Parks und Gartenanlagen um Hannover: Ein Hauch von Englands Gartenkunst im Hinüberschen Garten

Hinüberscher Garten Hannover: Ein Gefühl von Mittelalter am Hexenturm
 
Blick vom Hexenturm im Hinüberschen Garten in die Landschaft, die sich hinter dem Garten anschließt

Hannover: Hinüberscher Garten | Im hannoverschen Stadtteil Marienwerder direkt an der Leineaue liegt der im englischen Stil gestaltete "Hinübersche Garten", der 1766 nach Plänen des Klosteramtmannes Jobst Anton von Hinüber angelegt wurde. Er zählt zu den ersten Landschaftsgärten in Deutschland. Viele gezielt gesetzte Elemente sind auch heute noch im Garten, der im Lauf der Jahrhunderte nie grundlegend verändert wurde, zu entdecken.

Am Hexenturm, der am Ende des Parks erhöht auf einer bewaldeten Düne liegt, können Sie ihre Phantasie spielen lassen und vom Mittelalter, Rittern und Hexen träumen. Allerdings stammt diese künstlich angelegte Turmruine aus dem 18. Jahrhundert und wurde ganz gezielt als Blickpunkt in den Garten gebaut. Von der Spitze des Turmes haben sie einen schönen Blick auf den Garten und die nahe Leine. Ein gewundener Weg führt von der Düne hinunter zum Fluss, der sich an den Garten schmiegt.

Dieser Teil des Gartens wurde natürlich belassen und ist Lebensraum für viele Vögel und Insekten. Auf der anderen Seite zum Park geht der Blick über Wiesen zurück zu den Bäumen und der Turmruine auf der Düne. Am Weg über die Wiese wurde 1996 eine Eiche an der Stelle gepflanzt, wo noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts der Stumpf der "Königseiche" zu finden war. König Ernst August von Hannover gab ihr ihren Namen, als er verbot, dass diese "Naturmerkwürdigkeit" gefällt wurde. Links liegt das Quantelholz, ein Waldstück mit alten Buchen und Eichen. Nach einem kurzen Spaziergang durch den Wald wird der Blick wieder auf die Wiesen vor der Leine und das Denkmal für Cecilie von Issendorf frei. Die Nichte von Gerhard von Hinüber war an dieser Stelle 1818 bei einem Reitunfall tödlich verunglückt. Ein Gedenkstein mit Inschrift erinnert hier an sie.

Folgt man dem Weg weiter an der Leine entlang, gelangt man über den "Grünen Ring" nach Seelze und Letter. Auf der rechten Seite im Garten sind die Gebäude des Klosters Marienwerder zu sehen. Auch hier führt ein Weg an Wiesen vorbei zum ehemaligen Garten des Amtsmannhauses. Typisch für Landschaftsgärten im englischen Stil war es, am Haus Blumengärten anzulegen. Das Haus steht heute nicht mehr, ein paar Steine erinnern an den Standort. Blumenbeete wurden wieder angelegt. Von hier konnte man früher auch über eine Blickachse bis zum Obelisken auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Parks schauen. Und auch vom 15m hohen Obelisken zum Hexenturm gab es einst eine Blickachse. Heute ist dieser Blick nicht mehr frei. Allerdings kann dieser nun wieder zur Blumeninsel und zum Denkmal für Gerhard von Hinüber schweifen. Ursprünglich stand am Teich mit der Blumeninsel ein chinesischer Pavillon, der wie die Brücke und Grotte am Teich leider nicht erhalten ist. Doch auch jetzt ist der Teich ein schöner Blickfang im Garten und strahlt Ruhe aus. Auf dem Weg zum Obelisken im Klosterforst gegenüber liegt der Druidenaltar im Wald. Drei große Steine liegen hier bewusst als gestalterisches Element im Garten platziert. Hinter dem Friedhof führt ein steiler Weg hinauf zum Obelisken, der wie der Hexenturm auf einer Düne steht. Der heute etwas abseits des Gartens stehende Stein sollte bei Ihrer Tour durch den Landschaftsgarten ruhig ebenfalls angesteuert werden.

Der Hinübersche Garten ist ein Schmuckstück, an dem Sie bei Ihrer nächsten Fahrt Richtung Garbsen unbedingt für einen ausgedehnten Spaziergang anhalten sollten. Lassen Sie sich überraschen, von den verschiedenen gestalterischen Blickpunkten und Aussichten, die dieser schöne Garten zu bieten hat. Gemütliche Bänke laden überall zu einer kleinen Pause ein.

Vollkommen zu Unrecht steht der Hinübersche Garten im Schatten des in Hannover bekannteren Georgengartens http://www.myheimat.de/hannover-herrenhausen/kultu... in den Herrenhäuser Gärten. Dabei war der Hinübersche Garten der erste Landschaftsgarten im Kurfürstentum Hannover und beliebtes Ausflugsziel für Besucher der Stadt.

Hier geht es zu weiteren Beiträgen von Parks und Gärten in Niedersachsen: http://www.myheimat.de/themen/parks-und-g%E4rten-i...



Quellen:

Broschüre der Stadt Hannover "Der Hinübersche Garten"
"Zurück zur Natur - Idee und Geschichte des Georgengartens in Hannover Herrenhausen" Wallstein Verlag Göttingen
Homepage Region Hannover
Homepage Stadt Hannover

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Karola N aus Donauwörth am 03.11.2011 um 21:38 Uhr  
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Fred Hampel aus Fronhausen am 03.11.2011 um 21:44 Uhr  
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Katja Woidtke aus Langenhagen am 05.11.2011 um 20:46 Uhr  
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Shima Mahi aus Langenhagen am 05.11.2011 um 21:19 Uhr  
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Heidrun Preiß aus Bad Arolsen am 26.01.2012 um 15:00 Uhr  
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