Depressionskranke, da sich Betroffene und Angehörige über ihre schwierige Situation vertraulich austauschen, unterstützen und stärken können. Soziale Kontakte nach krankheitsbedingtem Rückzug wieder aufzubauen, gilt als ein wichtiger Schritt zur Genesung der Erkrankten. Hilfreiche Vorträge von Experten, gemeinsame Aktivitäten wie Grillen, Ausflüge oder Spieleabende zählen u. a. zum Programm der Selbsthilfegruppen gegen Depression oder Ängste.

Tipp für Betroffene: Wer sich einer der Selbsthilfegruppen in Garbsen-Berenbostel anschließen möchte, wende sich vertraulich an Stefan Loth, Tel. 05131-4381120.

30 Jahre Selbsthilfe-Zentrale KIBIS


Seit nunmehr 30 Jahren fördert und koordiniert die zentrale Kontaktstelle KIBIS sämtliche Selbsthilfe-Aktivitäten in der Region Hannover. Noch bis zum 29. Mai zeigt KIBIS die Ausstellung „Selbsthilfe zeigt Gesicht“ im Bürgersaal des Neuen Rathauses Hannover, anschließend in vielen Städten und Gemeinden der Region.

Auf der Website www.kibis-hannover.de finden Interessierte alle in der Region Hannover vertretenen Selbsthilfegruppen.
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 24.05.2016 | 21:34  
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