Interview mit Professorin Rosemarie Kerkow-Weil von der Fachhochschule (FH) zum UnternehmerinnenTag Niedersachsen 2011 "Selbstständig im Heilberuf" am 24. September

UnternehmerinnenTag Niedersachsen 2011 "Selbstständig im Heilberuf" am 24. September
 
www.unternehmerinnentag2011.de

Hannover: Neues Rathaus Hannover | „Gerade in dieser Branche lässt sich noch ungeheuer viel bewegen.“ Professorin Rosemarie Kerkow-Weil von der Fachhochschule (FH) Hannover wirbt um mehr Personal, innovative Lösungen und neue Netzwerke für die Heilberufe.

Gut 65.000 Menschen arbeiten allein in der Region Hannover schon in der Gesundheitswirtschaft.Sehen Sie noch viel Personalbedarf?

Ja, vor allem in dem Bereich der Pflege. Bis zum Jahr 2023 liegt der Bedarf laut Prognose um 30 Prozent höher. Außer diesem quantitativen, gibt es einen
qualitativen Bedarf. Wir brauchen innovative Lösungen für alles rund um Pflegebedürftigkeit und Krankheit.

Die Zahl der Älteren, die Pflege brauchen, wird immer größer, die Zahl derjenigen, die sie pflegen können, dagegen immer kleiner. Was
gilt es da zu tun?

Wir müssen die Qualifizierung von Pflegepersonal fördern und ihnen Karrieremöglichkeiten in einem attraktiven Beruf aufzeigen. 83 Prozent der MitarbeiterInnen sind weiblich, aber es gibt für sie zu wenig Modelle, um Familie und Beruf zu vereinbaren. An der Hochschule Hannover haben wir in Kooperation mit zwölf Krankenhäusern einen dualen Studiengang entwickelt, der für gehobene Aufgaben in der Pflege qualifiziert. Er kombiniert Ausbildung
und Studium. Dir Krankenhäuser werden durch dieses Angebot attraktiver auch für Auszubildende mit Abitur.

Etwa jeder fünfte Bürger hat einen Migrationshintergrund.
Findet er im Alter oder bei Krankheit genug Hilfsangebote?

Inzwischen gibt es etliche Angebote für diesen Personenkreis – von multikulturellen Pflegediensten bis zu speziellen Service der Krankenhäuser. Natürlich ließe sich das noch ausweiten.

Sie sind ausgewiesene Expertin fürs Pflegewesen. In welchen Bereichen sehen Sie die größten Chancen für Frauen, sich selbstständig zu
machen?

Bisher hat sich der überwiegende Teil von Frauen in ambulanten Pflegediensten selbstständig gemacht. Weiteren Bedarf sehe ich jm Bereich der Beratung für PatientInnen und Angehörige, weiter im Bereich
der Bildung sowie der Gesundheitsvorsorge und der
Rehabilitation.

Die Gesundheitswirtschaft ist eine Boombranche. Frauen sind ihr Motor. Immerhin macht jede achte, die eine eigene Firma gründet, das in diesem Bereich. Wie lässt sich dieser Anteil weiter steigern?

Einige rechtliche Bedingungen sind ein Hemmschuh. Sie erlauben nur die eigenständige Existenz in ambulanten Pflegediensten oder für Hebammen und
Heilpraktikerinnen in eigenen Praxen. Für die Zukunft wäre eine Netzwerkbildung zwischen den Gesundheitsberufen sehr wichtig.

Sie selbst haben eine beispielhafte Karriere hingelegt - von der Arzthelferin zur Kinderkrankenschwester, dann über ein Studium zur Professorin für Pflegewesen und an die Spitze einer Hochschule. Haben Sie einen persönlichen Tipp für Frauen, die sich in und für Heilberufe
engagieren?

Sie müssen neugierig sein und bleiben auf die Chancen, die in dem Berufsfeld liegen und die eigene Ressourcen einbringen, um mit zu gestalten. Gerade
in dieser Branche lässt sich noch ungeheuer viel bewegen.

Der Unternehmerinnentag Niedersachsen 2011 – Selbstständig
im Heilberuf - findet am Samstag, 24. September, von 9.30 Uhr
bis 17.00 Uhr im Neuen Rathaus, Trammplatz 2 in Hannover
statt. Die Teilnahmegebühr beträgt einschließlich Mittagessen
und Tagungsgetränken 20,00 Euro. Bei Bedarf ist Kinderbetreuung
inklusive.

Anmeldungen nimmt Gründerinnen-Consult Hannover, Hohe
Straße 11, 30449 Hannover bis zum 16. September unter der
Telefonnummer 05 11 / 92 40 01 20 oder auf der Internetseite
www.unternehmerinnentag2011.de entgegen. Hier finden Sie
auch weitere Informationen und das ausführliche Programm.

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