DRK Hannover Mitte gedenkt der Bombennacht am 9.10. 1943

Wäre es nicht einmal interessant, wenn Zeitzeugen über ihre damaligen und speziellen Erlebnisse in den Stadtteilen List und der Südstadt berichten und was sie in diesem Zusammenhang über das Rote Kreuz an Wissen
beitragen können, fragte sich das Vorstandsmitglied Christa Schober. Und schon berichteten am 9. Oktober 2013 anläßlich unserer beliebten und gut besuchten Kaffeestunde im Ortsverein Mitte zwei der Angesprochenen.
Plötzlich war alles wieder deutlich: Man hörte die Sirenen, dann die Treffer mit dem Heulen der Luftminen, Sprengbomben und der unzähligen Brandbomben. Nicht nur die Fabriken waren getroffen, sondern fast jedes Haus betroffen. Der ältere Zeitzeuge - seit 75 Jahren im Roten Kreuz und Ehrenmitglied im OV - berichtet: "Als ich aus dem Luftschutzkeller nach draußen kam, wußte ich nicht ob ich auf dem Mond oder sonstwo bin". Der andere, wegen seiner Figur die Spitzmaus genannt, kroch durch eingestürzte Decken von Ruinen in deren Keller, um dort nach eingeschlossenen Menschen zu suchen. Mit Phosphorfarbe markierte "LS" Zeichen und Pfeile wiesen in der Dunkelheit den Weg. Die dortigen Böden waren mit Abwasser bedeckt, da die Kanalrohre teilweise zerstört waren. Auf den Straßen sah man dann viele Fahrzeuge mit einem Roten Kreuz und jungem Sanitätspersonal an Bord. Überall war Hilfe nötig. Am schlimmsten wohl die Brandverletzungen. Anschließend stand dem zweiten Zeitzeugen eine Rot Kreuz Schwester in Schwesterntracht für über ein Jahr stundenweise als Mutterersatz zu Seite, da die Familie über viele einhundert Kilometer auseinandergerissen war.

Alle waren sich einig, dass solche Veranstaltungen auch der Jugend etwas geben. Eine vom Konditor gespendete Obsttorte, zusammen mit bestem Wiener Kaffee, gab es zur moralischen Stärkung. Nie wieder - sagten alle. Und Frau Schober, die zwei Tage zuvor im Rathaus war, verwies auf die dort ausgestellen Stadtansichten, auch der gezeigten Trümmeransicht. Und sie hat ganz viele Original Aufnahmen der englischen Royal Air Force von Hannover, wie sie von den britischen Kampffliegern abgelichtet wurden. Diese Sammlung wird später einem Museum übergeben. (die HAZ erhielt bereits jetzt Kopien)

Natürlich hat der 9. Oktober seine Vorgeschichte. Darauf sei verwiesen. Einem jeden Opfer seit 1933 bis 1945 sei gedacht.
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Bernd Sperlich aus Hannover-Bothfeld | 10.10.2013 | 13:33  
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